Gedicht Wettbewerb, Pragfahrt, Zwischenseminar, Zagreb, Schüleraustausch, VW

Im November fand der alljährliche Gedicht Wettbewerb des Karpatendeutschen Vereins in Bratislava statt. Der Wettbewerb richtet sich an Schüler/innen der 1. bis zur 9. Klasse und es kann entweder ein Gedicht vorgetragen werden oder ein Prosastück. Alleine in meiner Schule beteiligten sich ca. 50 Kinder, weshalb wir eine „Schulrunde“ durchführten. Die Besten 6 Vorträge, manchmal sagten mehrere Kinder zusammen ein Gedicht auf, durften dann beim Wettbewerb der Karpatendeutschen zum Besten gegeben werden. Die Gedichte wurden hauptsächlich von den Lehrern ausgesucht oder manchmal auch von den Eltern. Auch ich habe für einen Schüler ein Gedicht ausgesucht. Er geht erst in die 1. Klasse und kann fließend deutsch sprechen. „Mein Schüler“ hat dann auch den 1. Preis geholt in der Kategorie „Gedicht“, obwohl er noch nicht lesen kann und das Gedicht innerhalb von 4 Tagen gelernt hat. Er hat mir noch Tage lang total stolz von seinem Erfolg erzählt. Insgesamt waren 3 unserer Schüler unter den Besten 6, eine gute Bilanz. Natürlich bekam jeder Schüler ein kleines Dankeschön: Schokolade und einen Ansteckbutton.

(Die Teilnehmer unserer Schule, Jury)

(Unser kleiner Sieger mit mir)

 

Ein par Tage später ging es für 3 Tage nach Prag auf „Lehrerfahrt“. Diese Fahrt findet traditionell jedes Jahr statt. Ziel ist meistens eine andere europäische Hauptstadt, wie in den letzten Jahren: Budapest, Paris, Rom… und diesmal Prag. Die Fahrt wird von Schulgeldern, worüber die Eltern verfügen, subventioniert. So haben mich die 3 Übernachtungen inklusive Hin- und Rückfahrt, Frühstück, 2 Burgführungen und einer Stadtführung nur 55 Euro gekostet. Ein sehr guter Preis. Die Teilnahme an der Fahrt war freiwillig. Es kamen ca. 60 reiselustige Lehrer/innen, pensionierte Lehrer/innen, Erzieher und Mitarbeiter der Küche mit. Für Viele ist es die einzige „Auslandreise“ des Jahres, oder generell die einzige Reise, da das Gehalt der Lehrer/innen bei ca. 600 Euro liegt und das der Erzieher, Küchenhilfen, Hausmeister… sogar noch darunter. Da keine Deutsch Lehrerin mitfuhr teilte ich mir das Zimmer mit einer Bio Lehrerin, die ich bisher nur vom sehen kannte. Es stellte sich heraus, dass sie nur 4 Jahre älter ist als ich und englisch spricht. Wir verstanden uns super und so verbrachte ich die kommenden 3 Tage mit ihr und 4 anderen Lehrerinnen und Erzieherinnen, denn das Programm war größtenteils frei wählbar. Am Anreisetag nahmen wir an einer Burgführung auf dem Hinweg teil und am folgenden Tag an einer Burgführung kombiniert mit einer Stadtführung in Prag. Alle Führungen waren auf tschechisch, für Slowaken kein Problem, handelt es sich doch ursprünglich um die gleiche Sprache. Ich verstand fast nichts, aber das war auch nicht schlimm, so gab es doch viel zu sehen und zu entdecken.

Die Prager Burg bildet das größte geschlossene Burgareal der Welt und liegt auf dem Berg Hradschin. Heute ist sie die Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik. Wir waren am 17. November dort, dem Nationalfeiertag des Kampfes für Freiheit und Demokratie in Tschechien und auch in der Slowakei. Im Jahr 1939 fanden an diesem Tag Studentenproteste  gegen die deutsche Besetzung der Tschechoslowakei statt. Auch ist der 50. Jahrestag im Jahr 1989, der Auslöser der samtenen Revolution. Samtene Revolution bezeichnet den politischen Systemwechsel der Tschechoslowakei vom Realsozialismus zur Demokratie im November und Dezember 1989. Der Begriff wurde gewählt, weil der Wechsel, der sich innerhalb weniger Wochen vollzog, weitgehend gewaltfrei erfolgte.

 

(Militärparade am Nationalfeiertag)

(Veitsdom auf der Pragerburg: Größtes Kirchengebäude Tschechiens)

(Aussicht vom Viewpoint auf die Stadt)

#prag #prague #praha #karlsbrücke #liebesschloss #lovelovelove
(Liebesschlösser am Ufer der Karlsbrücke)
 
Für mich ging es nach den 3 Tagen nicht zurück nach Bratislava, sondern direkt zum
Zwischenseminar in Ungarn. Dieses fand in Gardonie, in der Nähe von Budapest, statt.
.
Gardonie ist ein malerisches Örtchen, welches direkt am Valencer See liegt, dem 3. größten
natürlichen See Ungarns. Da wir am ersten Abend in Budapest das Musical „Fame“ besuchten,
kamen wir erst gegen 2 Uhr Nachts an. Zum Glück begann der folgende Tag für uns erst etwas
später und mit einem ausgiebigen Frühstück. Themen der kommenden Tage waren:
Antiziganismus (Diskriminierung von Sinti und Roma), Flüchtlinge in Europa,
unsere Freiwilligenprojekte, sowie der gemeinsame Erfahrungsaustausch des bisher Erlebten.
(Sonnenuntergang am See)
(Mansplanking)
(Kanal an unserem Haus
(Valencer See)
Aber auch nach diesen 5 Tagen ging es für mich noch nicht wieder nach Hause.
Ich und die meisten anderen Freiwilligen aus der Slowakei und Ungarn hatten beschlossen noch
für ein par Tage nach Zagreb (Kroatien) zu fahren. Wir nahmen an einer Freewalkingtour durch
die schöne Altstadt teil, besuchten den ersten Weihnachtsmarkt des Jahres und schauten uns
das „Museum of Broken Relationships“ an. Dort sind private Gegenstände ausgestellt:
Kleid, Kuscheltier, Beil… die das Ende einer Zwischenmenschlichen Beziehung symbolisieren.

 

 

(Wochenmarkt)

(In der Altstadt)

 

(Weihnachtsbeleuchtung in Zagreb, Silja und ich auf dem Weihnachtsmarkt)

 

Nachdem ich fast 2 Wochen in Tschechien, Ungarn und Kroatien unterwegs war kam ich mit mehreren Stunden Verspätung mit Marvin und Lorenz in Bratislava an. Mitten in der Nacht gegen 1 Uhr. Der Bus fuhr nicht mehr, ich hatte keine Euros mehr im Portemonnaie und die Bankautomaten befinden sich in der abgeschlossenen Wartehalle. Zum Glück wurde Marvin von seinem Gastvater abgeholt und dieser war so nett und fuhr den kleinen Umweg zu mir nach Hause. Nach diesem anstrengenden Trip bekam ich in der Schule großzügiger Weise  den Montag frei. Am Abend ging es dann zur Schulleiterin zum Abendessen, da gerade Schüleraustausch mit Schülern und Lehrern aus Koblenz war. Es gab lecker Raclette. Die kommende Woche war ich dann auch den ganzen Tag mit der Austauschgruppe unterwegs. Wir gingen bowlen, in eine Kletterhalle und besuchten das Ausbildungswerk und die Fertigungshallen von VW Bratislava. Ausbildungen sind in der Slowakei momentan in der Kritik, da sie nur schulisch ablaufen. Die Krankenschwester, der Maler, der Handwerker… besucht hier 3 Jahre eine Berufsschule ohne jemals einen Betrieb, ein Krankenhaus ect. von Innen gesehen zu haben. Die Ausbildungen sind hauptsächlich theoretisch ohne praktische Anwendungen. Zur Standortsicherung und Ausbildung qualifizierter Arbeitskräfte hat VW das Prinzip einer Dualen Ausbildung ins Leben gerufen. Damit sind sie die Einzigen in der gesamten Slowakei, bei denen die praktische und theoretische Ausbildung zeitgleich an einem Ort stattfindet

(Der reichgedeckte Abendbrottisch)

(Schülerinnen und Schüler beim Bowling)

 (Neu eröffnetes Ausbildungswerk)

 (Roboter)

Von den Fertigungshallen durften keine Bilder gemacht werden, aber auch wenn ich nicht wirklich Technik interessiert bin, war es doch beeindruckend die Fertigungsprozesse von Mensch und Roboter aus nächster Nähe betrachten zu dürfen. Abends gingen wir gemeinsam Essen. Da das Austauschprogramm aus EU Mitteln finanziert wurde, musste ich meine Pizza auch nicht selber bezahlen. Das war natürlich sehr praktisch 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Gedicht Wettbewerb, Pragfahrt, Zwischenseminar, Zagreb, Schüleraustausch, VW

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.