
Haapsalu

Das Dorf schöne Dorf Käsmu im Lahemaa-Nationalpark








Schaukeln: Auf dem Land stößt man immer wieder auf große Holzschaukeln. Man schaukelt gemeinsam mit anderen, früher wurden ganze Abende auf den Schaukeln verbracht.


DAS kulturweit-Projekt
Endlich schaffe ich es, genaueres über das zu berichten, was mich ins Altenheim geführt hat.
Ich präsentiere: Mein langfristiges, nachhaltiges, gemeinnütziges und budgetloses “kulturweit Projekt”, welches jeder Freiwillige im Laufe des Jahres durchführen soll.
Durchgeführt habe ich es zusammen mit Isabel, die als EVS-Freiwillige in einem Altenheim in Tallinn arbeitet.
Wir entwickelten eine Unterrichtseinheit von 10 Stunden zum Thema “Alter”, inklusive Simulationsspielchen, Plakaten, Rollenspiele und Diskussionsrunden, um mit den Neuntklässlern das unbeliebte Thema in allen Dimensionen zu erkunden.
Sie sollten sensibilisiert werden für die Probleme, die im Alter auftauchen und über die Hintergründe des Verhaltens von Alten nachdenken. Warum sind viele alten Menschen schlecht gelaunt und schimpfen über die Jugend von heute? Warum hinken sie technisch und modisch 50 Jahre hinterher?
Die Schüler der 9. Klasse besuchen schon seit drei Jahren die deutsche Abteilung und können mittlerweile so gut Deutsch, dass sie auch über komplizierte Themen mit uns sprechen können.
Nach der 8. Stunde nahmen wir die Schüler in Kleingruppen mit ins Altenheim, wo sie einige Stunden mit den Alten verbrachten.
Insgesamt kann ich sagen: Alles lief gut – trotzdem bin ich froh, dass das Projekt jetzt fast vorbei ist. Zehn Schüler haben sich sogar für einen freiwilligen zweiten Altenheimbesuch gemeldet.







Bernhard war der “Liebling” der Schüler


Letzte Woche haben wir auch erfahren, dass es nächstes Jahr an meiner Schule leider keinen Freiwilligen mehr geben wird. Schade, denn ich hatte für meinen Nachfolger schon einiges vorbereitet.
Morgen habe ich das Glück, nochmal nach Helsinki zu kommen. Dort muss ich das Chemie-Abitur an der deutschen Schule für die Zweitkorrektur abholen. Da der DHL-Versand der Arbeiten mehr als doppelt so teuer wäre wie meine Fährtickets, komme ich nochmal gratis in die tolle Stadt.
viimane lumi
Die letzen Schneebilder kommen auf den Blog, obwohl ich mich eigentlich dagegen streube, jetzt noch Schneefotos auszusortieren. Das Wochenende verbrachte ich im schönen Viljandi und ließ bei sensationellen 15 Grad meine weiße Haut am Seeufer bräunen.
Ich hoffe, dass ich meinen “übers-Wetter-schreiben-Zwang” überwinde, aber den estnischen Winter überlebt man wirklich nur, indem man ein ausgeprägtes Interesse fürs Wetter entwickelt
Die Fotos sind in Paldiski aufgenommen, eine estnische Küstenstadt, die zu Sowjetzeiten aus dem Boden gestampft wurde.
Karla
sünnipäevalaps
“Täna sa oled sünnipäevalaps!” – “Morgen bist du das Geburtstagskind!” kündigte mir meine Estnischlehrerin und Kollegin am Tag vor meinem Geburtstag an.
Oh. Das hätte ich selbst fast vergessen. Geburtstage im Ausland sind mysteriös. Man hat keine Ahnung, was einen erwartet. Nicht der Erdbeerkuchen, das obligatisch gute Wetter von Zuhause und die Großteltern pünktlich um halb drei.
Vor der ersten Stunde bekam ich erstmal einen Blumenstrauß in die Hand gedrückt – Estland.
Es folgten Pralinen, Schokolade, ein paar Handschuhe und ein liebevoll ausgewähltes Radieschen aus der Vesperdose. Dazu mehrere Geburtstagsständchen auf Deutsch oder Estnisch oder beidem gemischt. Zehn mit Kleister und Zeitungsschnipseln beschmierte Hände von Klasse 3 wurden mir entgegengestreckt.
Mit meinen Geschenken bepackt ging ich nach Hause, wo ich schon bald die Kapazitäten von 16m² (inklusive Bad) testen durfte. Zum Glück war ich so klug, den zweiten Teil ins Stadtzentrum auszulagern ![]()
Alles in Allem hatte ich also einen schönen Tag!
õu, äi, aia
Ein paar aus dem Zusammenhang gerissene Fotos der letzten Zeit:

Anonyme Begrüßung im Kabuff-Ersatzklassenraum.
Hat was von PAD/goethe Institut Anzeige ![]()


Ich musste ziemlich lachen, als ich die Neuntklässler auf dem Hof beim Militärtraining sah. Und dann auch noch die Mützen… Der ehemalige Hauswirtschaftler der Schule ist vom Militär und ab und zu müssen die Schüler dran glauben.

Der Russischkurs in seiner einstigen Blütezeit. Die ursprüngliche Zielgruppe (= Menschen ohne Vorkentnisse, die nicht jeden Abend den Satz “Was ist in meinem Kührank?” wiederholen wollen) schrumpfte auf – mich eingeschlossen- zwei Teilnehmer. Wir befanden uns plötzlich in einer “Ich will mal zeigen, was ich auf Russisch kann” Gruppe mit durchschnittlichem Sprachniveau von B1. Da war bei mir als Quasi-Analphabet die Frustrationsgrenze irgendwann überschritten.

Estland ist definitiv ein Land der hässlichen Hunde.


























