Das letzte große Abenteuer

…war für mich die Reise nach Weißrussland, von der ich vor drei Tagen zurück gekommen bin. Nachdem ich hier in Tallinn über couchsurfing im März Hanna, eine sehr nette, aktive und ein bisschen verrückte Belarussin kennen gelernt hatte, bot sie mir an, sie in Minsk besuchen zu kommen. Für die Idee hatte ich mich sofort begeistert. Nachdem ich die meisten Länder um Estland bereits zumindest flüchtig besuchen konnte, interessierte ich mich sehr dafür, auch Belarus kennen zu lernen. Von Deutschland aus wärst du nicht so schnell auf die Idee gekommen, einfach mal nach Weißrussland zu fliegen, dachte ich mir, und fing an, mich um das Visum zu kümmern.

Vier Besuche in der weißrussischen Botschaft später konnte es losgehen. Einreisen geht von Tallinn aus relativ einfach per Bus über Riga oder Vilnius, oder von Vilnius aus mit dem Zug. Im Bus auf der Hinfahrt und an der Grenze war es dann bereits etwas ungemütlich, als Einzige kein Russisch zu sprechen, das kannte ich aber zumindest schon von der Fahrt nach St. Petersburg, darauf war ich eingestellt.

Nachdem ich in den Tagen vor meiner Abfahrt Hanna nicht erreichen konnte und deshalb nicht wusste, wann, wo und letztendlich ob wir uns überhaupt treffen würden, war mir schon etwas mulmig zumute, als ich alleine früh morgens in Minsk ankam. Zum Glück hatte ich kurz vor meiner Abfahrt ebenfalls über couchsurfing noch ein paar Einheimische angeschrieben und eine von ihnen, Katya, hatte den ganzen Tag Zeit und wollte mir unbedingt die Stadt zeigen. Ab da fühlte ich mich gleich sehr viel besser, sie betonte immer wieder, dass sie dafür sorgen würde, dass ich sicher irgendwo unterkomme, rannte mit mir innerhalb eines halben Tages fast die gesamte Masse an Minsker Sehenswürdigkeiten, Kirchen, Monumenten und Parks ab und versuchte mehrmals, Hanna anzurufen. Nachmittags meldete meine eigentliche Gastgeberin sich endlich zurück, erzählte, dass sie gerade von ihrem Seminar irgendwo außerhalb zurück gekommen war, dass das einen Tag länger gedauert hatte, als eigentlich gedacht und dann auch noch nirgendwo Internetzugang gewesen wäre, beteuerte, dass es ihr unendlich Leid tat, dass wir jetzt aber sofort zu ihr kommen sollten. So schlief ich dann die fünf Nächte über letztendlich doch auf der Couch, auf der ich es ursprünglich geplant hatte und das meiste lief danach nach Plan 😉

Was mich beeindruckte war die Gastfreundschaft, das Interesse an Ausländern und die Hilfsbereitschaft der Menschen, die ich dort kennen lernte. Am gleichen Abend waren wir noch auf dem wöchentlichen Treffen der couchsurfing-Community von Minsk und das war extrem gut besucht, vor allem von Locals, die oft sogar ein bisschen Deutsch sprachen und es an mir üben wollten.

Ein weiteres Highlight war die Fahrt aufs Land am Wochenende. Mit dem Zug fuhren wir zu dem kleinen selbstgebauten Holzhaus im Dorf Lotvichi, in dem Hannas Großvater aufwuchs, blieben dort für eine Nacht, wurden von entfernten Verwandten zum Tee eingeladen, halfen bei der Apfelernte usw. Wie in Estland auch, sind die Sommerhäuser, zu denen man am Wochenende fährt, der traditionelle Ort zum Entspannen und wichtiger Bestandteil des Familienlebens, erzählte mir Hanna. Laut ihr habe ich während meiner sechs Tage insgesamt ziemlich authentisches Leben in Belarus kennen gelernt. In die Museen habe ich es zum Beispiel nicht geschafft, dafür muss ich wohl nochmal wieder kommen, aber stattdessen haben wir die letzten paar Sommertage ausgiebig in den Parks oder der Natur genossen. Und durch Zufall sind wir an einem Tag auch noch zur Burg von Myr gekommen, da ein Bekannter von Hanna, der ebenfalls Gäste aus Deutschland da hatte, noch zwei Plätze im Auto frei hatte.

Die Fahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt. Obwohl ich schon gehört hatte, dass Minsk schöner ist, als viele es sich vorstellen, muss ich zugeben, dass ich überrascht war. Vielleicht hatte ich unterbewusst trotz allem eine riesige, unheimliche, sowjetische Megastadt erwartet, aber so unüberschaubar wirkte sie trotz immerhin knapp 2 Millionen Einwohnern doch nicht. Das Stadtzentrum ist groß und wirklich schön, mit teils beeindruckender Architektur und wirkte auf mich gerade dank des Svislach-Flusses und der ihn umgebenden Parks sehr grün und offen. Und Blockbauten in den Außengebieten kenne ich auch aus Tallinn.

Ich werde versuchen, trotz meines langsamen Internets einige Bilder für euch hochzuladen:

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mit Katya kurz nach meiner Ankunft :)

mit Katya kurz nach meiner Ankunft 🙂

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einige der zahlreichen Couchsurfing-Meeting-Teilnehmer 🙂

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der Rest der Ausflugsgruppe vor der Burg vin Myr

der Rest der Ausflugsgruppe vor der Burg in Myr

beinahe Spielgeld: dieser Haufen belarussischer Rubel reicht nicht einmal für ein Busticket (ca. 30ct)

beinahe Spielgeld: dieser Haufen belarussischer Rubel reicht nicht einmal für ein Busticket (ca. 30ct)

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Hannas Sommerhaus

Hannas Sommerhaus

Zucchinis, wie man sie sich wünscht, frisch aus dem Garten

Zucchinis, wie man sie sich wünscht, frisch aus dem Garten

Mit der Rückreise lief auch alles noch recht reibungslos und ich war rechtzeitig vor Ablauf meines Visums zurück über der Grenze. Mit meiner Ankunft zurück in Estland am brach dann bereits meine letzte Woche hier im Land an. Während meiner Reise ist in Tallinn plötzlich der Herbst eingebrochen, es wird kälter, regnet, die Tage werden wieder kürzer. Nach einem Jahr kann ich es mir kaum vorstellen, wie diese Zeit jetzt plötzlich vorbei sein soll. Ständig Verabschiedungen, bei allem, was ich tue und jedem, den ich sehe, schleicht sich der Gedanke ein, dass es wahrscheinlich vorerst das letzte Mal ist. Die Zeit hier in Estland war so intensiv und doch ist sie jetzt zum Ende hin wahnsinnig schnell verflogen. Sicher, auf viele Leute und einiges, was ich zuhause machen kann, freue ich mich schon. Aber hier zu gehen, wird sehr schwer. Ein Trost – Estland ist von Deutschland aus doch ziemlich gut, einfach und günstig zu erreichen und für Besuche werde ich, auch wenn es nicht ganz das Gleiche ist, wiederkommen. Spätestens zum nächsten Sängerfest in 5 Jahren haben wir uns mit der ganzen Estland-Freiwilligen-Generation (alle über 25 bitte mit ihren Kindern ;)) zum Treffen in Estland verabredet. Ich werde hier meine letzten Tage noch genießen, wünscht mir Glück, dass ich nicht zu sehr in Aufgaben- und Organisationsstress versinke, die letzten Abschiede überstehe und mit der Busfahrt zum Nachbereitungsseminar nach Berlin alles klappt (:
Hoffe, euch geht es gut und wir sehen uns ganz (waaah, ohjee) BALD…!

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Jaanipäev und Laulupidu – Die Highlights des Sommers

Die ganze Stadt ist auf den Beinen, wohin man schaut sieht man Menschen in Trachten, in der Altstadt, im Supermarkt, die Busse sind verstopft, Tallinn ist doppelt so voll wie sonst. Einmal alle 5 Jahre gibt es diese Art von Feierstimmung, einmal Chaos in Estland. Der Anlass nennt sich „Eesti Laulu- ja tantsupidu“, das estnische Sänger- und  Tanzfest und mit den Mitfreiwilligen in Tallinn hatte ich das Glück, es dieses Jahr erleben zu dürfen.

Vom 4. bis 6. Juli dauerte die riesige Veranstaltung mit knapp 20 000 Sängern und Tänzern und über 150 000 Zuschauern. Über die genauen Zahlen habe ich bereits verschiedenes gehört oder gelesen, aber es war auf jeden Fall eine beeindruckende Masse an Menschen auf einem Fleck, gerade für ein Land, das sowieso nur 1,3 Millionen Einwohner zählt.

Los ging es für mich und eine Freundin am Freitagabend mit dem Tanzfest im Kalev-Stadion, ganz in der Nähe meiner Wohnung. Randvoll gefüllt mit Publikum und Teilnehmern bekamen wir zwei Stunden eine wunderschöne, choreografisch und organisatorisch wahnsinnig beeindruckende und für mich völlig neue Darbietung des estnischen Volkstanzes zu sehen. Es ist schwer zu beschreiben, man muss es eigentlich gesehen haben: Bei live gespielter und gesungener Musik bewegen sich Hunderte, teils Tausende Tänzer, dabei sind sowohl Kinder, als auch Senioren, Gruppen aus allen Teilen des Landes, die die gleichen Tänze einstudieren mussten, durchs Stadion. Und das nicht nur synchron, sondern, indem sie sich immer wieder neu anordnen, man von oben die Muster erkennen kann, die die Tänzer bilden und die sich alle paar Sekunden ändern. Hut ab vor den Choreografen, wie sich das organisieren lässt, ist für mich immer noch kaum vorstellbar und ich musste an die Eröffnungsfeiern olympischer Spiele denken, live hatte ich etwas Derartiges noch nicht gesehen.

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Tänzer soweit das Auge reicht, in einer der Gruppen waren auch einige meiner Kollegen vom TSG dabei.

Tänzer soweit das Auge reicht, in einer der Gruppen waren auch einige meiner Kollegen vom TSG dabei.

obligatorisches Selfie mit Eva am Ende der Wahnsinnsveranstaltung :)

obligatorisches Selfie mit Eva am Ende der Wahnsinnsveranstaltung 🙂

Das Sängerfest bestand dann aus zwei Konzerten, ein vierstündiges am Samstagabend und ein siebenstündiges den ganzen Sonntag über. Am Samstag war vor dem ersten Konzert außerdem der Umzug von der Innenstadt zur Sängerwiese, mit allen Teilnehmern und dementsprechend sehr lang. Pünktlich zum Sängerfest hatte sich endlich wieder richtiges Sommerwetter eingestellt, sodass Estland sein erstes Konzert dann ohne Regen im perfekten Sonnenuntergang, das zweite dann tagsüber bei sengender Hitze genießen konnte. Am ersten Tag wurden hauptsächlich ältere, patriotische Lieder vorgetragen, die wie die Tradition des Sängerfestes selbst von großer historischer Bedeutung für Estland sind. Für das Land, das im Laufe seiner Geschichte fast durchgehend von anderen Mächten besetzt war, dienten der Gesang und das Sängerfest, das zum ersten Mal 1869 statt fand, als eine Form des Widerstands gegen die russische Besatzung und trug zur Entwicklung eines estnischen Nationalgedankens bei. Ähnlich war es bei der Unabhängigkeitsbewegung von 1986 bis 1991, die in Estland gänzlich ohne gewaltige Auseinandersetzungen ablief und die oft als „Singende Revolution“ bezeichnet wird. Vor diesem Hintergrund war das blau-schwarz-weiße Fahnenmeer im Publikum und die für Ausländer teilweise zunächst etwas befremdliche überschwängliche Begeisterung von Publikum und Chören angesichts der patriotischen Lieder deutlich verständlicher (;

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Aber auch für uns Freiwillige war das Sängerfest persönlich von großer Bedeutung. Viele waren extra dafür noch geblieben und aus ganz Estland noch einmal zusammen gekommen. Einige habe ich an dem Wochenende zum letzten Mal gesehen. Und selbst für Leute wie mich, bei denen das Jahr noch nicht ganz vorbei ist, leitete, wie eine andere Freiwillige es beschrieb, dieses Event doch unweigerlich die letzten Wochen eines unglaublich ereignisreichen Jahres ein.

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Bevor ich jetzt zu sentimental werde und bevor ich es ganz vergesse, möchte ich aber auch zum Mitsommerfest noch ein paar Worte verlieren. Mein Geburtstag wird hier nämlich anders als in Deutschland vom gesamten Land gefeiert. Jaanipäev heißt der Johannistag am 24. Juni hier und in der Nacht davor wird im ganzen Land in den Familien gegrillt, in den Dörfern Lagerfeuer gemacht und bis zum Sonnenaufgang aufgeblieben. Der ist hier im Norden um diese Jahreszeit schon in den frühen Morgenstunden und komplett dunkel wird es die ganze Nacht nicht.

Ich war mit einer größeren Gruppe in Maarja Küla, einem Dorf, in dem ausschließlich Menschen mit Behinderung, einige Freiwillige, die wir bereits kannten, und zeitweise Sozialarbeiter wohnen. Im März war ich schon einmal dort gewesen, aber dieses Mal hatte ich noch mehr Gelegenheit das Projekt und einige der Bewohner kennen zu lernen. Das fand ich sehr spannend. Die Tage im Dorf insgesamt waren dafür umso entspannender, es tut doch immer gut, aus der Stadt herauszukommen.

Kürzeste Nacht in Tallinn

Kürzeste Nacht in Tallinn

Am Johannisabend auf dem Weg ins Nachbardorf Kiidjärve zur Jaani-Feier

Am Johannisabend auf dem Weg ins Nachbardorf Kiidjärve zur Jaani-Feier

Abends am See in Kiidjärve...

Abends am See in Kiidjärve…

...und um 3.00 Uhr morgens am See in Maarja Küla

…und um 3.00 Uhr morgens am See in Maarja Küla

Soweit erstmal wieder von mir, ich freue mich wie immer, von euch zu hören!

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Letzte Schüler-Schultage

Die letzten Arbeitstage mit Schülern rasen vorbei. In Estland gibt es über das Jahr verteilt viel weniger Schulferien, dafür haben die Schüler schon ab Anfang Juni bis End August frei. Für mich heißt das, dass ich zu vielen Dingen, die ich noch gerne in den Klassen gemacht hätte, nicht mehr kommen werde, viele Ideen nicht mehr werde umsetzten können. Trotzdem war es ein sehr intensives und meistens gut genutztes Schuljahr. Nachdem ich zwischenzeitlich mehr Computer-, Aufräum- oder auch mal weniger Aufgaben hatte, habe ich in den letzten paar Wochen nochmal probiert, so viel wie möglich mit den Schülern zu machen, im Unterricht zu helfen usw. Letzte Woche war ich bei einer zweitägigen Fahrt mit Klasse 8c  zu einer kleinen Farm dabei. In den letzten Tagen hieß es dann schon Abschied nehmen von einigen Klassen, vor allem die Grundschüler werde ich richtig vermissen. Morgen ist letzter Schultag, Abschlussaktus und anschließend gemeinsamer Lehrerausflug nach Rakvere. Gearbeitet wird zumindest die nächsten Wochen trotzdem noch – das mündliche Abi steht an und da wird sicher noch ein bisschen Hilfe gebraucht.

Was ist sonst in letzter Zeit passiert?

Mein Internetstick, den ich zu Hause habe, ist dafür zu langsam, aber vom Lehrerzimmer-PC aus kann ich endlich wieder einige Fotos hochladen:

Probe für das Musical "Jeder ist anders" mit Klasse 3c. Seit dem Herbst hatte ich hier bei der Vorbereitung des deutschsprachigen Stücks geholfen - eine meiner Lieblingsaufgaben des ganzen Schuljahres!

Probe für das Musical „Jeder ist anders“ mit Klasse 3c. Seit dem Herbst hatte ich hier bei der Vorbereitung des deutschsprachigen Stücks geholfen – eine meiner Lieblingsaufgaben des ganzen Schuljahres!

Bei der Aufführung: Insgesamt sechsmal haben die Kinder vor Grundschülern, Eltern und Lehrern aufgefhrt und superviel positives Feedback bekommen :)

Bei der Aufführung: Insgesamt sechsmal haben die Kinder vor Grundschülern, Eltern und Lehrern aufgeführt und superviel positives Feedback bekommen 🙂

Aftershowparty mit Hans-Hase-Kuchen nach gelungenem Auftritt

Aftershowparty mit Hans-Hase-Kuchen nach gelungenem Auftritt

Ewig lange Tage: das für mich allerschönste am Sommer. Hier eine gemüütliche abendliche Werwolf-Runde mit anderen Freiwilligen am Stroomi-Strand

Ewig lange Tage: das für mich allerschönste am Sommer. Hier eine gemütliche abendliche Werwolf-Runde mit anderen Freiwilligen am Stroomi-Strand

...und noch mehr Sonnenuntergang

…und noch mehr Sonnenuntergang

Vor unserer Fahrradtour mit Freunden zur winzigen Pedassaare-Insel. Dort waren wir am Osterwochenende, einfach wahnsinnig schön :)

Vor unserer Fahrradtour mit Freunden zur winzigen Pedassaare-Insel. Dort waren wir am Osterwochenende, einfach wahnsinnig schön 🙂

Unterwegs: Das Fahrrad hatte ich mir vor ein paar Monaten aus einem spontanen Einfall heraus übers Internet gekauft, vor kurzem nochmal bisschen reparieren lassen und bin jetzt unendlich glücklich damit. Ein Fahrrad im Sommer = Lebensqualität

Unterwegs: Das Fahrrad hatte ich mir vor ein paar Monaten aus einem spontanen Einfall heraus übers Internet gekauft, vor kurzem nochmal bisschen reparieren lassen und bin jetzt unendlich glücklich damit. Ein Fahrrad im Sommer = Lebensqualität

Zwischenstopp bei Jägala-Joa, dem größten Wasserfall Estlands

Zwischenstopp bei Jägala-Joa, dem größten Wasserfall Estlands

Auf der Insel Pedassaare. Hier haben wir eine Nacht übernachtet, natürlich mit Lagerfeuer, Sauna, und Im-Schlafsack-Frieren in der Nacht (;

Auf der Insel Pedassaare. Hier haben wir eine Nacht übernachtet, natürlich mit Lagerfeuer, Sauna, und Im-Schlafsack-Frieren in der Nacht (;

hier noch einmal fast die gesamte Inselgruppe, war auf jeden Fall eine ziemlich zufällige Zusammensetzung von netten, chaotischen Leuten :)

hier noch einmal fast die gesamte Inselgruppe, war auf jeden Fall eine ziemlich zufällige Zusammensetzung von netten, chaotischen Leuten 🙂

Altstadtspaziergang bei schönstem Sonnenwetter

Altstadtspaziergang bei schönstem Sonnenwetter

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Newsky-Kathedrale, die größte orthodoxe Kathedrale in Tallinn

Newsky-Kathedrale, die größte orthodoxe Kathedrale in Tallinn

Blick auf den Domberg

Blick auf den Domberg

Besuch von Karla, meiner Vorvorgängerin, im April :)

Besuch von Karla, meiner Vorvorgängerin am TSG, im April 🙂

Besucherzeit: Das ist auch schon länger her, aber im März kamen mich insgesamt drei Freundinnen aus der Ferne besuchen, hier mit Annika und Isabel leicht verzerrt in Tartu ;)

Besucherzeit: Das ist auch schon länger her, aber im März kamen mich insgesamt drei Freundinnen aus der Ferne besuchen, hier mit Annika und Isabel leicht verzerrt in Tartu 😉

die Engelsbrücke in Tartu: jeder, der zum ersten Mal in die Stadt kommt, muss einmal drüberlaufen, dabei die Luft anhalten und sich etwas wünschen...

die Engelsbrücke in Tartu: jeder, der zum ersten Mal in die Stadt kommt, muss einmal drüberlaufen, dabei die Luft anhalten und sich etwas wünschen…

Rathausplatz in Tartu

Rathausplatz in Tartu

Mit Samira, dem nächsten Besuch aus Deutschland, und ein paar Freunden bei einem Ausflug ins typisch estnische Moor in der Nähe von Lelle

Mit Samira, dem nächsten Besuch aus Deutschland, und ein paar Freunden bei einem Ausflug ins typisch estnische Moor in der Nähe von Lelle

verhängisvoll: natürlich haben wir zwei verpeilten Deutschen es nicht geschafft, hier nicht reinzufallen und jeweils bis zur Hüfte nass zu werden - kalt wars schon, aber zumindest für die anderen gleich fünfmal lustiger. Wenigstens war Ausflugorganisator Aleksander auf alles vorbereitet und hatte sogar ein Extrapaar trockene Socken dabei!

Verhängnisvoll: Natürlich haben wir zwei verpeilten Deutschen es nicht geschafft, hier nicht reinzufallen – und jeweils bis zur Hüfte nass zu werden – kalt wars schon, aber auch  gleich fünfmal lustiger (zumindest für den Rest der Gruppe ;)). Ausflugorganisator Aleksander war aber für alles vorbereitet und hatte sogar ein Extrapaar trockener Socken dabei!

Mit Samira war ich dann auch zum ersten Mal auf Saaremaa, der größten Insel Estlands, in der Hauptstadt Kuressaare. Dort haben wir im Hostel übernachtet und uns dann einen gemütlichen Tag gemacht und die alte Burg mit ihrem absolut lohnendem Museum zur estnischen Geschichte, Landeskunde und Kultur angeschaut.

Mit Samira war ich dann auch zum ersten Mal auf Saaremaa, der größten Insel Estlands, in der Hauptstadt Kuressaare. Dort haben wir im Hostel übernachtet und uns dann einen gemütlichen Tag gemacht und die alte Burg mit ihrem absolut lohnendem Museum zur estnischen Geschichte, Landeskunde und Kultur angeschaut.

Mein Fahrrad-Schulweg: Tallinn beinhaltet so ziemlich alles an Häuserstilen/-stils (?): die schnuckelige Altstadt, riesige sowjetische Plattenbauten, moderne Bürogebäude, halb verfallene Fabrikhallen und diese wunderschönen alten Holzhäuser.

Mein Fahrrad-Schulweg: Tallinn beinhaltet so ziemlich alles an Häuserstilen/-stils (?): die schnuckelige Altstadt, riesige sowjetische Plattenbauten, moderne Bürogebäude, halb verfallene Fabrikhallen und eben diese wunderschönen alten Holzhäuser.

Hier nochmal was aus der Schule: das Landesfinale des Wettbewerbs "Jugend debattiert international", eines Diskutierwettbewerbs für deutschlernende Schüler, mit 3 Teilnehmern vom TSG im Finale.

Hier nochmal was aus der Schule: das Landesfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert international“, eines Diskutierwettbewerbs für deutschlernende Schüler, mit 3 Teilnehmern vom TSG im Finale.

Ein weiterer Wettbewerb war "Lautstark", bei dem Schüler und Kindergartenkinder aus ganz Estland auf Deutsch sangen und musizierten. Hier sieht man die Teilnehmer unserer Schule mit ihrem "Ameisenlied"

Ein weiterer Wettbewerb war „Lautstark“, bei dem Schüler und Kindergartenkinder aus ganz Estland auf Deutsch sangen und musizierten. Hier sieht man die Teilnehmer unserer Schule mit ihrem „Ameisenlied“

Ein paar Eindrücke aus Vilnius, dort war ich vor einigen Wochen für ein Wochenende...

Ein paar Eindrücke aus Vilnius, dort war ich vor einigen Wochen für ein Wochenende…

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...zusammen mit Sophie, ebenfalls einer deutschen Freiwilligen, die hier an einer Sprachschule arbeitet, und zwei weiteren Freunden.

…zusammen mit Sophie, ebenfalls einer deutschen Freiwilligen, die hier an einer Sprachschule arbeitet, und zwei weiteren Freunden.

Endlich grün! Der Blick aus meinem Fenster vor kurzem. Erst vor einigen Wochen haben die Bäume hier angefangen, zu blühen und dann langsam Blätter zu bekommen. Mittlerweile ist es aber soweit und Estland wird mit jedem Tag schöner.

Endlich grün! Der Blick aus meinem Fenster vor kurzem. Erst vor einigen Wochen haben die Bäume hier angefangen, zu blühen und dann langsam Blätter zu bekommen. Mittlerweile ist es aber soweit und Estland wird mit jedem Tag schöner.

Sommersaison: Der Unterschied zwischen Tallinn im Winter und im Sommer ist, so wie ich es beobachtet habe, enorm. Nach dem Winterschlaf erwacht die Stadt förmlich, Menschen lächeln sich auf den Straßen zu, tragen plötzlich farbenfrohe Kleidung, sind den ganzen Tag draußen. In der Altstadt schieben sich zunehmend die Touristenmassen durch die Straßen, in ganz Estland finden plötzlich so viele Veranstaltungen statt, dass man sich gar nicht entscheiden kann. Hier sieht man ein paar Hütten des estnischen Freilichtmuseums. Seit kurzem ist auch dort richtig was los und man kann sich alle diese Häuser von innen ansehen.

Sommersaison: Der Unterschied zwischen Tallinn im Winter und im Sommer ist, so wie ich es beobachtet habe, enorm. Nach dem Winterschlaf erwacht die Stadt förmlich, Menschen lächeln sich auf den Straßen zu, tragen plötzlich farbenfrohe Kleidung, sind den ganzen Tag draußen. In der Altstadt schieben sich zunehmend die Touristenmassen durch die Straßen, in ganz Estland finden plötzlich so viele Veranstaltungen statt, dass man sich gar nicht entscheiden kann. Hier sieht man ein paar Hütten des estnischen Freilichtmuseums. Seit kurzem ist auch dort richtig was los und man kann sich alle diese Häuser von innen ansehen.

 

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Einmal Frühling und zurück

Wir hatten ja schon wirklich warme Tage hier in Estland. Wir haben schon mit Freunden draußen gepicknickt und mit dem Fahrrad eine wahnsinnig schöne Tour zu einer winzigen Insel gemacht. ich habe hier vor kurzem spontan auf den Vorschlag einer Freundin hin ein gebrauchtes Fahrrad übers Internet gekauft und bin mittlerweile superfroh darüber. Jedenfalls haben Edith und ich dann auf der kleinen Pedassaare-Insel vor ein paar Wochen mit einem gewagten morgendlichen Sprung ins Baltische Meer die Outdoor-Schwimmsaison eröffnet.
Dieses Wochenende war ich mit Sophie, einer weiteren Freiwilligen und Naveed, einem pakistanischen Freund zum ersten Mal in Litauen, in Vilnius, von dessen Schön- und Grünheit ich richtig überrascht war. Auch dort war es warm, wir konnten draußen sitzen und unser erstes Eisdieleneis (gibt es in Tallinn von dem, was ich gesehen habe, leider nicht wirklich) genießen, beide Tage Sonnenschein.
Und gestern, als ich gerade bei den Achtklässlern im Unterricht geholfen habe, fielen dann vor dem Fenster  nochmal dicke Schneeflocken. Soweit ich mich erinnere, mein allererster Maischnee. Trotzdem war es um 22.00 Uhr natürlich gerade erst am Dämmern. Die Kombination war für mich neu, Eesti machts möglich 🙂

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Nachtrag zu St. Petersburg

In der Stadt ist es noch halbdunkel, als ich mich mit der Hilfe eines ortskundigen jungen Mannes, der glücklicherweise weiß, wo ich lang muss, auf den Weg vom Busbahnhof zum Zentrum von St. Petersburg mache. Dort soll ich Charlotte treffen, die aus Riga bereits mit einem früheren Bus und auch noch an einem anderen Bahnhof angekommen ist. Schon die erste U-Bahnfahrt ist beeindruckend, zuerst geht es auf der Rolltreppe minutenlang hinunter, dann geht alles sehr schnell, einmal umsteigen und werden wir auf dem Nevsky-Prospekt ausgespuckt. Ein prunkvolles Gebäude reiht sich an das nächste, alles ist riesig und noch ziemlich verwirrend, trotzdem schaffen wir es nach einigem Herumirren, Charlotte im „Coffeeshop-Company“-Café zu treffen, die dort bereits seit einigen Stunden wartet.

Etwa so lief unsere Ankunft in St. Petersburg ab. Ende Januar, als wir bei mir in Tallinn gerade ungefähr den Höhepunkt des kurzen estnischen Winters dieses Jahres hatten. Nur eigentlich  noch ein bisschen komplzierter. Das Visum zu beantragen war teuer, aber überraschend einfach gewesen, die Reise selbst wurde umso abenteuerlicher und spannender.  Nach der endlich geglückten Ankunft hatten wir ein bisschen Zeit, um den prunkvollen Newski-Prospekt zu bewundern und trafen uns dann noch mit der Freiwilligen Merle, die dort an der Deutschen Schule arbeitete.

Abends kam dann die nächste ultimative Herausforderung, das Finden unseres Couchsurfing-Hosts – im Dunkeln, natürlich ohne entsprechenden Stadtplan und erst recht ohne Russischkenntnisse.  Nach 2,5 Stunden Suche schafften wir es doch und fielen dann abends müde, aber sehr erleichtert, bei unserem Host Alevtina  ins Gästebett.

Die nächsten Tage verliefen glücklicherweise bis auf unsere Erfahrungen mit Schwarztaxis oder dem Bestellen in Reataurants ohne englische Speisekarten etwas weniger chaotisch. Wir besichtigten die berühmte und absolut lohnende Eremitage,  eine beeindruckende Kombination aus berühmten Kunstwerken und den an sich schon sehenswerten Räumen drumherum. Unsere Couchhosts zeigten uns das Zentrum und den etwas außerhalb liegenden Katharinenpalast. Wir lernten eins der sogenannten „Zeitcafés“ kennen, in denen man für die dort verbrachte Zeit, nicht für Kaffee und Kuchen bezahlt, und stiegen auf die Kuppel der riesigen Isaakskathedrale.

Am Montagabend  vor meiner Rückreise war dann noch ein bisschen Trubel mit Umzug und Feuerwerk in der Stadt. Gefeiert wurde das Ende der Leningrader Blockade vor 70 Jahren, also das Ende der Belagerung St. Petersburgs durch die Deutsche Armee während des 2. Weltkriegs. Danch ging es nach Hause, per Bus zurück über die Grenze, durch die vier Passkontrollen und als ich dann um 3.45 Uhr nachts vor dem nächsten Arbeitstag nochmal für ein paar Stunden ins Bett fiel, war ich heilfroh, dese aufregende, anstrengende, aber doch wunderschöne Fahrt überstanden zu haben.

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Ok, ich nehm das jetzt einfach…

Wohnungssuche eesti keeles

Endlich umgezogen! Ich sitze auf dem Bett in meinem noch sehr unaufgeräumten neuen Zimmer, fühle mich hier soweit aber schon sehr wohl. An Schränken und Kommoden ist hier mehr vorhanden, als ich mit meinen aktuellen Besitztümern füllen kann, inklusive einem Nachttisch, mein Bett ist 30 cm breiter geworden, mein Weg zur Arbeit 15 min länger, mein Weg in die Stadt 2o min kürzer. In meinem Zimmer hat ein/-e Vormieter/-in ein Meer an gelben, grünen und schwarzen Papierschmetterlingen an der Wand hinterlassen, in meiner Küche gibt es jetzt ein Gefrierfach im Kühlschrank, einen fest installierten Backofen, einen Toaster und vor allem ein Fenster, in der Wohnung habe ich jetzt eine Waschmaschine, die nichts kostet, dafür Internet, für das ich bezahlen muss. Aber auch die Miete ist 50 Euro teurer geworden. Die Anzahl an Mitbewohnern hat sich verdreifacht, um in mein Zimmer zu kommen, brauche ich nur noch einen statt vier verschiedenen Schlüsseln, die Wohnung ist unaufgeräumter. Es hat sich also ein bisschen was verändert.

Vor gut einer Woche hat mein Kollege Michael mir geholfen, meine Sachen mit dem Auto aus dem Studentenwohnheim in Mustamäe in die neue Wohnung zu bringen. Diese habe ich über das Internet gefunden und die Suche war doch ziemlich anstrengend. Weil ich meinen Platz im TTU Dormitory sowieso nur bis Ende Juni hatte und so früher oder später sowieso rausgemusst hätte, fing ich im Dezember an, mich im Internet mal ein bisschen umzusehen. Nie hätte ich gedacht, dass Google-Übersetzer so nützlich sein kann. Irgendwann merkte ich, dass man hier, wenn man umziehen möchte, wirklich dranbleiben muss. Günstige Zimmer sind heiß begehrt und potenzielle Mieter, die ein Angebot sehen, rufen oft sofort an, sehen sich die Wohnung noch am gleichen oder am nächsten Tag an und unterschreiben den Vertrag sofort vor Ort. Mit meinem anfänglichen Mail-Schreiben kam ich überhaupt nicht weiter, mit Anrufen und dem Erproben meiner reichlic hbegrenzten Estnischkenntnisse am Telefon dann schließlich schon. Nach drei Zimmerbesichtigungen innerhalb von zwei Tagen musste ich mich dann sofort entscheiden, damit die Angebote nicht wieder weg waren. Und so habe ich dann ohne noch großartig darüber nachzudenken dieses Zimmer ine einer Vierzimmer-Altbauwohnung relativ im Zentrum genommen. Darüber bin ich jetzt richtig froh, auch wenn es teurer ist. Aber etwas zum gleichen Preis wie mein Dormitory-Zimmer zu bekommen, wäre auch fast unmöglich gewesen.

Ein bisschen komisch war es dann doch, als ich letzten Sonntag die restlichen Sachen zusammengepackt hatte, die Wohnung nochmal geputzt hatte und abends mein Zimmer mit seiner praktisch orientierten, simplen Einrichtung und der Neonröhre als Beleuchtung verließ. Genauso leer, wie ich es viereinhalb Monate vorher bei meiner Ankunft vorgefunden hatte. Ein bisschen ans Herz gewachsen ist mir mein Plattenviertel Mustamäe (wobei ich das ja dank meiner Arbeit auch so noch fast jeden Tag besuche) und mein kleines Zimmer doch. Auch der Abschied von meiner Mitbewohnerin war dann noch ein bisschen traurig, obwohl wir uns durch unsere völlig verschiedene Tagesrhythmen gar nicht so viel  zu Gesicht bekommen hatten und obwohl ich ja überhaupt nicht aus der Welt bin, aber in dem Moment hat es sich etwa so angefühlt.

Jetzt fühle ich mich hier aber richtig wohl, es ist viel einfacher, hier auch mal Besucher da zu haben, und gemütlicher ist es schon. Und ich merke, dass ich schon wieder eine ganze Menge geschrieben habe, vor allem von Charlottes und meiner Fahrt nach St. Petersburg und meinem Besuch mit anderen Freiwilligen in Tudulinna muss ich auch noch mal erzählen, aber das werde ich in einem anderen Beitrag machen. Und Fotos von meinem neuen  Zimmer kommen dann, sobald es sich in einem für die Öffentlichkeit verantwortbaren Auf- und Eingeräumtheitszustand befindet. (;

Bis dahin viele Grüße und noch ein schönes Wochenende euch!

 

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Frohes neues Jahr!

In einer Wahnsinnsgeschwindigkeit ist die Wiehnachts- und  Silvesterzeit wieder mal vorbeigerast. Das denke ich mir zwar eigentlich jedes Jahr, aber auf jeden Fall war sie dieses Mal doch ganz schön anders.

Während gerade die Vorweihnachtszeit in den letzten Jahren durch Klausuren bis zum letzten Tag vor den Ferien und im letzten Jahr auch die ersten Gedanken ans ominöse bevorstehende Abi geprägt waren, lief mein Schulalltag diesen Dezember sehr viel stressfreier ab. Ich hatte kaum anstrengende oder besonders zeitaufwendige Aufgaben und am TSG weihnachtete es sehr. Mit den 2.-Klässlern haben wir Plätzchen gebacken und Karten gebastelt, ich durfte einen Weihnachts-Schulausflug der 8.-Klässler mitbegleiten, worüber ich mich sehr gefreut habe und beim Klassenabend der 5. Klasse mitmachen, habe enen Adventskalender mit Beiträgen verschiedener Klassen aufgehängt, der huvijuht (der Eventmanagerin unserer Schule) beim Schmücken des Weihnachtsbaums in der Aula und einigen Oberstufenschülern beim Brötchenschmieren für deren Weihnachtsbaum geholfen. War also alles machbar – hier ein paar vorweihnachtliche Eindrücke:

beim Weihnachtskonzert der Schule in der Kaarli-Kirche am letzten Tag vor den Weihnachtsferien

beim Weihnachtskonzert der Schule in der Kaarli-Kirche am letzten Tag vor den Weihnachtsferien

Der Rathausplatz bei meinem ersten Besuch in Tartu Anfang Dezember

Der Rathausplatz bei meinem ersten Besuch in Tartu Anfang Dezember

Ohne Ausstechformen, Waage oder Messbecher, aber dennoch akzeptable Plätzchen aus meinem Studentenwohnheim

Plätzchen gehen auch ohne Messbecher, Waage oder Ausstechförmchen, man muss es nur wollen 😉 (in meinem schnuckeligen Wohnheim)

Schüler beim traditionell jedes Jahr vor Weihnachten am TSG stattfindenden Turnwettkampf

Mindestens einer pro Winter muss sein - mein erster Schneeengel, still und heimlich im Wald von Nõmme kreiert :D

Mindestens einer pro Winter muss sein – mein erster Schneeengel, still und heimlich im Wald von Nõmme kreiert 😀

Chaotisches aber schließlich erfolgreiches Plätzchenbacken mit Anneli, Katre und Klasse 2c.

Chaotisches aber schließlich erfolgreiches Plätzchenbacken mit Anneli, Katre und Klasse 2c.

Jeden Tag ein bisschen was auf Deutsch: Adventskalender mit Beiträgen verschiedener Klassenstufen

Jeden Tag ein bisschen was auf Deutsch: Adventskalender mit Beiträgen verschiedener Klassenstufen

Nun ist das "Aquarium" (deutsche Bibliothek, Kopierraum und Raum der Freiwilligen zugleich) seinem Namen gerecht: dank kreativer Arbeit der Klasse 4a

Nun ist das „Aquarium“ (deutsche Bibliothek, Kopierraum und Raum der Freiwilligen zugleich) seinem Namen gerecht: dank kreativer Arbeit mit der Klasse 4a 🙂

Schüler beim traditionell jedes Jahr vor Weihnachten am TSG stattfindenden Turnwettkampf.

Schüler beim traditionell jedes Jahr vor Weihnachten am TSG stattfindenden Turnwettkampf.

Weihnachten selbst verbrachte ich mit Freiwilligen in Elva, einem kleinen gemütlichen Städtchen im Süden Estlands. Die Feier gehörte war gerade dadurch superschön, dass alles improvisiert war und schließlich aber doch ziemlich weihnachtlich war. Wir durften unseren eigenen Weihnachtsbaum „fällen“, bastelten Weihnachtsschmuck aus ein paar Servietten und ein bisschen Geschenkpapier, kochten zusammen, sangen dann im kleinen Weihnachtsgottesdienst erstmals Weihnachtslieder auf Estnisch und verbrachten die Abende mit Werwolf-Spielen oder Black Stories. Für Schnee war es leider nicht kalt genug, stattdessen sind einige von uns am 24. morgens in den See nebenan gesprungen.

Unsere Christmas-in-Elva-volunteers-Gruppe am 24. Dezember

Unsere Christmas-in-Elva-volunteers-Gruppe am 24. Dezember

...und das gemütliche kleine Elva selbst

…und das gemütliche kleine Elva selbst

Danach war es Zeit für meinen ersten Besuch aus Deutschland. Meine Mutter und Schwester kamen für ein paar Tage und wir hatten auch ein paar superschöne und entspannte Tage zusammen in Tallinn, die ich sehr genossen habe.

Mit Mama und Simone im Kadriorg-Park...

Mit Mama und Simone im Kadriorg-Park…

...und auf dem Turm "Dicke Margarethe"

…und auf dem Turm „Dicke Margarethe“

 

Auf der Kulturmeile entlang der alten Hafengegend nördlich des Stadtteils Kalamaja

Auf der Kulturmeile entlang der alten Hafengegend nördlich des Stadtteils Kalamaja

Silvester war ich dann zusammen mit noch kw-Freiwilligen zu Besuch bei Charlotte in Riga. Wir durften ein spektakuläres Feuerwerk am Fluss dort (dessen Namen ich leider schon wieder vergessen habe) und die zweite Euro-Einführung unseres Lebens erleben – am 1.1.2014.

Soweit zu meinem Winter bisher, die Tage werden tatsächlich wieder länger, das ist mir gestern erstmals richtig aufgefallen, um 16 Uhr ist es nicht mehr stockdunkel und jetzt wo wir seit etwa einem Monat endlich wieder Schnee haben, ist es sowieso überall schön weiß und ein Stück heller. Bisher war dieser Winter hier angeblich der wärmste seit langer Zeit. Damit ist es nun wohl erstmal vorbei, zum Ende der Woche soll es nachts -20°C sein. Ich bin gespannt…!

Zum Abschluss noch ein Bild aus dem nun verschneiten Stockholm, da konnte ich letztes Wochenende mit Kollegen dank einem Wahnsinnsbilligangebot und einer Absage noch einmal hinfahren :)

Zum Abschluss noch ein Bild aus dem nun verschneiten Stockholm, da konnte ich letztes Wochenende mit Kollegen dank einem Wahnsinnsbilligangebot und einer Absage noch einmal hinfahren 🙂

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Von Adressenlisten und Bastelprojekten

Jetzt muss ich doch mal ein bisschen ausführlicher über mein Tallinna Saksa Gümnaasium und meine bisherige Arbeit dort schreiben, mir ist aufgefallen, dass die bis jetzt vor lauter Erzählen von Reisen oder Freizeitaktivitäten noch etwas zu kurz gekommen ist.

Also erstmal: Wie funktioniert das hier eigentlich als „Deutsche Schule“. Bis ich das richtig verstanden hatte, hat es auch erstmal ein bisschen gedauert, aber eigentlich ist es ziemlich einfach: Die Schule umfasst alle Klassenstufen, von der 1. bis 12. Ab der zweiten Klasse hat jeder Deutschunterricht bei estnischen Deutschlehrern, in der 6. Klasse kann man sich für die deutschsprachige Abteilung bewerben, einer Art bilingualen Zweig, in der dann die Fächer Mathe, Deutsch, Geschichte, Biologie, Chemie, Physik (ich hoffe ich habe jetzt nichts vergessen) auf Deutsch unterrichtet werden – von Kollegen aus Deutschland. Gut für die Schüler: die Lehrer können bzw. sprechen im Unterricht normalerweise kein Estnisch. Das Ganze endet dann in der 12. mit einem Doppelabschluss aus Abitur und estnischem Riigieksam. Wer nicht in die deutsche Abteilung wechselt, hat einfach nur normal weiterhin ein paar Stunden pro Woche Deutschunterricht.

Nii (estnisches „So“/“Also“/ Lieblingsfüllwort für jede Gelegenheit), dann zu meinen bisherigen Aufgaben. Was ich wirklich genieße, ist die Vielfalt an Aufgaben, die ich habe. Dazu gehören auch mal wirklich langweilige und dennoch zeitaufwendige Dinge, wie das Zusammenstellen einer einigermaßen strukturierten Adressenliste für die Weihnachtspost. Dafür darf ich aber auch ganz kreative Aufgaben übernehmen – und muss keine Noten geben 🙂

Ich habe einen eigenen Raum, das sogenannte „Aquarium“ (also eigentlich nur so halb, denn der ist gleichzeitig noch deutsche Bibliothek, Kopier- und Proberaum für die Band, aber trotzdem super). Für die Außenwand von dem Raum habe ich mit der 4a Unterwassertiere gebastelt. Mit der 7. Klasse machen wir gerade ein Miniprojekt zum Thema Glücksmomente. Ich hänge die Vertretungspläne aus, halte Vertretungsstunden. Einmal pro Woche bin ich in der 2. Klasse und übernehme da meist die komplette Stunde. Nicht immer ganz einfach, weil viele ja erst seit September Deutsch lernen und oft entsprechende Kommunikationsschwierigkeiten herrschen, aber sehr spannend und gerade diese Stunden bei den Grundschülern, die einen oft noch zum Abschied umarmen wollen, machen echt Spaß. Dann biete ich noch einmal pro Woche eine Konversations-Nachhilfegruppe für die 7.-8. Klasse an. Die ist leider nicht immer optimal besucht. Nach der Schule haben die Schüler hier oft noch ihr eigenes Hobby-Programm: selbst die Jüngsten treiben häufig schon mehrmals pro Woche ihren Sport, nehmen häufig an Wettkämpfen teil, haben Musikunterricht, die Oberstufenschüler arbeiten oft parallel.

Ansonsten helfe ich noch bei allem möglichen, was so anfällt, z.B. Veranstaltungen, wie dem Familientag. Am Donnerstag habe ich der Huvijuht, der Eventmanagerin der Schule, beim Lichterketten-in-den-Weihnachtsbaum-hängen geholfen und am Freitag war ich bei einem Mini-Schulausflug zu einer Nikolausveranstaltung für einige Grundschüler dabei Fand ich beides superschön, so langsam kommt hier in Tallinn wirklich Weihnachtsstimmung auf.

Soweit erstmal zum Einblick in mein jetziges Schulleben und euch allen noch eine wunderschöne Adventszeit (:

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Lumi und das ZWS

„Yaay lumi!“ posten einige der 8.-Klässler, die mich hier gleicht auf facebook hinzugefügt haben. „Lumi“ heißt „Schnee“ und davon hatten wir hier endlich das erste kleine bisschen, nur 2cm, aber gefreut habe ich mich trotzdem.

In den letzten zwei Wochen war wieder viel los. Wir hatten Zwischenseminar bei mir in Tallinn, gemeinsam mit den kulturweit-Freiwilligen aus Russland, Weißrussland, Lettland und Litauen. Ich hatte und habe deshalb viel Besuch, mit vereinten Tetriskünsten haben wir es geschafft, in der einen Nacht außer mir noch 4 weitere Leute in meinem 11m2-Zimmer unterzubringen. Es war eine supergute Zeit und gleichzeitig Anlass, selbst noch ein bisschen mehr Sehenswürdigkeiten meiner wunderschönen Stadt kennen zu lernen, zum Beispiel waren wir bei Kälte und im Halbdunkeln im Freilichtmuseum und auch endlich mal im Kunstmuseum KuMu, schon von außen beeindruckend groß und wirklich sehenswert.

Das ZWS selbst haben wir dann zuerst mal zu einem Teil auf der Fähre und in Stockholm verbracht. Das Beste an meiner ersten Fährfahrt mit Übernachtung war das Wahnsinnsbuffet morgens und abends =D Seminartechnisch liefen die kompletten 5 Tage sehr entspannt ab, mit wenig festen Programmpunkten oder Inhalten und dafür umso mehr Zeit, um sich mit den Anderen über die Arbeit, das Leben im Gastland oder kuriose Geschichten auszutauschen.

Stockholm hat mir auch sehr gut gefallen. Dort hatten wir nur etwa sieben Stunden Aufenthalt, weshalb ich mir noch kein besonders umfangreiches Bild von der Stadt machen konnte. Das Wetter war leider eben auch nicht mehr oder weniger, als das was man sich unter typischem Novemberwetter vorstellt.

Hier in Tallinn ist es zwar mittlerweile nochmal kälter und länger dunkel, als ich es bisher jemals vorher erlebt habe(vor zwei oder drei Wochen haben wir die Tage in Deutschland um Ende Dezember überholt, was die Tageshelligkeitskürze angeht) , aber jetzt, wo wir ein bisschen Schnee haben, ist alles gleich trockener und damit angenehmer als vorher, finde ich.

Bis morgen ist noch Svenja bei mir, die noch ihr Visum für Russland erneuern musste, danach werde ich mein Zimmer dann erstmals seit fast zwei Wochen wieder für mich alleine haben. Darauf freue ich mich schon ein bisschen, aber mittlerweile habe ich mich auch ziemlich an die viele Gesellschaft in meinem ruhigen Wohnheimzimmer mit der kleinen Küche gewöhnt und werde sie doch etwas vermissen denke ich. An dieser Stelle jedenfalls ein Dankeschön an meine ganzen Gäste für die wunderschöne Zeit, hab mich sehr gefreut und an Mika für das schöne Seminar. Fotos habe ich dieses Mal leider selbst kaum welche gemacht, aber ich hoffe, dass ich durch unsere Dropbox auch bald noch welche bekomme.

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Nädalalõpp Riias

Sonntag, 20.30 – ich sitze im Bus für die gut vierstündige Fahrt von Riga zurück nach Tallinn und dank Estland und seinem fast überall vorhandenem free wifi kann ich hier ziemlich komfortabel diesen Blogeintrag schreiben.

Ich war dieses Wochenende zum ersten Mal in Lettland, zu Besuch bei Charlotte, auch einer kulturweit-Freiwilligen in Riga. Nachdem ich am Freitag extra früh von der Arbeit gegangen war, um den Bus um 13.15 zu nehmen, war dieser plötzlich doch schon voll und so hieß es warten auf den nächsten… um 16 Uhr. Zunächst etwas angenervt habe ich die Zeit dann doch noch einigermaßen sinnvoll überbrückt, habe das schöne Wetter genutzt und bin über den keskturg, den Zentralmarkt Tallinns geschlendert, habe dort etwas extrem günstiges Obst erstanden und weiß jetzt immerhin endlich, wo das schon von außen beeindruckende Kunstmuseum KuMu ist, zum Reingehen hatte ich noch keine Zeit.

Mit der Fahrt lief dann letztendlich alles ziemlich gut. Schon im Bus musste ich bemerken, wie unfähig ich bnin, die russische und die lettische Sprache auseinander zu halten. Tatsächlich ist auch Letztrere praktisch gar nicht mit dem Estnischen verwandt, somit habe ich ein bisschen eher eine Ausrede. Charlotte holte mich in Riga dann vom Busbahnhof ab. Zum Abendessen waren noch drei Freundinnen von ihr da, die super gekocht hatten 🙂

Am nächsten Morgen ging es nach gemütlichem Frühstück los, die Stadt besichtigen. Wie in Tallinn und einigen anderen Städten wird auch in Riga einmal täglich eine kostenlose Stadtführung angeboten, an der wir teilnahmen, richtig empfehlenswert. Das Wetter spielte nachmittags leider nicht mehr so gut mit, sodass wir uns dann durchgefroren aus dem Regen zum späten Mittagessen in eins der lettischen „Lido“-Restaurants flüchteten. Wir nutzten den Tag dann aber trotzdem noch ziemlich gut, sahen uns einiges an und waren abends noch in einem klassischen Benefiz-Konzert in einer Kirche und danach im Kino im Film „About time“. Glück für uns: ausländische Filme werden hier normalerweise nicht synchronisiert, sodass wir ihn auf Englisch sogar verstehen konnten 😉

Am nächsten Tag sah das Wetter deutlich rosiger aus, weshalb die Stadtbesichtigung auch gleich zehnmal mehr Spaß machte. Da ich erst abends den Bus zurück nahm, blieb uns viel Zeit, auch hier über den beeindruckenden Markt zu gehen, das Okkupationsmuseum zu besuchen und die Tiger-Stores (beste Geschenkeladen-Kette überhaupt, kommt glaube ich aus Dänemark) der Stadt unsicher zu machen 😀  Vor allem aber bekam ich einige der berühmten Jugendstilhäuser der Stadt zu sehen und von der Dachterrasse eines Einkaufscenters aus dann auch noch einen superschönen Sonnenuntergang.

Am Abend bin ich dann jedenfalls erst ziemlich spät nach Hause gekommen und mir ist dort erstmal aufgefallen, dass ich vergessen hatte, meinen Wecker auf „aus“ zu stellen, weshalb dann anscheinend seit Samstag Morgen bei mir Radio lief, zwar nicht gerade bei voller Lautstärke, aber ich hoffe trotzdem, dass es meine Mitbewohnerin nicht aufgeweckt hat… Ich habe sie seither noch nicht gesehen, muss ich sie nachher mal fragen.

Also auf jeden Fall nochmal ein ganz liebes Dankeschön an Charlotte für die ultimative Herumführbetreuungsübernachtungsgelegenheit, in gut einer Woche sehe ich dann schon alle Baltikums- und GUS-Staaten-Leute hier in Tallinn beim Zwischenseminar 🙂

Das Schwarzhäupterhaus Rigas

Das Schwarzhäupterhaus Rigas

der verregnete Samstagnachmittag - oder Abend (um ca. 16 Uhr ?))

der verregnete Samstagnachmittag – oder Abend (um ca. 16 Uhr ?))

Riga bei Sonnenuntergang

Riga bei Sonnenuntergang

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