Angeregt durch meinen Freund Carl möchte ich euch heute einen Einblick in die hiesige Spielkultur geben. Neben auch uns bekannten Spielen wie Fußball, Schach und Backgammon habe ich folgende beobachtet, von ihnen erzählt bekommen oder über sie gelesen:
Kinder spielen oft mit improvisierten “Zottelbällen” – ich glaube, sie werden Lampa genannt. Diese haben in etwa die Größe eines Haky Sack. Spielregeln nach Beobachtung: Der Ball wird in die Luft geworfen und anschließend möglichst oft hintereinander mit der Fußseite in die Luft gekickt. Um in Balance zu bleiben, strecken die Kinder dabei ihre Arme weit aus. Fällt der Ball zu Boden, ist das nächste Kind an der Reihe.
Auch ein Schattenspiel konnte ich beobachten: Die Kinder formen Schatten-Tiere und diese attackieren sich. Der erste Angreifer gewinnt. Es zählt also Schnelligkeit und Schattentier-Kenntnis.

Foto: RasoirJ, http://www.317am.net/2011/05/ras’s-web-gems-cowboys-in-kabul.html/buzkashi
Insbesondere an Navruz (persisches Neujahr) wird Buzkashi (persisch: buz = Ziege; kashi = herausnehmen) gespielt. Dieses ist ein Spiel nur für Männer. Es wird geritten. Eine tote Ziege ist im Spiel. Ziel? – Diese als erster über eine Linie zu schleifen. Buzkashi darf nur in Afghanistan und Tadschikistan gespielt werden. Meine Bekannte meint, es ermögliche, Geschichte lebendig zu erfahren. Und die Geschichte gibt es in unterschiedlichen Versionen: die Afghanen würden behaupten, es sei von den Paschtunen entwickelt worden; unter Tadschiken sei die Meinung verbreitet, der Ursprung läge in Tadschikistan, aber irgendwo hätte sie auch mal gelesen, dass das Spiel eigentlich aus der Mongolei stamme. Es ist jedenfalls gefährlich: für Reiter und Zuschauer und für die Ziege von Anfang an tödlich. Dennoch finden sich immer wieder Spieler und Zuschauer, ja, einige reisen sogar extra dafür an. Einen kleinen Beitrag dazu gibt es auf der Seite des GEO-Magazin.
Ein weiteres Spiel, dem ich sehr gern einmal beiwohnen würde, ist die Gedichte-Versammlung: eine Gruppe von Menschen, zum Beispiel zwei Familien, treffen sich. Ein Vertreter einer Gruppe sagt ein Gedicht auf, dann ein Vertreter der anderen Gruppe. Dabei muss das Folgegedicht immer mit dem Buchstaben anfangen, mit dem das letzte aufgehört hat. Dieses Spiel könne auf persisches Bildungsstreben zurückgeführt werden und ich kann mir vorstellen, dass man dabei schnell unter Anspannung gerät. Gleichzeitig birgt es einen spielerischen Anreiz, sich mit Literatur zu beschäftigen.

Hallo mein Sonnenschein,
kannst du mir einen bekannten tadschikischen Dichter nennen und gibt es eventuell sogar eine Übersetzung von tadschikischen Gedichten?
Lieben Gruß und Kuss aus Pankow
Maminka
Liebe Mamu,
schau mal hier: http://www.deutsche-liebeslyrik.de/rumi/rumi_r_s.htm.
Kuss
schöne Idee, das Gedichtespiel. hab ein schönes neujahr, oder weihnachten, oder wasauchimmer, das weiß man wohl nirgends so genau
hab dich lieb und freu mich, dich nächstes jahr wieder zu sehen.