Moskau, Moskau, wirf die Gläser an die Wand!

Da ich hier aber sowieso nur eine Tasse habe, lasse ich das besser.
Frauentag sei Dank war ein langes Wochenende, das ich ganz feministisch mit Judith in Moskau verbrachte.

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„Guck mal wie ein russischer Passant!“

Die drei Nächte im Hostel mit Moskaus scheußlichster Farbkombination (lindgrün und milkalila) kosteten gefühlt genau so viel wie die Bananen in unserem Frühstücksmüsli. Lebensmittel sind in Moskau jedenfalls absurd teuer, andere Dinge für eine Weltstadt erstaunlich günstig.
Neben einer Freewalkingtour haben wir ganz seniorenmäßig Merians empfohlene Spaziergänge bei 2 Grad und Nieselregel gemacht. Dabei kamen wir auch an dem Ort vorbei, wo der Oppositionelle Boris Nemzow erschossen wurde.

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Außerdem sind wir mit der Ringbahn gefahren und bei jeder Station ausgestiegen, um die prunkvollen Metrostationen zu betrachten. Nach zwei Tagen meldete der Schrittzähler 60 000 Schritte.
Nebenbei haben wir sämtliche Russlandbeobachtungen, -erkenntnisse und -ereignisse aus dem letzten zwei Wochen ausgetauscht und es genossen, endlich wieder mal Deutsch sprechen zu können, ohne jedes pantomimisch umsetzbare Wort darzustellen.

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Darbietung eines professionellen Glöckners

Nicht gekauft und schwer bereut: Ein Magnet, links eine Steinklippe, Meer am Horizont, rechts wurde in Paint-Manier Putins Oberkörper draufgepappt. Darüber steht: Krim – nasch. Die Krim – unser. Auch wenn ein Kunstlehrer diese Frage nicht stellen darf: Was hat der der Künstler sich dabei gedacht? Ist das Trash oder Ernst?

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In der Nähe des roten Platzes steht ein ganzes Haus voller Maserati. Auf der anderen Seite scheint sich keiner darum zu bemühen, die Zeugnisse des Kommunismus zu entfernen, Hammer und Sichel sind überall. Wie kapitalistisch und kommunistisch kann eine Stadt zur selben Zeit sein?
Auch wenn man immer wieder gesagt bekommt: „Moskau ist nicht Russland“. In vielerlei Hinsicht ist Moskau ist die verdichtete Absurdität Russlands.

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Kein Schild weißt auf die Existenz des Busbahnhofs hin. Er befindet sich hinter einem verrosteten Eisentor in einem matschigen Hinterhof. Im Warteraum kann man auf Plastikstühlen die russische Version von X Factor schauen und sich der liebevollen Dekoration mit Lichterketten und Märchenaufklebern erfreuen.

Ein Gedanke zu „Moskau, Moskau, wirf die Gläser an die Wand!

  1. Den habe ich ja jetzt erst entdeckt. Genau richtig. Aber nur so kurz. Schade. Privat dann mehr. Крым наш!

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