Fahrradkarawane_2013_Auswahl (48)

Best-Of Fahrradkarawane 2013

Freiwillige und Alumni aus 16 verschiedenen »kulturweit«-Einsatzländern in Mittel- und Südosteuropa, Lateinamerika und Afrika starteten parallel in Zagreb, Budapest oder Bukarest. Nach insgesamt über 1500 Kilometern trafen sich alle Radelnden zum krönenden Abschluss gemeinsam in Serbiens Hauptstadt Belgrad.

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Von Zagreb nach Belgrad: 2. Update

Donnerstag, 11.07.2013

Unsere letzte Etappe meisterten wir heute ganz entspannt.  Nachdem unsere Route uns noch mal kurz in die EU, nach Kroatien, und dann wieder nach Serbien zurück führte, lag noch einmal eine sehr berglastige Strecke vor uns, die mit viel Schwerverkehr einher ging. Dafür wurden wir mit einem ersten Blick auf die Donau und Novi Sad beglückt. Hier wurden die Räder hochprofessionell in unser Begleitfahrzeug verladen und wir fuhren die letzten Kilometer mit dem Bus nach Belgrad um gut und sicher die Schule zu erreichen. Dort treffen wie dann auf die rumänische Tour.

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Von Zagreb nach Belgrad: Update

 

13:30 Uhr Tompojevci, Kroatien

Die kroatische Sonne bruzzelt knallhart auf uns herab. Wir sehen nur noch Sonne und noch mehr Sonne… Heute haben wir auch mal etwas Pech mit den Rädern. Aber Freerik unser Radexperte ist immer zur Stelle und ölt und wechselt wo er nur kann. Wir fahren zum Teil getrennt vom Transporter, da die Feldwege auf direktem Weg zur Grenze schon für uns kaum passierbar sind. Trotz frühem Aufbruch heute morgen, haben wir noch die Hälfte der Strecke vor uns – plus die Grenze nach Serbien, von der wir nicht wissen, wie lange es dauern wird.

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Von Zagreb nach Belgrad: Tag 3, 4 ,5

DSC_0328 DSC_0327 DSC_0326 DSC_0316 DSC_0318 DSC_0321 DSC_0323 DSC_0314 DSC_0313 DSC_0312 DSC_0310Tag 3

Unser Tag begann mit dem Weckdienst – diesmal um acht Uhr, also im Verhältnis zum gestrigen Tag schon fast eine Uhrzeit zum Ausschlafen. Nach einem ausgewogen wurstlastigem Frühstück stiegen wir voller Tatendrang auf unsere Sattel und setzten uns mit einem selbstbewussten „Pack ma’s!“ in Bewegung. Zunächst war die Stimmung sehr gelöst, einige stimmten sogar Lieder zu Motivation der anderen an.

Die Aussicht für den heutigen Tag war anfangs rundherum positiv, da am Vorabend angepriesen wurde, dass es sich um eine verhältnismäßig kurze Strecke handeln sollte. Jedoch wurden uns die kurzen, aber heftigen Anstiege auf Geröllsplit verschwiegen. Ablenkung von der Anstrengung bot sich am Wegesrand: Im Dreck sudelnde Schweinchen hielten uns auf, da sie nicht nur bei den in der Stadt aufgewachsenen „kulturweit“-Freiwilligen starke Emotionen auslösten.

Mit einer undefinierbaren Lotion aus Sonnenbrand, Sonnencreme und Schweiß erreichten wir unser Tagesetappenziel am späten Nachmittag. Gastfreundliche Lehrerinnen und Lehrer eines örtlichen Gymnasiums im kroatischen Virovitica nahmen uns in ihrer Turnhalle auf, boten uns diverse Kuchenvariationen und einen Schlafplatz an. Mit ein wenig Charme und interkultureller Kompetenz (IKK) durften wir als Highlight des Abends in einem eigentlich schon geschlossenenem Schwimmbad baden, obwohl sogar extra wegen uns besonderen „kulturweit“-Freiwilligen ein Bademeister gerufen werden musste.

Tag 4

Früh morgens zum Leidwesen aller Beteiligten klingelte diesmal nicht die Fahrradklingel, sondern der Wecker. In den Transporter wurden unsere sieben Sachen mit einer professionell organisierten Einpackkette verladen. Dieser Tag drehte sich allgemein sehr viel um Ketten: Merle freute sich sehr, als sich ihre Fahrradkette am steilsten Berg verabschiedete und der besorgte Alumni Bene(dikt) ließ des Öfteren „Kette“- oder „Auto“-Rufe von sich hören. Von der Strecke an Tag vier hatten wir enormen Respekt, da es sich mit über 80 Kilometern um die längste handelte.

Bereits nach einer Stunde machten wir eine Trinkpause in einem der umliegenden Dörfer, wobei wir ein paar lustige Zeitgenossen dabei beobachten konnten, wie sie ein aus zwei Bier bestehenden typisch kroatisches Frühstück zu sich nahmen. Weil wir nun schon drei Tage gemeinsam verbracht hatten, war es schön zu beobachten, wie die Gruppe allmählich besser funktionierte und sich längere, intensivere und tiefgründigere Gespräche ergaben. So stellt sich für viele Freiwillige die Frage, was sie nach ihrem „kulturweit“-Jahr machen wollen.

Das Streckenprofil war mit unserer Stimmung vergleichbar, es gab Aufs und Abs, sehr wechselhaft. Mit der Aussicht auf ein langersehntes warmes Abendmahl vergaßen wir die Hitze, Blessuren und Schmerzen, strampelten dem Ziel entgegen und kamen schließlich eine knappe Stunde früher als ursprünglich kalkuliert an. Vor dem Gang ins Restaurant nahmen wir einen kleinen Umweg über einen nahe gelegenen See, um uns zu säubern. (Die Duschen unserer Turnhalle waren zuvor extra für uns abgeschlossen worden.) In geselliger Abendrunde stießen wir mit Bier an (selbstverständlich alkoholfrei, bio, nachhaltig regional erzeugt und mit Pfand) und ließen die letzten Tage noch einmal Revue passieren. Letztlich fielen wir erschöpft, aber dennoch voller Vorfreude auf den darauffolgenden Pausentag in unsere Schlafsäcke und schliefen ein.

Tag 5

Das Schönste am Fahrradfahren sind die Pausen – welche an Tag fünf etwas länger ausfielen, und zwar einen ganzen Tag. Wir nahmen das wörtlich und schliefen bis elf Uhr aus. Nach dem Frühstück und einer ergreifenden Verabschiedung von Bene, der aufgrund einer anstehenden Uniprüfung zurück ins kalte Deutschland fliegen musste, wurde uns die Aufgabe zuteil mit verbundenen Augen und einem Seil ein perfektes, so Zitat „gleichschenkliges Viereck“ zu bilden. Um den Ausfall von Bene zu kompensieren, eilte uns Laurens zu Hilfe, der uns nun bis zun Ende unserer Tour begleiten wird.

Heute Nachmittag haben wir noch vor, uns an den See zu legen und den Tag auf entspannte Art und Weise ausklingen zu lassen. Wir melden uns morgen wieder zu Wort – hoffentlich wohlauf – aus einer Stadt mit einem komplizierten Doppelnamen, circa 120 Kilometer östlich von hier.

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Tag 6: Von Rumänien nach Belgrad: Jetzt kommt der Battle-Rap

Unser heutiger Blogeintrag besteht aus einem Rap, den wir gestern Abend geschrieben haben! Analysieren Sie den folgenden Text nach Aufbau, Form und Inhalt. Gehen Sie außerdem auf die stilistischen Elemente ein.

 

Morgens 6:30 weckenIMG_4837

Erstmal recken,

Lage checken.

Lassen uns das Frühstück schmecken

Was gibt es Neues zu entdecken?

Warnweste an?IMG_4815

Check!

Satteltasche dran?

Check!

Helm auf, Sonnencreme drauf

Treffen 8:30 Uhr? Geht doch klar!IMG_4850

Leider war dann noch keiner da

Um 9:30 Uhr geht’s los

Doch kein Stress, denn zum Glück

Holen wir uns die Stunde durch die Zeitverschiebung zurück.

Viele Kilometer gekillt,

in der Sonne gegrillt.

Dann Durst gestillt

Und mies gechillt

Die Landschaft: was für ein Bild!IMG_4859

Die Strecke heute, für uns kein Problem,

weil wir übelst abgehen,

unsere Räder sich drehen und nie stillstehen.

Ihr könnt unsere Staubwolke sehen!

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Zaghreb und Budapest

Pest und Cholera

Bei euch läuft nichts ohne Stützräder

Wie Columbus sind wir vor euch da!

Ihr Versager!IMG_4879

Geht ins Trainingslager!

 

…und bevor wir euren Blog lesen

Fressen wir einen verwesten Besen!

 

Mit freundlichen GrüßenIMG_4881

Die Bukarest-Crew       IMG_4886

Budapest – Belgrad: Von Sombor nach Backa Palanka

Dank des Pausentags konnten wir den Tag übermüdet aber mit entspannten Hintern beginnen. Nach der logistischen Meisterleitstung des serbischen Busfahrers, 12 Fahrräder  in den Linienbus unterzubringen, starteten wir endlich unsere vorletzte Etappe nach Backa Palanka.

Unsere Route führte uns über serbische Landstraßen, schlaglochgeplagten Asphalt und durch kleine Dörfern mit vielen netten, Menschen, die uns freundlich zurückgrüßten. Dank Sandras Serbischkenntnissen, mussten wir uns nicht auf alle Tips der Einwohner verlassen, und so führte uns unsere Strecke diesmal nur über eine einzige Sandpiste.

Angekommen in unserem Luxushotel, verbrachten wir die nächsten 20 Minuten damit unseren Sprinter zu verschönern, um die Zagrebroute mit unserem „Partybus“ zu beeindrucken (Mission completed). Als dann auch die Radler der Zagrebroute ankamen, versuchten wir sie davon zu überzeugen, dass die Bukarestroute ihren „Highlife“-Blogeintrag geschrieben hatte (Mission failed) und warten jetzt mit Angstschweiß auf ihre Racheaktion.

Mit Pizza im Bauch bereiten wir uns nun mental auf die letzte Etappe vor, die diesmal auch durch Kroatien gehen und uns statt durch Sanddünen über Berge führen wird.

Auf eine letzte schweißtreibende Etappe!

Svenja Schneewind

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Von Rumänien nach Belgrad: Entspannen und Workshops in Coronini

09.07.2013

Heute ein Tag ohne Radfahren, um unsere müden BIMG_4807eine und Arme wieder etwas zu regenerieren. Dafür aber mit einer (nicht so anstrengenden 😉 Wanderung in die Berge, einer Bootstour auf der Donau, verschiedenen von Freiwilligen organisierten Workshops (Karawanenlied, Kunst aus Müll, Karawanenband und Malgruppe) einfach etwas Zeit für uns zum entspannen. Seht selbst in der Galerie! Morgen gehts von Coronini über die serbische Grenze nach Bela Crkva. Auf die Räder!

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Budapest-Belgrad: Pausentag in Sombor

IMG_0733IMG_0706IMG_0747DSCF1797Der heutige Ruhetag war längst überfällig. Nach der 100-Kilometer-Strecke durch ungarische Moskitosümpfe und Sanddünen sowie auf tierleichenbestückten serbischen Landstraßen waren nicht nur unsere Kraftreserven erschöpft, sondern auch unsere Hirne angesengt. Anders kann man nicht erklären, warum auf der Karawane Grölschlager wie „Abi-abi-tur“ angestimmt wurden und mir einige allen Ernstes von Plattenbauten vorschwärmten, manche davon nicht einmal Ostdeutsche. Besonders gut fing auch der Pausentag nicht an: Nach dem fettigen Karpfen im Moskitomoloch Baja vor zwei Tagen servierte uns man im serbischen Sombor geschätzte drei Kilo Speck zum Frühstück. Das kam bei unserem Vegetariererclub natürlich nur so mittel an. Als Entschädigung aßen wir dann in einer hübschen Bar am Ufer zu Abend, eine gute Wahl von Insiderin Sandra. Selbige stellte uns im Laufe des Tages vor nahezu unüberwindbare Hürden in der Stadtralley. Den einen Somborer zu finden, der sich mit der eigenen Stadtgeschichte auskennt, bereitet zunächst einmal keine Schwierigkeiten, denn der sitzt in der Tourismusinfo. Doch worum handelt es sich genau bei dem „Verfigter“? Mit der Frage solle, so die Anweisung auf unserem Frageblatt, diskret umgegangen werden. Denjenigen, die dem „Verfigter“ auf die Spur gehen wollten, wurde allenfalls auf Nachtclubs verwiesen, nicht aber auf den Eisladen, den Sandra im Sinn hatte. Denn eigentlich meinte sie „Vergifter“, eine Eisdiele mit schlechtem Ruf, hatte sich in Eile aber vertippt

Moritz Rennet

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Tag 4: Von Rumänien nach Belgrad: Durchs Eiserne Tor der Donau entlang

IMG_4717 IMG_4726 IMG_4732 IMG_4743Heute haben wir die bisher längste und schönste Strecke zurückgelegt. Über 100km radelten wir an der Donau entlang.

Wegen Orientierungsproblemem und nicht endenen Fahrradpannen waren wir insgesamt 14 Stunden unterwegs. In der brennenden Mittagshitze versuchten wir, die erste Hälfte der Strecke zu bewältigen. Als wir die ersten 60km endlich hinter uns gebracht hatten, irrten wir herum, auf der Suche nach einer Rastmöglichkeit. Weit und breit war kein Schatten in Sicht. Als wir schließlich einen Ort gefunden hatten, war die Mittagspause eher eine Nachmittagspause.

Kühe, Schlaglöcher, Straßenhunde und 11%-Steigungen stellten sich uns in den Weg. Aber die wunderschöne Donau-Landschaft belohnte unsere Mühen.

Die letzten Kilometer sind dann doch recht schnell verflogen. Als die Sonne gerade hinter den Bergen verschwand, tauchte unser Zielort Coronini hinter einer Kurve auf. Wir freuen uns alle auf den morgigen Pausentag und aufs Ausschlafen in der tollen Pension direkt am Ufer der Donau.

Silas Meinicke, Freiwilliger in Subotica, Serbien, und Vera Paulmann, Freiwillige am „Diaconoviti-Tietz“-Gymnasium in Resita, Rumänien

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Von „jó napot“ nach „добар дан“: Tag 4

IMG_0667 IMG_0670 IMG_0685 Wenn um 5 Uhr morgens ein feiernder Pulk als Weckkommando durch die Zimmer der ungarndeutschen Kulturzentrums Baja stolpert, kann dies nur eines bedeuten: Überschwängliche Begeisterung angesichts der bevorstehenden 90km. Hochmotiviert schwangen wir uns auf die Sättel um die härteste Etappe der Tour in Angriff zu nehmen. Geplatze Schläuche und scheinbar unüberwindbare Sandböden vermochten unser Gemüt nicht zu trüben und so radelten wir singend entlang der Donau in Richtung Serbien. Nach 55km gönnten wir uns kurz vor der serbischen Grenze die erste Pause. Nach Käsebroten und einer knackigen Aerobic Einlage fühlten wir uns gestärkt, um uns der Grenzpolizei zu stellen. Zufällig hatten wir alle unsere Pässe dabei und durchquerten souverän den Transitbereich. Als die Hälfte der Freiwilligen das „welcome to serbia“ Schild erklommen um ein Foto zu knipsen brachte das die Zöllner doch ein wenig in Rage und wir beschlossen, weiterzufahren. Die serbische Superasphaltstraße machte die letzten 40 Kilometer durch pralle Sonne trotz wunder Pos zu einem kurzen Vergnügen.

Az egész sebes seggünkre!

Hvala lepo Sandra, Serbien gefällt uns gut.

Lukas Meyer zu Altenschildesche und Tabea Schmidt-Ott