Karibu (Willkommen) allerseits auf meinem Blog!

Auf diesen Seiten werde ich euch im nächsten halben Jahr von meinem Freiwilligendienst mit Kulturweit in Nairobi berichten, den ich bei der UNESCO Nationalkommission in Kenia verbringe!

Karibu allerseits! 🙂 Für alle, die mich noch nicht kennen: Ich heiße Inken, bin 22 Jahre alt, und habe gerade meinen Bachelor in Public Governance (einer Kombination aus Politik-, Wirtschafts-, und Rechtswissenschaften sowie Soziologie) in Münster und Enschede in den Niederlanden abgeschlossen. Vielleicht aus mangelndem Wissen darüber, was ich gerne im Master studieren möchte, aber sicherlich auch dem Drang geschuldet, zusätzliche bereichernde (interkulturelle und praktische) Erfahrungen zu sammeln, die gesellschaftliche, kulturelle und/oder politische Ziele verfolgen und somit zu dem Ziel beitragen, “die Beziehungen zwischen den Völkern zu entwickeln und zu vertiefen und sie als Mittel zur Verständigung zu nutzen” (Verfassung der UNESCO), entschloss ich mich dazu, im Rahmen eines sogenannten “Gap Years” an dem Freiwilligendienst Kulturweit teilzunehmen. Dieser wird von der Deutschen UNESCO Nationalkommission durchgeführt und vom Auswärtigen Amt gefördert. Kulturweit bietet nicht nur eine umfassende Betreuung mit Vor-, Zwischen-, und Nachbereitung des Freiwilligendienstes, sondern finanziert auch einen 30-stündigen Sprachkurs im Gastland und bietet ein Netzwerk von Freiwilligen und Alumni auf der ganzen Welt.

Vorbereitungsseminar in Brandenburg (01.-10.09.16)
Im Rahmen des Vorbereitungsseminars bin ich zusammen mit ca. 250 Freiwilligen aus ganz Deutschland (und z.T. auch anderen Ländern) und 30 Trainer_Innen nach Brandenburg an den Werbellinsee gefahren und habe dort das 10-tägige Kulturweit Vorbereitungsseminar besucht. Dies bestand nicht nur aus wertvollen tiefgründigen Workshops zu Themen wie Rassismus / Postkolonialismus, Sexismus und Klassismus, Mikroblick Kleingruppentreffen, verschiedenen Räumen, in denen man sich mit seiner eigenen (weißen) Identität auseinandersetzen konnte und Regionalgruppentreffen (in der sich alle Freiwilligen zusammenfanden, die in die gleiche Region ausreisen würden), sondern auch aus einem Partnertag, an dem Vertreter_Innen der Deutschen UNESCO Kommission vorbeikamen, um uns mit dessen Strukturen vertraut zu machen und das UNESCO Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin zu besuchen, wo wir sehr viel Natur und Tiere in einer geschützten Umgebung beobachten konnten. Das Vorbereitungsseminar war für mich persönlich sehr hilfreich, um mich mental auf den Freiwilligendienst einzustellen und für verschiedene Themengebieten sensibilisiert zu werden. Dabei habe ich mitgenommen, dass es wichtig ist, Unterschiede zwischen Menschen aufzuzeigen, um diese zu überwinden und dabei gerade durch menschliche Begegnungen, eine Normalität zurückzuholen, die so in der Vergangenheit nicht immer existierte. Des Weiteren ist der Freiwilligendienst nicht im Sinne der klassischen Entwicklungszusammenarbeit zu verstehen – es geht nicht um ein „Helfen“, sondern vielmehr um einen Dialog und „gemeinsames (heraus)finden“.

Abreise und Ankunft (14.09.2016)
Auch wenn es schon sehr spät ist, habe ich am ersten Abend kürzlich nach der Ankunft in Nairobi doch noch ein paar Notizen aufgeschrieben, um meine ersten Eindrücke auch genauestens festzuhalten und mit Euch teilen zu können.

Erwähnenswert ist dabei eine sehr interessante Unterhaltung mit Lynn (einer New Yorkerin), neben der ich im Flugzeug auf dem Weg von Zürich nach Nairobi saß. Lynn wird hier in Nairobi an einem Yoga Programm teilnehmen, dem African Yoga Project, auf das ich bereits während meiner Vorbereitung auf Kenia gestoßen bin und von dem ich sicherlich gerne bald mal einen/oder mehrere Yoga Kurs/e besuchen werde. Zufälle passieren wohl eben immer wieder…

Meine Anreise führte mich von Düsseldorf über Zürich nach Nairobi. In Zürich traf ich auch auf Chris, der, genau wie ich, für die nächsten 6 Monate seinen Freiwilligendienst bei der Kenya UNESCO National Commission machen wird und mit dem ich für diese Zeit auch gemeinsam in einer WG wohnen werde.

Nach einem doch recht aufregenden Flug und wenig Schlaf erlebte ich die Ankunft am Nairobi Airport als sehr aufregend mit vielen spannenden Eindrücken.  Auf dem Flug habe ich einen Reiseführer gelesen, den ich nur jedem wärmstens ans Herz legen kann, der sich etwas näher über Kenia informieren möchte oder vielleicht vorhat, hierhin zu reisen: Kenia, ein Länderportrait heißt das Buch, welches von einer DAAD-Lektorin mit langjähriger Kenia-Erfahrung verfasst wurde. Dort ist u.a. festgehalten, dass eines der Lieblingsthemen der Kenianer die Politik ist. Ich muss zugeben, dass ich trotz dieser Information nicht schlecht gestaunt habe, als Morris, (ein Freund unserer Vermieterin, der Chris und mich vom Flughafen abholte) eine sehr ausgefeilte Diskussion mit uns über die bisherigen Staatspräsidenten Kenias anfing und beiläufig erwähnte, dass ja auch der jetzige Staatspräsident der Vereinigten Staaten aus Kenia stammt. Wir haben uns daraufhin darauf geeinigt, dass Kenia in Zukunft ruhig auch weitere Präsidenten in die Welt exportieren darf… 😛

In unserem zu Hause auf Zeit angekommen erwartete uns ein Empfangskommitee unserer Vermieterin und dessen Mann, die uns unser Apartment zeigten, was wir mit 2 Französinnen teilen werden, die auf den ersten Blick beide sehr zugänglich erscheinen. Unsere Zimmer sind geräumig, und bis auf eine fehlende Waschmaschine, die in Zukunft hoffentlich noch dazukommt, lässt es sich in der Wohnung gut leben. 🙂

  1. Arbeitstag (15.09.2016)

Vorab ein paar generelle Informationen zur UNESCO und ihren Nationalkommissionen:
Die UNESCO ist die Organisation der Vereinten Nationen mit dem breitesten Mandat: Sie vereint alle Wissenschaftsdisziplinen-, Bildung-, Kultur-, Medien-, und Literaturwissenschaften und wurde nach dem 2. Weltkrieg geschaffen, um, durch Bildung, Menschenverachtung und Hass in Zukunft  zu verhindern und ein Weltbürgertum zu schaffen, das in Frieden zusammenlebt. Die UNESCO ist davon überzeugt, dass Frieden nur durch kulturelle Vielfalt und Bildung erreicht werden kann. Die Präambel der Verfassung der UNESCO sagt dazu: „since wars begin in the minds of men, it is in the minds of men that the defences of peace must be constructed“.

Im Unterschied zur UNESCO an sich, sind die UNESCO Nationalkommissionen nationale Organisationen, die in jedem Mitgliedstaat der Vereinten Nationen (insgesamt 196 MSs) vorhanden sind. Diese Kommissionen versuchen, die, auf der Generalkonferenz in Paris festgehaltenen, Ziele der UNESCO umzusetzen. Sie sind meist zwischenstaatliche Organisationen, die die Zusammenarbeit zwischen der UNESCO, dem jeweiligen Mitgliedstaat und dessen Zivilgesellschaft ermöglichen und sind meist an die Regierung des jeweiligen Staates angegliedert. Die kenianische UNESCO Nationalkommission (K-NatCom)  besteht aus ca. 30 Mitarbeiter_Innen und befindet sich in der 14. Etage des National Bank Buildings mitten im Central Business District Nairobis.

Aber nun zu meinem bzw. unserem ersten offiziellen Arbeitstag:
Nach einer ca. 1 stündigen Busfahrt ins Stadtzentrum – der Verkehr in Nairobi ist berühmt und berüchtigt zugleich – sind wir pünktlich um 10 Uhr auf der Arbeit angekommen und wurden sehr herzlich in Empfang genommen. Gleich wurden wir auch in das Büro unserer Ansprechperson, Joel, geführt. Dieser begrüßte uns begeistert mit einem warmen “Karibu in Nairobi”. Trotz dessen, dass er um 10 Uhr ein Meeting hatte, nahm er sich die Zeit, uns eine kurze Einführung in die Arbeit der kenianischen NatCom zu geben, die verschiedenen Arbeitsbereiche vorzustellen und uns unseren zukünftigen Arbeitskollegen sowie der Generalsekretärin Eva und dem Vize-Generalsekretär John vorzustellen, in dessen Büro wir noch einen Kaffee serviert und zugleich auch kenianische Namen “verpasst” bekamen. In West-Kenia, Kisumu, der Region, aus der John ursprünglich stammt, ist es üblich, Menschen nach der Tageszeit an der sie geboren wurden zu benennen. So werde ich wohl für das nächste halbe Jahr zumindest auf der Arbeit (zumindest von John) “Aikomou” genannt werden.
Als Joel uns fragte, wann wir in Nairobi angekommen seien, und wir wahrheitsgemäß mit “gestern Abend” antworteten, schien er sehr überrascht, wieso wir überhaupt zur Arbeit gekommen seien und gab uns morgen einen Tag frei, um Nairobi besser kennenzulernen. Eine wärmere Begrüßung hätten wir uns beim besten Willen nicht vorstellen können, denn die gestrige Anreise steckte Chris und mir noch gehörig in den Knochen. Wir beschlossen Nairobi etwas besser kennenzulernen zu wollen und verließen uns auf unseren ausgeprägten Orientierungssinn, in einer Stadt, in der wir zuvor noch nie gewesen waren und stießen zufällig auf den Uhuru Park, der jedoch um diese Jahreszeit leider relativ ausgetrocknet ist. Anschließend waren wir kenianisch zu Mittag essen, kauften reife Mangos und riesige Avocados auf dem Markt und liefen anschließend etwas über eine Stunde zurück nach Hause, bei dem wir uns geschätzte 10 Mal nach dem Weg erkundigten und auf mehr oder minder wertvolle, aber stets sehr zuvorkommende, Hilfe stießen. …Hauptsache wir waren wieder zu Hause angekommen. 🙂 Daraufhin folgte eine kleine Siesta und ein Besuch der Prestige Mail, in der wir uns mit einem Grundstock an Nahrung und allerlei nützlichen Dingen wie Mückenspray versorgten.

Das Wochenende werden wir wohl dafür nutzen, um einen tieferen Einblick in Nairobi zu bekommen, uns nach einem Kiswahili Sprachkurs erkundigen wollen, und vielleicht die anderen Freiwilligen treffen wollen, die sich in Nairobi aufhalten. Ich bin jedoch auch sehr gespannt und freue mich bereits auf Montag, wenn die Arbeit in der NatCom richtig losgeht. 🙂

Das war’s fürs Erste. Für alle, die es bis hierhin geschafft haben – entschuldigt den Informations(über)fluss. Die nächsten Beiträge werden mit Sicherheit kürzer.

Bis dahin!
Eure Inken

P.S.: Hier ein paar kleine Impressionen von meinem ersten Tag in Nairobi.

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Hier werden wir die nächsten 6 Monate arbeiten. (Ein kleines Willkommens-Selfie von Chris und mir).

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Der nicht so trockene Teil des Uhuru Parks mit Ausblick zum Stadtzentrum.

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Kakteen am Straßenrand.

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Mittagessen im kenianischen Restaurant. Chapati mit Chicken Ortiental.

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Im Uhuru Park. Seerosen

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The Nairobi Gallery.

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Das Haus, in dem unser Apartment zu finden ist.

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