Besuch, Apfeltag, Geburtstag, traditionelles Entenessen

So langsam häufen sich die Anfragen meiner Freunde bezüglich eines neuen Blogg Eintrages von mir. Ich habe die letzten Wochen so viel erlebt, dass ich die Zeit zum schreiben einfach nicht gefunden habe. Für einen Blogg Eintrag brauche ich mehrere Stunden. Damit ich euch von möglichst vielen Erlebnissen in Bratislava und von meinen Reisen erzählen kann, werde ich versuchen mich jetzt etwas kürzer zu fassen. Mal schauen ob´s klappt 😛

In den letzten Wochen hatte ich gleich 3 mal lieben Besuch aus Deutschland. Zuerst schauten Gabi und Astrid (2 Ärztinnen) in Bratislava vorbei. Die Beiden arbeiten auf der gleichen Station wie ich, wenn ich nicht gerade in der Slowakei kleine Kinder bespaße. 2 Wochen später besuchte mich dann endlich meine Lieblingskollegin und Freundin Gina und letztes Wochenende kam dann noch meine Kollegin Ines vorbei. Alle 4 hatten scheinbar Angst, dass ich hier am verhungern bin und brachten mir gaaaaaanz viele Süßigkeiten mit 🙂 Vielen Dank nochmal dafür!!!

suess                                                                                 (Aber am Verhungern bin ich natürlich nicht. Das Gegenteil ist eher der Fall. So werde ich doch fast täglich mit Süßigkeiten und Kuchen bedacht von der Schulleiterin oder den Lehrerinnen … irgendwer hat halt immer Namenstag.)

Selbstverständlich bin ich mit Allen mehrfach durch die schöne Altstadt von Bratislava geschlendert.

img_20160915_120910_burst001_coverimg_20160915_121423_burst001_cover(Hlavné námestie (Hauptplatz) mit dem Maximiliansbrunnen)

Die Altstadt besteht hauptsächlich aus Cafés, Restaurants, Souvenirläden und Botschaften, wie wahrscheinlich jede Altstadt. Besonders für Bratislava sind verschiedene berühmte Bronzefiguren die überall im historischen Stadtkern verteilt sind. Auch mein Lieblingsladen, eine Bonbon Manufaktur, befindet sich dort. Für mich persönlich das Paradies. Es gibt Hand gemachte Bonbons in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen. Diese werden vor Ort, hinter einer großen Plexiglasscheibe, hergestellt. Man kann also dabei zu gucken und gratis einen Bonbon der Sorte probieren, die gerade hergestellt wird.

img_20160929_171951_burst002(Meine Lieblingssorte: Zitrone)

Mit allen Besuchern war ich natürlich auch an der schönen Donau spazieren und habe Bratislava Burg, ein War Zeichen Bratislavas angeschaut.

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(Gabi und Astrid an der Donau mit Blick auf die Ufo Brücke, welche die neueste und  bekannteste Donau Brücke ist in Bratislava.)

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(Burg Bratislava: Der Großteil brannte 1811 ab und wurde erst von 1953 bis 1968 neu aufgebaut. Wenige Mauern der alten Burg, welche aus dem 16. Jahrhundert stammt, sind erhalten geblieben.)

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(Ausblick von Burg Bratislava auf die Donau und Petržalka. Das ist ein Bezirk auf der anderen Seite der Donau. Dort leben 300 000 der 423 000 Einwohner Bratislavas. Damit ist er der Bezirk mit der höchsten Bevölkerungsdichte der Slowakei.)

Mit Gabi und Astrid war ich noch bei „Námestie slobody“. Das ist ein monumentaler Platz mit vielen Grünanlagen und dem größten Springbrunnen in der Stadt. Die eindrucksvolle Architektur der Gebäude um den Platz herum erinnert an die Zeiten des Kommunismus und erweckt Nostalgie.

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Auch das Kriegerdenkmal Slavin haben wir uns angeschaut. Es ist mit seinen 52 Metern das Größte Mitteleuropas und steht auf einem Berg mit dem Blick auf die Burg Bratislava und auch auf den Großteil der Stadt. 6845 Soldaten der Sowjetarmee fanden auf diesem militärischen Friedhof ihre letzte Ruhe. Alle kämpften für die Befreiung von Bratislava während der letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges. Die Stadt wurde schließlich im April 1945 befreit.

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Nach so vielen Besichtigungen muss man natürlich auch an sein leibliches Wohl denken. Und so fanden wir Drei eine schöne Weinbar, sowie den vermutlich besten Burger Laden in Bratislava. Der Burger schmeckte uns so gut, dass wir am nächsten Tag noch einmal dorthin gingen.

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Mit meiner Lieblings Gina war ich, bei schönstem Sonnenschein, bei der Burg Devin. Sie steht auf einem Felshügel über dem Zusammenfluss von Donau und March. Die Burg hat einen unregelmäßigen Grundriss, der dem Burgfelsen angepasst ist. Sie hat für die Slowaken eine wichtige identitätsgebende Bedeutung. In den alt-slawischen Ruinenresten sehen sie ihre Wurzeln als eine der slawischen Nationen, die aus dem Großmährischen Reich hervorging.

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Natürlich war Sightseeing nicht das Wichtigste bei Ginas Besuch. Denn es musste erstmal der wichtigste Klatsch und Tratsch der letzten Monate ausgetauscht werden. Selbstverständlich durfte auch eine kleine Shoppingtour, in einem der teilweise echt riesigen Shoppingcenter in Bratislava, nicht fehlen 🙂

Letztes Wochenende kam dann Ines vorbei. Da ich auf Grund einer fetten Angina etwas geschwächt war, ließen wir es langsam angehen und beschränkten unser Sightseeing hauptsächlich auf die Altstadt. Eine Woche zu vor hatte der Weihnachtsmarkt eröffnet. Er ist ziemlich große und abwechslungsreich, da über den gesamten historischen Stadtkern verteilt. Es gibt viele Handwerksstände, aber natürlich wie immer auch viele Fressbuden: Kartoffelpuffer, Eierkuchen und Kochwurst sind stark verbreitet.

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In der Schule bin ich jetzt des Öfteren im Kinderhort um mit den Kindern zu spielen und zu basteln, dass gefällt mir sehr.

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Jede Klasse sollte einen Drachen basteln. Diesen Drachen habe ich mit der Klasse 3 D gebastelt. Als die Kinder mich sahen, wollten sie unbedingt einen „Deutschen“ Drachen basteln und fragten mich nach den Farben der deutschen Nationalflagge. Sie ließen sich von dieser Idee partout nicht abbringen und so Schlug ich vor, das slowakische Wappen in die deutsche Flagge einzufügen. Die Kinder waren begeistert von dieser Idee und die Schulleiterin auch.

 

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Im Oktober war „Apfel Tag“ an meiner Schule. Solche Aktionstage gibt es hier ca. alle 2 bis 3 Wochen. Sie finden Nachmittags, nach dem regulären Unterricht statt. Die Kinder hatten verschiedene Sachen zum Thema „Apfel“ gebastelt und auch gebacken, welche sie im Foyer an die Eltern verkauft haben. Ich habe den Apfel Tag in der Klasse 2c verbracht. Wir haben Äpfel mit Nelken gespickt und auch einen Apfel aus Papier gebastelt. Fast jede Mutter hatte einen Apfelkuchen gebacken und so standen dann 20 Kinder vor mir Schlange und wollten, dass ich mir ein Stück von ihrem Kuchen nehme. Da ich an dem Tag schon 2 Stück Apfelkuchen gegessen hatte, konnte ich leider nicht von jedem Kuchen probieren, auch wenn ich einige Kinder dadurch etwas enttäuschen musste.

 

Ende Oktober hatte ich Geburtstag. Wie ich schon vorher erfahren habe, ist es in der Slowakei üblich seinen Namenstag mehr zu feiern als seinen Geburtstag. Ich habe dann gleich einmal geschaut wann mein Namenstag ist: Am 8. Mai, leider schon vorbei 😛  Meine Eltern hatten mir ein Paket geschickt, welches pünktlich an meinem Geburtstag ankam und Frau Warganova, meine Ansprechpartnerin und Schulleiterin, hatte mir einen traditionellen Mohnstrudel mit Kirschen gebacken, sowie Blumen und slowakische Schokolade besorgt. Abends ging ich mit Marvin (Kulturweitfreiwilliger) in einer Pizzeria essen.

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Mit den Lehrerinnen und Lehrern habe ich einen Tag später, beim traditionellen Entenessen der Lehrer, auf meinen Geburtstag angestoßen. Ich bekam nochmal slowakische Schokolade, eine kleine Topfpflanze und von Wolfgang das Buch „Der kleine Prinz“, selbstverständlich in slowakischer Sprache, geschenkt.

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Ente mit Rotkohl und Lokse. Lokse werden aus „gepressten“ Kartoffeln und Mehl zubereitet und dann „trocken“ gebraten. Später werden sie mit dem Fett der Ente übergossen. Oft sind sie mit Gänse oder Entenleber gefüllt.

 

 

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