Fußball, Fußball, Fußball… (Teil 2)

Nachdem Nino den Vorschlag gemacht hatte, sie bei ihrem Trainingslager zu besuchen, machte ich mich am 03. März (Freitag) sehr gespannt auf den Weg nach Tiflis. Leider konnten mich die zwei Schüler, mit denen ich den ersten Artikel geschrieben hatte, aus verschiedenen Gründen nicht begleiten.

Nino Pasikashvili und Ana Cheminava

Mit Nino hatte ich abgesprochen, am frühen Samstagnachmittag zum Trainingsgelände zu kommen. Am Samstag machte ich mich dann schon ziemlich früh auf den Weg, was sich im Nachhinein als sehr gute Idee herausstellte. Wie immer navigierte ich mich in Tiflis mit Hilfe von „Google Maps“, ansonsten hätte ich mich hoffnungslos verlaufen. Auch so war es schon schwer genug. Das Trainingsgelände lag ziemlich am Stadtrand, von der U-Bahnstation, an der ich ausstieg, waren es noch ungefähr 4km. Ich fand nur leider keinen Bus, mit dem ich weiterfahren konnte, also beschloss ich zu laufen. Irgendwie musste ich aber an der in beiden Richtungen vierspurigen Autobahn entlanglaufen, die aus Tiflis rausführt. Die Leute, an denen ich vorbeigelaufen bin, haben (mit Recht) ziemlich verwirrt geguckt, es war wirklich nicht der beste Weg, um spazieren zu gehen. Dazu kam noch, dass ich einen riesigen Umweg gelaufen bin, weil „Google“ eine neue Straße noch nicht kannte, zwischendurch habe ich noch irgendwo im Gebüsch festgesteckt, aber letztendlich bin ich tatsächlich fünf Minuten bevor wir uns treffen wollten am Treffpunkt angekommen. Nachdem ich drei Stunden unterwegs gewesen war, konnte ich selbst kaum glauben, dass die Odyssee ein Ende hatte 😀

Das Stadion von Lokomotive Tiflis

Der Ort, an dem die Nationalmannschaft immer ihr Trainingslager hat, ist ein komplett neu gebautes Gelände, auf dem u. a. auch eine Volleyballhalle und eine Schwimmhalle stehen. Außerdem gibt es dort ein Hotel, in dem die Nationalmannschaft gewohnt hat und in dem wir uns auch getroffen haben.

In der Lobby traf ich dann nicht nur Nino Pasikashvili, sondern auch Ana Cheminava, weil Nino Angst hatte, dass ihr Englisch zu schlecht war (völlig unbegründet). Mit den beiden konnte ich dann etwas reden. Natürlich musste ich erstmal erklären, warum ich mich für sie interessiere und wie ich auf Nino gekommen bin. Es war alles ziemlich locker und entspannt und irgendwie sind wir des Öfteren vom eigentlichen Thema abgekommen. Das Gespräch war aber total interessant und die beiden waren total sympathisch. Für mich war es etwas sehr besonderes, Nino und Ana zu treffen, auch wenn die beiden es nicht unbedingt verstehen konnten. Dafür wäre ich auf jeden Fall auch fünf Stunden gelaufen. Zum Glück haben sie mir noch eine Rückfahrgelegenheit ins Stadtzentrum von Tiflis organisiert (vielen Dank!), das heißt ich bin diesmal sehr schnell angekommen.

Der Einlauf der Mannschaften

Am darauffolgenden Montag schaute ich mir noch ein Freundschaftsspiel der georgischen Mannschaft gegen Moldawien an. Es war sehr interessant, das Spiel fand im Stadion von Lokomotive Tiflis statt. Allerdings war fast das ganze Stadion geschlossen, nur die VIP – Plätze waren geöffnet und auch sonst deutete wenig darauf hin, dass hier gleich ein Länderspiel stattfinden würde. Es kamen ungefähr hundert Zuschauer und das Spiel endete 1:1.
Vor ein paar Wochen war ich nochmal bei einem Spiel. Diesmal fand in Tiflis ein Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft 2019 in Frankreich statt. Georgien spielte gegen Kasachstan (0:1 Niederlage), Estland (2:1 Sieg) und Lettland (1:1). Bei diesem Turnier waren ein paar mehr Zuschauer im Stadion und es gab sogar einen Vorsänger, der immer „Sakartvelo“ (georgischer Name für Georgien) gerufen hat. Das hat schon sehr viel Spaß gemacht und ich bin mittlerweile ein Fan geworden 😉

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