Wandertag, 1. Einsatz als Schulkrankenschwester, Projekt

Letzte Woche war es endlich so weit: Mein 1. Wandertag stand an. Wohin genau es gehen sollte, dass wusste ich selber nicht so wirklich, nur dass wir morgens um 7 Uhr an der Schule losfahren würden. Am Tag vorher wurde ich deshalb von vielen Lehrerinnen angesprochen und mit guten Tipps bedacht: Zieh warme Schuhe und Kleidung an, nimm etwas zu trinken und zu essen mit, sei pünktlich…. Am folgenden Tag stand ich dann, wie immer putzmunter um 7 Uhr morgens, pünktlich in meinem Daunenmantel eingemummelt an der Schule. Aufgeregt stiegen die Schüler der 4 Dritten Klassen mit mir in den Reisebus. Es war nur 7 Grad kalt und regnete in Strömen. Ich begleitete die Klasse 3a, welche ich schon oft unterrichtet habe und ihre Klassenlehrerin, da diese keinen Erzieher hatten. (Sonst geht immer ein Erzieher/in und ein Lehrer/in pro Klasse mit.) Nach guten 2 Stunden Fahrt kamen wir in Kolárovo einer 10.000 Einwohnerstadt, welche am Zusammenfluss der Waag mit der Kleinen Donau auf der Großen Schüttinsel liegt an. Diese ist eine Flussinsel (bzw. Flussinselgruppe) zwischen der Donau, der Kleinen Donau und der Waag im Südwesten der Slowakei. Auf einer Länge von 84 km und mit einer Breite von 15 bis 30 km bildet die Donau hier ein Geflecht von zahlreichen Mäandern und Seitenarmen. Zwischen diesen Flussarmen liegen ca. 500, mehr oder weniger große, Inseln. Die Große Schüttinsel beginnt bei Bratislava und erstreckt sich über eine Fläche von 1.885 km². Wenn man sie als eine einzige Insel betrachtet, ist sie die größte Flussinsel Europas. Der Bus hielt am Eingang eines Naturschutzgebietes. Leider regnete es auch hier in Strömen, bei Temperaturen deutlich unter 10 Grad. Keine Woche zuvor hatte ich mich noch im Bikini bei 25 Grad und schönstem Sonnenschein am See gesonnt, aber heute wollte das Wetter einfach nicht mitspielen. Wir stellten uns erst einmal Alle unter einem bedachten, aber von allen Seiten offenen Picknickplatz unter und frühstückten. Nachdem wir gestärkt waren, jeder mal pipi war und jede/r Schüler/in seine Sachen eingepackt und die Mütze aufgesetzt hatte, ging es in eine alte Mühle. Dort war es zwar trocken und wärmer als draußen, aber auch nicht wirklich warm. Die Kinder lauschten aufmerksam einer Dame die Ihnen die Funktion der Mühle erklärte. Natürlich wollte jede/r Schüler/in das Mahlwerk dann einmal von innen sehen und natürlich wollte danach auch Jeder ein kleines Andenken: Postkarte, Schlüssel Anhänger, Kugelschreiber, Fingerhut ect. kaufen. Nach dieser guten Stunde war ich total durchgefroren und die kleinen Entdecker auch. Anstatt an fröhlichen Spielen teilzunehmen setzten wir uns dann alle dicht gedrängt in eine Holzhütte und wirklich jeder Schüler trank eine Kofola (koffeinhaltige Kräuterlimonade) und aß eine Tüte Chips. Es war ein ziemliches Durcheinander und dauerte eine Weile bis jeder versorgt war. Während die Kinder aßen bestellten die Lehrerinnen die Reisebusse zurück, weil es einfach zu nass war um irgendetwas draußen machen zu können. So fuhren wir um 11 Uhr 30 schon wieder nach Hause und blieben nicht wie geplant bis 15 Uhr. Es schien aber trotzdem Jeder Spaß gehabt zu haben, denn Niemand meckerte und als wir gingen hörte der Regen tatsächlich für 5 Minuten auf, so dass wir ein Gruppenfoto machen konnten.

img_20161006_113318_burst001_cover                                                                               Klasse 3a

img_20161006_091223_burst001_cover                                                                                    Das Wetter spielte leider nicht mit 🙁

img_20161006_093830_burst004                                                                                          Die Kinder lauschten aufmerksam dem Vortrag in der Mühle.

img_20161006_070742_burst002                                                                                                                              Die Sanitätstasche die ich als Schulkrankenschwester mitschleppen durfte.

Die nächsten Tage habe ich mit den Kindern einer 4. Klasse ein Projekt gemacht zum Thema „Die Top 100 Sehenswürdigkeiten“ in Deutschland. Da wir erst Nachmittags nach der Schule im Kinderhort gebastelt haben, musste ich erst später in der Schule sein. Dadurch verpasste ich auch meinen 1. Einsatz als Schulkrankenschwester, denn der Rettungswagen stand schon vor der Tür, als ich die Schule betrat. Eine Schülerin war im Unterricht umgekippt, da sie laut der Lehrerin zu wenig gegessen hatte, um dem Frauenbild welches alltäglich tausendfach im Fernsehen und in Modezeitschriften publiziert wird zu entsprechen. Die Schülerin hat eine völlig normal schlanke Figur. Zum Glück war es nicht so schlimm. Sie wurde von ihrer Mutter abgeholt und musste nicht ins Krankenhaus. 20 Minuten später, ich nippte gerade an meinem Krümelkaffee, wurde ich dann hektisch zur nächsten Hilfeleistung gerufen. (Krümelkaffee ist hier sehr beliebt, beliebter als Bohnenkaffee und dass, obwohl er nicht unbedingt günstiger ist. Im Supermarkt gibt es immer ein ganzes Regal voll davon mit bestimmt 20 Sorten. Ich teile diese Liebe nicht so ganz, und gehe deshalb  Nahmittags gerne zu Tchibo, wo mein Latte macchiato aus frisch aufgeschäumter Milch und frisch gemahlenen Espressobohnen zubereitet wird :)). Die schwere Tür, die das Foyer von den restlichen Schulräumlichkeiten trennt, war ins Schloss gefallen als die Großmutter eines Kindes noch ihren Finger drin hatte. Der Armen war das ziemlich unangenehm und sie betonte immer wieder, dass es nur ein kleiner Kratzer sei. Für einen kleinen Kratzer hat es aber ziemlich stark geblutet und es stellte sich dann bei genauem betrachten heraus, dass die Fingerkuppe fast komplett abgetrennt war. Ich machte ihr einen Druckverband und sagte ihr, sie solle das Malheure so schnelle wie möglich, im Krankenhaus versorgen lassen. Einen RTW wollte sie nicht und ein Taxi war zu teuer, sie wartete lieber auf ihre Tochter. Ich hoffe der Finger ist wieder „dran“ und der Dame geht es gut. Gott sei dank war es nicht der Finger eines 1. Klässler oder so, dieser wäre vermutlich ab gewesen. Es stellte sich dann nämlich heraus, dass die Tür kaputt war. Sie bremste nicht wie notwendig ab, sondern schlug innerhalb von Sekunden nach dem loslassen mit voller Wucht ins Schloss. Frau Warganova und ich brachten daraufhin mehrere Warnzettel an und stellten einen Tisch vor die offene Tür. Gefahr erstmal gebannt. Am Nachmittag bastelte ich dann mit 6 motivierten Kindern an unserem Projekt weiter. Wir bauten die Burg Hohenzollern und das Schloss Moritzburg nach, um damit an einem Wettbewerb der Deutschen Botschaft in Bratislava teilzunehmen. Also drückt uns bitte die Daumen, denn die 5 besten Projekte werden prämiert! Mir wurde dafür die Klasse der Kunstlehrerin zugeteilt, alles sehr nette und künstlerisch begabte Kinder, nur leider sprachen sie kein/kaum deutsch. Nach einer kurzen Kennlernphase hatten wir aber den Dreh raus, kommunizierten mit Händen und Füßen, auf englisch oder mit dem Google Übersetzer. Letzterer ist gar nicht so schlecht um schnell etwas nachzuschlagen.

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Wie ihr sicherlich erkannt habt ist das erste Schloss Moritzburg und das zweite die Burg Hohenzollern. Sie stehen in der Nähe von Dresden bzw. in der Nähe von Stuttgart und jetzt auch in Bratislava 😛 Bis auf das Krepppapier ist alles aus Recycling Material, wie zum Beispiel: Klopapier- und Küchenpapierrollen, Deckel von Schlagsahnesprühdosen, Medikamenten- oder Pralinenpackungen…

Seid ein par Tagen geht meine Heizung nicht. Bei den warmen Temperaturen bis 17 Grad gestern kein Problem, aber es soll kälter werden. Deshalb habe ich meiner Vermieterin bescheid gesagt, welche irgendeine Einstellung bei sich in der Wohnung verändern wollte. Es hat daraufhin laut gezischt und etwas Wasser ist ausgetreten. Dieses Mal war ich völlig relaxt und nicht zu Tode erschrocken, wie vor ein par Wochen als das Ganze schon mal passierte. Damals beim 1. Maligen einschalten der Heizung in diesem Herbst, als sämtliche Heizungen der Wohnung plötzlich laut zischten, dachte ich die Wohnung würde in die Luft fliegen, da ich nicht auf so etwas vorbereitet war. Naja, Hauptsache es wird jetzt wieder kuschelig warm.

 

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