Archiv für die Kategorie ‘Erlebt’

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Chinesisches Neujahrsfest in Hong Kong

25. Februar 2010

Jedes Jahr geht sie wieder los, die größte regelmäßige Massenbewegung. Wie ich schon schrieb, sind Weihnachten und Sylvester in China eher Feste für die westliche Minderheit, richtig gefeiert wird das Mondneujahrs- bzw. Frühlingsfest.

Schon Wochen vorher merkt man, dass irgendetwas los ist: Plötzlich hängen überall Girlanden, Blumenschmuck und Tigersticker und die Großmärkte haben ihr halbes Sortiment auf Süßwaren und Dekoration umgestellt. Wie in Deutschland an Weihnachten halt. Icon Wink in Chinesisches Neujahrsfest in Hong Kong

Besonders vier Dinge sind für die Dekoration wichtig:

  • Alles was irgendwie rot ist
  • Das Tier des kommenden Jahres (Tiger)
  • Kunstmandarinenbüsche (so sehen sie jedenfalls aus)
  • Pfirsichblüten

Auch westliche Firmen versuchen, finanziell von den Feierlichkeiten zu profitieren, so gibt es ein McDonalds New-Year-Menu und eine Esprit New-Year-Kollektion.

Da man das Fest traditionell mit seiner Familie verbringt, ist das Verkehrssystem zu keiner Zeit des Jahres so überlastet wie wenn Millionen Wanderarbeiter aus dem (Süd-)Osten in den Norden reisen, oft das einzige Mal im Jahr, dass sie ihre Familien sehen.

Mich hat ein Schulfreund zu seiner Familie nach Hong Kong eingeladen, wo ich eine Woche bleiben durfte.

Hong Kong ist eine interessante Stadt, weil sie durch die Verstreuung auf mehrere Inseln sehr aufgelockert wirkt, ganz anders als die Großstädte Festlandchinas. Außerdem ist man in einer halben Stunde mitten in grünen Bergen und fühlt sich weitab jeglicher Zivilisation, obwohl man gerade nur einen Steinwurf von einer Millionenstadt entfernt ist.An den Stränden kann man Tauchen und in den Bergen wandern – kein Wunder, dass sich hier viele Ausländer niederlassen, bei der hohen Lebensqualität! Da Hong Kong bis 1997 britische Kronkolonie war sprechen die meisten Bewohner außerdem englisch, was die Navigation für Ausländer stark erleichtert.

Zum Frühlingsfest gab es eine große Parade und ein fantastisches Feuerwerk, das ich aus einem Wohnzimmer mit perfektem Blick auf Hong Kongs Skyline genießen konnte.

Außerdem hat mich mein Freund sicher durch die Sehenswürdigkeiten Hong Kongs gelotst, u.a. den Peak (Gipfel von Hong Kong Island), das empfehlenswerte Museum of History, den Kupferbuddha auf Lantau Island usw.
Hong Kong unterscheidet sich stark von Festlandchina: Abgesehen von der Sprache (Kantonesisch und Englisch) und dem Regierungs- und Wirtschaftssystem habe ich die Menschen viel freundlicher, höflicher und moderner erlebt. Auch die Preise orientieren sich eher an den westlichen Staaten.

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Nachbereitungsseminar

25. Februar 2010

Am Werbellinsee. Im Winter.

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Zwischenseminar in Shanghai

25. Februar 2010

Mitte Januar war es dann auch für uns soweit: Das letzte aller Zwischenseminare fand in China, im Goethe Institut Shanghai statt.

Peu à peu tröpfelte unsere kleine Runde von sechs Leuten in Shanghai ein, wobei ein Freiwilliger bei Felix wohnte und der Rest in einer Jugendherberge.

Kompetent geteamt wurden wir von Ina und Nicole, mit denen zusammen wir auch ein umfangreiches Programm unter der Überschrift „Kulturaustausch“ erlebten.

Schnell machten wir unseren favorisierten Baoze-(schreibt man das so?) Dealer ausfindig, wobei insbesondere die Version mit Sesamfüllung sich hoher Beliebtheit erfreute.

Neben dem gegenseitigen Vorstellen unserer Arbeitsstellen standen Erfahrungsaustausch und gemeinsame Reflexion auf dem Programm. Außerdem ließen wir es uns nicht nehmen, gemeinsam einen Kochkurs und ein Kunstzentrum zu besuchen, im Tempel buddhistisch essen zu gehen und einen Kaffee über den Dächern Shanghais im Jin Mao Tower zu schlürfen.

Darüber hinaus erkundete man in kleiner Runde das shanghaier Nachtleben und was die Stadt sonst so zu bieten hat…Massagestudios (wobei hier manche überraschende Erfahrungen machten Icon Wink in Zwischenseminar in Shanghai ), Avatar im 3D-Kino und den Heiratsmarkt, auf dem wir sofort von interessierten Müttern umgeben waren, die uns nach unserem Alter fragten. Wir waren ihnen für ihre Töchter dann aber doch zu jung. Icon Biggrin in Zwischenseminar in Shanghai

Insgesamt ein absolut gelungenes Programm, so dass sich die lange Anreise gelohnt hat!

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Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha

23. Februar 2010

Heiligabend, 24. Dezember 2009. Meine Weihnachtsstimmung geht gegen Null und so besteige ich den Flieger von Guangzhou nach Bangkok mit Thai Airways, meiner neuen Lieblingsairline: So freundlich wurde ich noch nie vom Bordpersonal behandelt. “Hier fängt der Urlaub an…” stimmt hier absolut! Vergleichen lohnt sich, der Ticketpreis war genauso hoch wie der für Air Asia, das Ryanair von Asien. Aber ich will mich hier eigentlich nicht neureichenhaft darin ergehen, die Servicestandards verschiedener Fluggesellschaften gegeneinander auszuspielen.

Eine Art Concierge weist einem am Flughafenausgang ein Taxi zu und erklärt dem Taxifahrer, wo er einen hinzubringen hat. Falls er das nicht ordnungsgemäß tut, bekommt man gleich noch ein Beschwerdeformular in die Hand gedrückt, in dem bereits die Registrierungsnummer des Taxifahrers, das Datum, Ziel etc. eingetragen sind. Top organisiert!

Bangkok

Für etwa 8 € landete ich dann gegen Mitternacht in meinem Hotel, dem Thai Cozy House (EZ, AC 13€/Nacht, inkl. Frühstück), das um die Ecke der berühmt-berüchtigten Khao San Road, dem Rucksacktouristenzentrum, liegt. Man hat also alle Annehmlichkeiten in Sachen Verpflegungs- und Einkaufsangebot, kann aber trotzdem lärmfrei schlafen, auch wenn (oder weil?) es Fenster in den Zimmern anscheinend nur in der “Deluxe”-Version gibt.

2009 12 25-11 572-300x225 in Weihnachtsurlaub Thailand & KambodschaIch lernte die Tuk-Tuk-Fahrer hassen. Sie erklärten mir geschlossen, dass die Sehenswürdigkeiten, die ich mir herausgesucht hatte, heute wegen eines Feiertages nur Mönchen vorbehalten seien. Ob ich gestern denn nicht ferngesehen hätte? Nein, hatte ich natürlich nicht, und so glaubte ich ihnen, naiv wie ich wegen der Überfreundlichkeit war, die mit überall entgegenschlug und die einen angenehmen Gegensatz zu China bot.

2010 01 07-10 2927-225x300 in Weihnachtsurlaub Thailand & KambodschaStattdessen bot man mir an, mich zu vier anderen Attraktionen zu fahren, für nur 40 Baht (~80ct).  Ich willigte ein und landete so u.a. im Dusit Palast, den ich sonst nicht besucht hätte. So gesehen war es fast ein Glücksfall, denn der Palast birgt eine Sammlung an Kunstwerken der königlichen “Support Foundation”, die wirklich sehenswert sind. Dass man sich im Inneren des Museums mit einem unansehnlichen, zu kaufenden Wickelrock die kurzbehosten Beine verstecken muss, ist daher zu verschmerzen.  Am Rückweg schleppte mich mein Fahrer noch zu einem Anzugschneider, der mir massenhaft verschiedene Stoffe anlegte, so dass ich mir wie ein Senator in passender Toga vorkam. Immerhin kam ich wieder heraus, ohne dass ich etwas kaufte und deshalb erschlagen wurde und mein Fahrer bekam sein Benzin erstattet.  Ich war den Terz nun leid, verlangte ins Hotel zurück gefahren zu werden, wo mein Fahrer vorgab, kein Wechselgeld zu haben, und schließlich ohne Bezahlung wutentbrannt abfuhr. Puh.

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Gegen 17:00 Uhr war ich wieder in Bangkok und machte noch eine Klongfahrt: Klongs, das sind die vielen kleinen Kanäle, die durch Bangkok laufen und die den einzigen zuverlässigen Teil des Verkehrssystems bilden. Man kann entweder Touristenfahrten machen, was etwa 15€ kostet, oder man fährt einfach auf einem der regulären Verkehrsboote mit, das kostet weniger als 1/15 und ist obendrein noch unterhaltsamer! Vorsicht, am besten einen Platz ganz hinten suchen, weil gegen Sonne und Fahrtwind links und rechts Plastikplanen gespannt werden, so dass man nichts mehr sieht. Eine Klonghaltestelle in der Nähe der Khao-San-Road findet man in Nähe des Golden Mount, siehe hier. Als Belohnung gibts Einblicke in die bunten Wohnzimmer der Thais!

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Siem Reap

Viele Wege führen an die Grenze: Entweder per Zug (billig), per öffentlichem Bus (billig) oder per Touri-Minibus (450B). Ich habe natürlich letztere Variante gewählt und so 5h mit angezogenen Beinen am mittleren Beifahrersitz eines Minibusses verbracht (“We need a small person for the front chair. YOU!”). Man kann auch die Tour von Bangkok bis nach Siem Reap buchen, das kostet dann nur ein paar Euro mehr. MACHT DAS AUF KEINEN FALL !

Abgesehen davon, dass der Minibus die unkomfortabelste Variante ist, wird man mehrmals an “Raststationen” rausgeworfen, die wahrscheinlich ordentlich Provision an die Fahrer zahlen. An der letzten dieser Raststationen (einem kleinen Restaurant mitten im Nichts) hielten wir dann tatsächlich eine Stunde und das freundliche Minibuspersonal gab uns die Visumsantragsformulare für Kambodscha, man werde für unsere Gruppe zusammen die Visa beantragen, das ginge schneller. Die Visumsgebühr von 28 Dollar sollten wir einfach mit dem Antrag unserem Fahrer geben. Der freute sich wahrscheinlich über das ganze Geld, denn das Visum kostet nur 20 $. Da mir das ganze suspekt vorkam, weigerte ich mich also, diese Dienstleistung in Anspruch zu nehmen und mir wurde (ich vermute aus diesem Grund) bei meinem Versuch, endlich wieder in den Minibus einzusteigen, mitgeteilt, man hätte Gepäck zwischen den drei Bussen “aus Platzgründen” getauscht und jetzt sei kein Platz mehr für mich und meinen Koffer. Aber in einer Viertelstunde käme ein anderer Bus vorbei, der dann mich (und ein russisches Pärchen) mitnehmen würde. Nach einer Stunde Warten kam dann endlich der erwartete Bus und brachte uns an die Grenze, wo ich in den Schlangen vor der Ausreisekontrolle die anderen Teilnehmer der Gruppe wiedertraf, die inzwischen zu Wechselstuben gefahren worden waren, um ihre Baht in US-Dollar (der inoffiziellen Währung Kambodschas) zu tauschen. Immerhin diese Abzocke ist mir erspart geblieben.

Wer weiter mit dem Minibusunternehmen nach Siem Reap fährt, der wird dort (meistens) in der Dunkelheit vor irgendeinem Gästehaus rausgeworfen, in dem auch schon ein Zimmer gebucht ist, und man wird wohl meistens aus Erschöpfung und Müdigkeit dieses Angebot auch annehmen. Ein Russe, den ich in den Ruinen von Angkor Wat wiedertraf, hatte diesen Trip hinter sich und bezahlte für die ersten beiden Nächte in dem ihm “zugewiesenen” Gästehaus 25 USD, die nächsten Nächte nur noch 8. Ihr dürft raten, wohin das Geld floss!
Diese Tour hat als “Khao San Scam Bus” inzwischen unter Südostasien-Reisenden anscheinend traurige Berühmtheit erlangt, siehe hier.

Die Ausreise aus Thailand geht problemlos, danach gehts durch etwa 500m Niemandsland, in dem Kasinos und Hotels stehen. Inzwischen ist die Strecke asphaltiert, aber trotzdem fühlt man sich ins Mittelalter zurückversetzt, denn alle Warentransporte werden auf Holzkarren umgeladen und von Menschen über die Grenze geschoben, weil die Bürokratie für einen Fahrzeugtransport zu aufwendig ist. Damit die verschiedenen zwielichtigen Anbieter sich nicht gegenseitig die Kunden wegschnappen, bekommt jeder Gruppenreisende einen bunten Aufkleber, dessen Farbe das gebuchte Paket angibt. Wer also über die Grenze will, sollte sich irgendein Stück buntes Isolierband ans Hemd kleben; das schützt zuverlässig von Horden, die einem ihre Transportmittel verkaufen wollen.

Von der Einreise in Kambodscha hatte ich Horrorberichte im Internet gelesen, aber so schlimm war es dann doch nicht: Der das Visum ausstellende Polizist saß vor seinem Häuschen auf einem Tisch, seine Dienstmütze neben ihm und seine Füße auf einem Stuhl abgelegt. Über ihm hängt inzwischen ein großes Schild “Tourist Visa: 20 USD”, aber er verlangt natürlich trotzdem vom jedem 25 USD. Wer Dollar dabei hat, kann sein Visum mir nachdrücklichem Deuten auf das Schild trotzdem für 20 Dollar bekommen, ich hatte aber nur einen Schein 1000 thailändische Baht und bekam natürlich kein Wechselgeld. Ein kambodschanischer Grenzbeamte freut sich jetzt also über 10 $ in die eigene Tasche und ich gebe jedem den Hinweis, besser 20 $ passend dabei zu haben.
Wenn man überlegt, dass dieser Herr pro Tag etwa 100 Reisenden 5 $ abknöpft, dann verdient er in 4 Tagen so viel wie ein Khmer durchschnittlich pro Jahr (1900$). Es muss bestimmt einen unheimlichen Run auf diesen Posten geben…

Die Warteschlangen vor der folgenden Einreisekontrolle sind insofern praktisch, als dass sie recht kommunikativ sind. Immerhin haben nach dem Visa-Schwitzen alle ein Gesprächsthema und so lernte ich auch ein kanadisches Ehepaar kennen, das einen Verwandten besuchte, der für eine NGO in der Nähe von Siem Reap arbeitete. Er hatte für sie ein Taxi von der Grenze zur Stadt (für 30$) bestellt und sie fragten mich, ob ich es mit ihnen teilen wolle. Ich willigte natürlich ein, immerhin waren es deutlich weniger als die 45$, vor denen mein Reiseführer berichtete. Da aber die Kontrollen zu lange dauerten, war der Taxifahrer am vereinbarten Treffpunkt schon nicht mehr anzutreffen.
Der (fast ausschließlich touristische) Taxiverkehr zwischen Poipet und Siem Reap wird von einer staatlich genehmigten Taximafia kontrolliert, die einen Einheitspreis festschreibt, um – nach offizieller Aussage – die Kunden vor überteuerten Preisen zu schützen. In der Realität legitimiert sie diese eher. Als wir aus dem Grenztor traten und nicht direkt in die “kostenlosen Shuttlebusse zum Verkehrsterminal” stiegen, wurden wir sofort von einem Herren in Uniform gefragt, wo wir denn hingingen und dass wir den offiziellen Transportdienst zu nutzen hätten. Wir konnten ihn zum Glück abschütteln und nach kaum 20 Sek. hielten auch schon die ersten PKWs neben uns und boten uns die Fahrt nach Siem Reap an – für 30 USD und 100 Baht Bestechungsgeld, die sie dann auch direkt einem wie aus dem Nichts auftauchenden Polizeibeamten gaben. Immerhin hatten wir jetzt ein Taxi mit Klimaanlage, wenn auch ohne Geschwindigkeitsanzeige, aber man muss halt Prioritäten setzen. Auf der Fahrt schwor das kanadische Ehepaar, nach Bangkok zurück zu fliegen, wobei der Flughafen in Siem Reap ähnlich mafiöse Züge aufweist – er wird von genau einer Airline angeflogen.

Kurz vor der Stadt wurden wir in ein Tuktuk umgeladen und die Kanadier, die sich schließlich weigerten irgendeine finanzielle Beteiligung von mir für die Taxifahrt anzunehmen, wurden in ihr und ich in mein Hotel gefahren.

Ich nächtigte im Angkor Friendship Inn (13 USD inkl. Frühstück, Aircon, Pool), das noch ganz neu ist und von einem sehr freundlichen, gut englisch sprechenden älteren Herren geleitet wird. Den Abend bin ich durch die Stadt gebummelt, deren touristisches Zentrum wohl eher so groß wie ein Dorf ist, und habe Geld getauscht, zu Abend gegessen und was man halt sonst so tut.

Die folgenden zwei Tage habe ich mit dem Besichtigen der Tempelanlagen verbracht, wobei das Hotel Tuktuk-Fahrer vermittelt und mit ihm den Preis aushandelt. Da es schon genug Berichte darüber im Netz gibt, hier nur ein paar Fotoimpressionen.  Man wird für die anstrengende Anreise hoch belohnt! Zwei Tage reichen zum Besichtigen der Hauptattraktionen gerade so aus, drei Tage wären aber entspannter. Zur Entspannung bietet sich das “Seeing Hands” Massagestudio an, in dem man von Blinden durchgeknetet wird und diesen Menschen gleichzeitig ein finanzielles Überleben sichert. Auf der Rückreise habe ich einen Amerikaner kennengelernt, der sehr viele schöne Fotos aus Kambodscha in seinem Travellog hat.

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Nach drei Tagen gings dann zurück nach Thailand: Mit dem Touri-Bus (es gibt nichts anderes…) zur Grenze zurück (inkl. mehrmaligem Halten an Raststationen…), mit dem Tuktuk zur Aranyaprathet-Busstation, von dort mit dem öffentlichen Bus nach Chanthaburi und von dort nach Trat. Da der Bus morgens erst so spät losfuhr und so oft hielt, verpasste ich die letzte Fähre nach Ko Maak und stieg in Trat bereitwillig in dem Gästehaus ab, dessen Visitenkarte mir beim Verlassen der Busstation zugesteckt worden war. Entgegen meiner Erwartungen gibt es in Trat anscheinend nchts außer einem Nachtmarkt.

Ko Maak

Am nächsten Morgen gings dann per Songthaew nach Laem Ngob zum Hafen und mit dem Schnellboot nach Ko Maak, wo mich schon ein Angestellter des Hotels am Pier erwartete.

Nach dem eher anstrengenden ersten Teil wollte ich mir ein bisschen Erholung gönnen und mietete einen Bungalow direkt am Strand im Ao Kao White Sand Beach Resort, das eine absolute Empfehlung verdient! Ko Maak ist eine eher kleine Insel und zum Glück touristisch (noch) nicht vollkommen überlaufen. Es gibt keine Banana-Boats, keine Poolgymnastik und auch keine Abendanimation. Nur ein Hotelgebäude besitzt mehr als ein Stockwerk und der Hauptteil des Landes ist von Gummibaumwäldern bedeckt.

Ein Teil der Inselstraßen ist befestigt, es gibt ein paar Supermärkte, aber keine Geldautomaten etc. Man kann außer sich in der Sonne entspannen, baden gehen und das fantastischte thailändische Essen genießen kaum etwas machen. Was besseres konnte mir nicht passieren! Icon Wink in Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha
Den größten Teil meiner Zeit habe ich also beim Lesen in Hängematten oder beim Erkunden der Insel mit dem Fahrrad verbracht. Alles in allem eine sehr entspannende Zeit!

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Am Ende gings dann wieder nach Trat, von dort mit dem Bus nach Bangkok, wo ich noch eine Nacht blieb und mir den Königspalast anschaute.  Dann zurück nach Guangzhou, in die Kälte.

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Das Haus, das Verrückte macht

28. Januar 2010

Während man in Deutschland noch über eine “Exit-Strategie” für Afghanistan grübelt, muss ich langsam an meiner für China feilen. Als ersten Schritt habe ich gestern mein letztes Visum abgeholt.
Die Konzeption der Abteilung für Ein- und Ausreiseverwaltung des Städtischen Büros Guangzhou für Öffentliche Sicherheit ähnelt einem Kurzfilm aus vorchristlicher Zeit auf verblüffende Art. Dabei wollte ich gar nicht Rom erobern? Eine Vorbereitung für alle, die jemals ein Visum in China beantragen möchten.

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[Nachtrag] TV-Berichte Schüler-Uni

26. Januar 2010

(Jetzt mit funktionierenden Videos! Icon Smile in [Nachtrag] TV-Berichte Schüler-Uni )

Die Videos gibts auf http://blog.waldbach.net/2010/01/26/nachtrag-tv-berichte-schueler-uni !

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Schüler-Uni, Weihnachtsfeier und Plätzchen

24. Januar 2010

Nein, ich bin nicht tot, ich war nur länger nicht zu Hause!
Deshalb jetzt ein kurzer Dezember-Roundup!

Deutsch-Chinesische Schüler-Uni

Der Plan: 23 aus Deutschland importierte Schülerinnen und Schüler treffen auf etwa 80 chinesische Gegenparts, mit denen sie in Kleingruppen in Kontakt kommen und gemeinsam einen Tag “Schüler-Uni” zum Thema Klimawandel mit einem deutschen und einem chinesischen Professor durchleben.

Ich hatte mich wahnsinnigerweise dazu bereit erklärt, die Veranstaltung zu comoderieren. Dazu später mehr.

2009 12 05-14 553-300x168 in Schüler-Uni, Weihnachtsfeier und PlätzchenDas ganze fand in der Vortragshalle der Sun Yat-sen Uni statt und nach Begrüßungsworten des Uni-Repräsentanten, des dt. Generalkonsuls und der Leiterin des DAAD-ICs gings dann auch los. Der chinesische Professor begann und für die dt. Teilnehmer wurde simultanübersetzt. Danach stellten chinesische Studenten ihre Forschungsprojekte im Bereich Umweltschutz vor. Nach einer Pause (in der die vegetarischen Sandwiches viel zu schnell ausgegangen sind) kam ín etwa dasselbe Programm von der deutschen Seite. Am Ende folgte die Überreichung der Teilnahme-Diplome und ein gemeinsames Abendessen in der Uni-Mensa.

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Ich in actu

Was war nun also das Schwierige an der Moderation? Nun, sie erfolge zweisprachig, was bedeutete, ich konnte nicht einfach drauflosreden, sondern ich  “sollte” genau das gleiche wie meine chin. Moderationspartnerin sagen. Ergo haben wir den vollständigen Moderationstext vorher aufschreiben und jeweils in die andere Sprache übersetzen müssen. Das war ein Spaß! :-/
Aber es lief besser als gedacht! Icon Wink in Schüler-Uni, Weihnachtsfeier und Plätzchen

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Gruppenfoto

Weihnachtsfeier mit Germanistikstudenten

Es gab Glühwein, Lebkuchen, Stollen. Außerdem noch ein Geburtstagskind. Entsprechend angenehm. Für ihre Guangzhou verlassende Deutsch-Lektorin haben die Studierenden “Nehmt Abschied Brüder…” gelernt und vorgetragen.

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Bald danach bin ich in meinen verdienten Weihnachtsurlaub gestartet. Aber das ist eine andere Geschichte und soll in einem anderen Eintrag erzählt werden! Icon Smile in Schüler-Uni, Weihnachtsfeier und Plätzchen

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Es ist nie zu spaet…

4. Januar 2010

…um allen sehr verehrten Blogleserinnen und -lesern sowie allen Mitfreiwilligen in oder fuer Deutschland aus meinem verdienten Weihnachtsurlaub ein frohes, gesundes und allgemein erfuelltes neues Jahr zu wuenschen! Icon Smile in Es ist nie zu spaet...

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Freiwillig unter Palmen

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Macao: Zwischen Kasinos, Kirchen und Kantonesisch

22. Dezember 2009

Mit der Auflage, nach der Hälfte der Aufenthaltszeit China verlassen zu müssen, hat mir die Visabehörde einen schönen Kurzausflug in die “Região Administrativa Especial de Macau da República Popular da China” beschert.
1999 ging Macao aus der Hand der Portugiesen wieder zurück an China, nach dem (aus Hongkong bekannten) System “1 Staat – 2 Systeme”: Macao genießt Autonomie mit Ausnahme der Verteidigung und Außenpolitik. Damit war Macau war die erste und auch letzte europäische Kolonie in auf asiatischem Boden.

Als Deutscher kommt man ohne Visum nach Macao, man muss sich aber trotzdem in die langen Schlangen vor den Passkontrollen im überdimensionalen Grenzgebäude einreihen. Tritt man aus dem Gebäude, trifft man statt auf mediterranen Charme erstmal auf eine Wand grauer Betonplattenbauten und fragt sich, ob man jetzt wirklich schon “drüben” ist. Doch die konsequente zweisprachige Beschilderung (Chinesisch / Portugiesisch) und die Weihnachtskrippe hinter den Zollkontrollen geben Gewissheit: Hier ist zwar China, aber doch irgendwie anders!

Im Taxi wird – links eingestiegen, denn hier herrscht Linksverkehr. Dem Taxifahrer versucht klar zu machen, wo meine Hospederia ist: Englisch – nun ja, das war töricht. Portugisisch? Auch nicht. Mandarin? Fehlanzeige. Und jetzt? Wild auf die Karte gedeutet und tatsächlich hat er mich in die Nähe gebracht.
Und was lernen wir daraus? Der überragende Prozentsatz der Einwohner spricht nur Kantonesisch, wobei der Einfluss von Mandarin am Steigen ist, seitdem die chinesische Regierung es neben Portugisisch zur offiziellen Landessprache erklärt hat. Das besodere Macaista, ein portugiesischer Dialekt, wird nicht mal mehr von 1% der Bevölkerung gesprochen.

Macao ist einer der dichtbesiedelsten Orte der Welt: Auf 28 Km² leben etwa 560.000 Einwohner. Zum Vergleich Frankfurt: 250Km² Fläche und ca. 660.000 Einwohner. Das scheint den Einwohnern jedoch nicht zu schaden – Macao ist das Land mit der höchsten Lebenserwartung weltweit!

Das Stadtbild dominieren entweder alte, das ungeschulte Auge möchte sagen “hässliche” Wohnhäuser und moderne neue Hotels und Casinos – für letztere ist Macao berühmt und ihre Abgaben machen 25% der Staatseinnahmen aus.

Untergekommen bin ich in der Hospederia SanVa, die sehr schön in der Rua da Felicidade nahe der Hauptachse Avenida Almeida Rebeiro. Ein Bett kostet rekordverdächtige 10 HKD die Nacht, dafür berühren die Wände weder Boden noch Decke und die sanitären Anlagen teilt man mit den anderen Gästen. Für eine Nacht okay.

An den Touristeninformationen gibt es kostenlose Stadtkarten und auch einen Führer mit einem Rundgang zu den Weltkulturerben sowie ein Heft mit den Beschreibungen aller Kirchen in Macao. Wer mich kennt weiß, ahnt, was ich die restliche Zeit gemacht habe.

Der alte Spruch, man fände das traditionelle China einfacher außerhalb der Landesgrenzen, trifft hier mal wieder zu. Man kann durch viele kleine Gässchen lustwandeln, in denen sich kleine Handwerkerbetriebe und Konditoreien aneinanderreihen. Man muss aufpassen, nicht über die kleinen “Altäre” zu stolpern, die neben fast jeder Eingangstür das Einstecken von Räucherwaren erlauben. (Nein, keine Aschenbecher. Icon Biggrin in Macao: Zwischen Kasinos, Kirchen und Kantonesisch )

Es gibt noch einige Plätze und Prachtstraßen, die immernoch ihren mediterranen Charme ausstrahlen. Und nicht zu vergessen, die nicht wenigen Kirchen, die die Portugiesen gebaut haben. Am berühmtesten natürlich die Ruinen der ehemaligen Jesuitenkirche Sao Paulo, dem Wahrzeichen Macaos und der Platz Leal Senado. Seitdem die Chinesen Macao übernommen haben, heißt das Rathaus aber nicht mehr so wie der Platz, sondern “Instituto para os acuntos civicos e municipais” – Pekings Handschrift ist deutlich erkennbar!

Anonsten gibt es nicht viel zu berichten; ich habe Abends noch einen Abstecher ins Casino Lisboa gemacht, aber mein Geld für mich behalten. Zuzuschauen, wie angespannte Zocker und die jungen Gespielinnen alter Bonzen gemeinsam gegen den Zufall antreten, macht schon genug Spaß!

Wer auf Geschichte steht, dem empfehle ich einen Besuch des alten Protestantischen Friedhofs der East India Company, auf dem man unter alten Bäumen zwischen den Geschichten von Menschen einer scheinbar unendlich fernen Zeit entlanggehen kann.
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Guilin, Yangshuo, Xingping

16. Dezember 2009

Ein kleiner Reisebericht.

Die vorletzte Woche habe ich genutzt, um meine angesammelten Überstunden abzufeiern und bin eine Woche in die Karstberg-Gegend rund um Guilin gefahren. Eine kurze Zusammenfassung:

Guilin

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Blick auf Guilin

Freitag. Obwohl die Stadt von der Einwohnerzahl etwa so groß wie Frankfurt a.M. ist, fühlt sie sich an wie eine Mischung aus Kilimanjaro-Basislager und englischer Touristenhölle im Mittelmeerraum: Es gibt Läden aller großen Sportmarken, importiertes Paulaner und westliches Frühstück, aber trotzdem bleibt hier keiner länger als nötig. Alle sind entweder auf dem Weg in den Süden oder kommen gerade von dort zurück. Kurzum: die Stadt ist sehr touristisch, aber manchmal tut das auch ganz gut…

Ich bin zusammen mit einem Austauschstudenten (Ka Yue) aus Hongkong per Flugzeug angereist, da wir superbillige Tickets bekommen haben. Travelzen ist mein Tipp für Flugticketkauf in China: Man kann problemlos auch mit ausländischen Kreditkarten ohne Extragebühren und Extraautentifizierung bestellen.

Gelandet, für 20Y mit dem Airport-Shuttlebus in die Stadt. Einen der schon wartenden Taxifahrer auf 5Y heruntergehandelt und zum Hostel gefahren. Wir haben im Backstreet Youth Hostel genächtigt (DZ für Hostelling International Mitglieder: 90Y). Die Zimmer sind recht kahl, aber sauber mit Air Condition (inkl. Heizfunktion) und das Hostel hat eine superzentrale Lage, direkt neben der Haupteinkaufsstraße und wenige Gehminuten von den Pagoden und dem Central Plaza entfernt.
Das Personal sprach sehr gutes Englisch und half bei Fragen freundlich weiter. Die Provision von 40Y beim Kauf von Zugfahrkarten ist allerdings happig! In der genannten Haupteinkaufsstraße gibt es eine Reihe westlicher und chinesischer Restaurants, wo wir dann auch mittaggegessen haben.

Das Hostel bietet ab 4 Teilnehmern einen kostenlosen Transfer in einem Jeep zum Solitary Beauty Peak und der Reedflute-Cave. Zum Glück haben sich noch eine deutsche Dame und ein Chinese, der in Kanada studiert, für die Tour gemeldet, so dass wir gegen 14:00 aufbrechen konnten.
Irgendein Fürst hat um den Solitary Peak eine Hofanlage bauen lassen, die man besichtigen kann, und danach erklimmt man auf Stufen – ähnlich wie bei der Großen Mauer – den Berg. Von oben hat man einen sehr schönen Blick auf die Stadt und das bergige Umland – es scheint, als würden die Häuser ein Meer bilden, aus dem die Karstberge herausschauen.

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Höhlenkinder

Danach gings weiter zur Reedflute-Cave - dem Touristenmagnet der Region! Ausgestiegen bemerken wir, dass die Hinweisschilder auch auf deutsch beschriftet sind – kein gutes Zeichen! Nachdem wir unverschämte 90Y Eintritt bezahlt haben treffen wir dann auch am Höhleneingang auf die erwarteten Touristengruppenhorden. Auf einer Leuchttafel rollen die Namen der Berühmtheiten vorbei, die vor uns schon hier waren: Nixon, Carter, von Weizsäcker…und 60 andere Staatsoberhäupter.

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Höhlensee

Man steht an und wird gruppenweise abgefertigt, so dass wir nach etwa 20 Min. mit 30 anderen Touristen unter Leitung einer chin. Reiseführerin endlich hineindurften. Das besondere an der Höhle ist nicht nur ihre Größe, sondern auch die bunte Beleuchtung, die allerdings (Kritiker warnen!) den Mooswuchs stimuliert und so zum Verfall beiträgt. Ob die Höhle ohne die grellbunte Beleuchtung nicht schöner aussähe, wage ich nicht zu beurteilen, ich habe mich allerdings wirklich ein bisschen wie im Europapark gefühlt; alles wirkte so unecht.
Abends sind wir dann noch zu viert essen gegangen und haben uns die hell erleuchteten Pagoden angeschaut.

Yangshuo

Samstag. Vom Busbahnhof Guilin fahren alle 15 Min. Busse nach Yangshuo; wie man als Ausländer an eine Fahrkarte kommt, ist mir aber ein Rätsel. Die komplette Abfertigung, die Hinweisschilder, die Preislisten: Alles gibts nur auf chinesisch. Ich war wirklich sehr froh, einen fast-Muttersprachler dabeizuhaben!
Man fährt auf breiten Straßen, auf denen sich auch mal drei Fahrzeuge gleichzeitig überholen können, ohne dass das den Gegenverkehr in Verlegenheit bringt.
Am Busbahnhof Yangshuo wurden wir sofort von Hotel- und Restaurantwerbern umringt (ich war der einzige erkennbare Ausländer im Bus und damit anscheinend ein lukratives Opfer). Wir riefen in unserm Hotel an und wurden zu Fuß abgeholt, weniger als 10 Gehminuten. Wir schliefen 3 Nächte (à 80Y) im West Lily Hotel, das entwas abseits des Stadtzentrums mit der sehr (sehr!) touristischen West Street liegt, was aber aufgrund der “Größe” Yangshuos kein Problem ist. Die Besitzerin des Hotels ist superfreundlich und hat uns sofort mit Tipps überschüttet. Sie bietet auch Chinesisch-Kochkurse, Tai-Chi- Kurse und Einführungen in chinesische Brettspiele an! Icon Wink in Guilin, Yangshuo, Xingping

Wir haben nach dem Checkin den nahen Man Hill bestiegen, um uns einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Oben trafen wir einen Neuseeländer, der mit zwei Chinesen unterwegs war. Die drei waren auch neu in der Stadt und so sind wir danach zusammen durch die West Street gebummelt und haben uns das angeschaut, was Yangshuo so an Attraktionen hat. Abends waren Ka Yue (mein Kompagnon) und ich dann zusammen im Pure Lotus Vegetarian Restaurant essen – wie immer, wenn ich in China buddhistisch essen war – phantastisch!

Sonntag. Am nächsten Tag haben wir dann das gemacht, was man in Yangshuo klassisch macht: Man mietet sich ein Fahrrad und erkundet die Gegend! Unser Hotel bot Räder ab 5Y/Tag, ich hab mir die Luxusversion für 15Y geleistet, weil sie mir vertrauenswürdiger schien…ich wollte nicht riskieren, in der Einöde liegen zu bleiben. Außerdem hatte sie Gangschaltung. Icon Wink in Guilin, Yangshuo, Xingping
Nachdem ich ein chinesisches Frühstück (Guiliner Nudeln) zur Hälfte in mich hineingewürgt  hatte gings also ab in Richtung Moon Hill, einem Berg, mit einem runden Loch in der Mitte, von dem er seinen Namen hat. Leider konnten wir keine ordentlichen Landkarten der Umgebung auftreiben, so dass wir der staubigen Landstraße folgen mussten. Unterwegs lachte sich mein Kumpane eine Reiseleiterin auf einem Moped an, die versprach, uns billiger in alle Attraktionen auf dem Weg zu bringen. Ich war skeptisch, er sagte zu, und so folgte sie uns den Rest des Tages wie ein Schatten.

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Butterfly Cave Eingang…wie Indiana Jones

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Butterfly Cave

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Landschaft um Yangshuo

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Am Li Fluss

Auf ihr Drängen gings zuerst in die Butterfly Cave, die man hochoben auf der Rückseite des Berges verlässt und durch einen kleinen Garten hinuntersteigt, an dessen Ende ein Schmetterlingshaus wartet, in dem aber zu der Jahreszeit nichts Flatterndes zu finden war. Oben am Berg ist mir erstmal wieder meine Frühstücks-Nudelsuppe hochgekommen; an chinesisches Frühstück kann ich mich einfach nicht gewöhnen…

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Big Banyan Tree

Als nächstes sind wir zum Big Banyan Tree, einem Baum, der angeblich tausende Jahre alt ist und ebenso angeblich besonders beeindruckend. Um den Baum herum haben sie einen Garten angelegt. Es gibt auch noch eine der vielen “Minderheiten”, die dort Führungen durch ein mehr schlecht als recht restauriertes Dorf anbieten. Ganz ehrlich: weder Baum noch Park und Dorf sind den Eintritt wert.

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Wir vor dem Mondberg

Etwas später ist man in Sichtweite des Moon Hills, wo wir uns in einem der vielen Restaurants mit Namen wie “Moon Inn”, “Moon Paradise”, “Moon Cafe” niederließen und ich versuchte, mit Pfefferminztee meinen Magen zu beruhigen.

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Drachenhöhle

Eigentlich wollte uns unsere Reiseführerin zur Silvercave schleppen, aber da wir schon zu spät dran waren, gings in die Dragoncave: Man fährt abwechselnd mit dem Boot, abwechseln läuft man. Ansonsten ist es sehr ähnlich wie die Reedflute-Cave, inklusive grellbunter Beleuchtung.

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Zur Höhle gehöriger Drache

Zurück im Hotel fiel ich in mein Bett und weigerte mich, es wieder zu verlassen.

Ich ließ mir aber von Ka Yue ein paar Bananen mitbringen und schlief mit zwei davon im Magen und der Hoffnung, dass meine Übelkeit bald verschwände, ein.

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Flussüberquerung via Bambusboot

Montag. Auf dem Programm stand wieder Fahrradfahren, diesmal zur Dragonbridge, den Ylong-Fluss hinauf. Wir frühstückten in einem der vielen Cafés in Yangshuo und ich gönnte mir ein”European Western Breakfast” (Es ist unglaublich wie man Toasts verhunzen kann!). Danach verfuhren wir uns erstmal ordentlich in der “Stadt”, was wohl aufgrund der Größe ziemlich peinlich, aber doch möglich ist! Ein älterer chinesischer Herr (auch auf dem Fahrrad) bot uns an, wir könnten ihm folgen, er fahre den schnellsten Weg ins unserem Ziel nahegelegene Dorf. Seine Route führte entlang einer staubigen, lauten und vollen Landstraße, so dass ich meinen Begleiter nach kurzer Zeit davon überzeugen konnte, dass es besser wäre, umzudrehen und den schwammigen Anweisungen des Lonely Planet zu folgen.
Gesagt – getan! Mitten in unseren Weg hatte man ein neues Touristenressort gebaut, um das man aber herumfahren konnte und die vielen Fahrradspuren am Boden gaben uns Hoffnung, dass wir richtig sind. So fuhren wir entlang kleiner Pfade, durch Felder und schmale Dorfstraßen, teilweise entlang neu-asphaltierter Wege (auf denen uns riesige Luxus-Reisebusse entgegen kamen, nirgendwo hat man seine Ruhe!), immer grob den Fluß hinauf, manchmal auch per Bambusfloß hinüber, umgeben von der einzigartigen Karstberglandschaft. Es gibt wohl unendlich viele Wege, die alle parallel zum Fluß laufen, und unserer führte uns glücklicherweise genau zu unserem Ziel! Unterwegs lernten wir noch zwei Mädels aus Israel kennen, die auch zu der Brücke unterwechs waren.

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Der Weg ist das Ziel…

Bei der Route stimmt ganz klar der Spruch “Der Weg ist das Ziel”, denn die Brücke selber ist nicht sooo beeindruckend. Wir trafen auf einige andere Touristen aus Schottland, Amerika und Hongkong und beschlossen zusammen, dass der geforderte Preis für die Rückfahrt nach Yangshuo mit einem Bambusboot viel zu hoch sei. Also machten wir uns alle zusammen auf den Weg zurück, diesmal auf der anderen Flussseite. Dass wir doch noch gesund in Yangshuo ankamen darf wohl als Geschenk des Himmels betrachtet werden, eigentlich war es ziemlich verrückt, denn wir waren viel zu spät dran und es wurde schon dunkel. Aber dank der Sprachkenntnisse der Dame aus Hongkong und meines Begleiters konnten uns die Bewohner unterwechs einige Abkürzungen zeigen, auch wenn sie sich nicht selten gegenseitig widersprachen… (Zitat der Dame: “Ask the next person we meet. These people did not look trustworthy and spoke some weird local accent…”)

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Drachenbrücke am Ylong-Fluss

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Blick von der Brücke

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Bambooo Bambooo

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Postkartenszenen

Belont wurden wir für unseren Mut (oder Dummheit) mit wunderschönen Blicken über das Tal, in dem gerade der Abendnebel aufstieg…sehr mystisch! Außerdem schien die Dorfschule gerade Schluss gemacht zu haben, als wir vorbeifuhren, auf jeden Fall waren wir plötzlich von einer Traube von Kindern im Grundschulalter umgeben, die alle fröhlich “Hallo! How are you! What is your Name?” schrien und damit mehr Englisch sprachen, als die meisten Angestellten in den Tourimusbrennpunkten. Seltsames Land…

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Abendnebel über dem Ylong-Tal

Irgendwann kamen wir dann endlich doch endlich wieder in Yangshuo an und gingen noch mit dem jungen Amerikanisch (Er: New York)-Hongkonger (Sie) Ehepaar abendessen: Man bestellte die lokale Spezialität Fisch in Biersoße, und ich gab mich mit einer vegetarischen Alternative zufrieden. Am Ende luden die beiden uns sogar noch ein – sehr nett!

Xingping

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Glasklares Wasser

Dienstag. Ausgecheckt und mit dem Bus nach Xingping gefahren, wo die Landschaft “even more breathtaking!” sein soll. Nun, der Reiseführer sollte recht behalten. Wir kamen im This Old Place Hostel unter (DZ 90Y für HI- Mitglieder, ohne Flussblick), wohl der teuersten Unterkunft im Dorf, wie uns berichtet wurde. Aber eben auch der einzigen mit englischer Website und englischsprachigem Personal, außerdem supergemütlich eingerichtet innen und mit Holzkohle-Pizzaofen.

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20 Yuan Schein. Und wir mittendrin.

Wir haben uns einer der laut keifenden Bambusboot-Vermarkterinnen anvertraut, die uns für insg. 150Y auf einem kleinen Bambusboot mit Dieselmotor flussaufwärts nach Yangdi fuhr. Der Li-Fluss verbindet Guilin, Yangdi, Xingping und Yangshuo und die überteuerten Touristendampfer fahren die klassische Strecke von Guilin nach Yangshuo, wobei das Stück zwischen Yangdi und Xingping als das landschaftlich schönste gilt. Wir haben uns also auf diesen Filethappen beschränkt und es nicht bereut! Die Landschaft auf der Strecke ist wirklich grandios: Das Wasser ist kristallklar (sowas gibts in China noch, man kann hier sogar schwimmen!) und sehr seicht, so dass ich mich die ganze Zeit fragte, wie eigentlich die Touri-Dampfer, die uns entgegenkamen, durchkommen. Links und rechts ragen die hohen Karstberge in bizarren Silhouetten in die Höhe und die Uferränder sind bevölkert von Wasserbüffeln und kleinen Dörfern. Die Strecke flussauf- oder abwärts kostet das gleiche, aber flussaufwärts dauert sie natürlich länger, weshalb man mehr von der Umgebung hat! Icon Wink in Guilin, Yangshuo, Xingping

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Touristendampfern entgegen

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Ganz flaches Wasser

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Berge ringsherum

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Bergsilhouette

Meinen Reisegefährten habe ich anscheinend mit meinem Programm vortags  etwas überfordert, sodass er bevorzugte, wieder mit dem Bambusboot zurückzufahren. Ich machte mich wagemutig zu Fuß auf den Weg zurück, was entweder sehr mutig oder sehr doof war! Ich hatte nur eine Kartenskizze und wusste, dass man mehrmals mit Floßen den Fluss überqueren muss. Man läuft durch Felder, über alte Brücken, durch kleine Dörfer und nicht selten fragte ich mich, ob letztere eigentlich nur vom Hinweis auf den Hiking Trail im Lonely Planet leben. Bis heute halte ich es für ein Wunder, dass ich tatsächlich vor Einbruch der Dunkelheit wieder in Xingping angekommen bin. Kurz vor Xingping traf ich die beiden Mädels aus Israel wieder, die versuchten, den letzten Bus zurück nach Yangshuo zu bekommen – ob sie das geschafft haben, werde ich wohl nie erfahren.

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Holzofen

Abends gönnten wir uns eine 1a-Holzofenpizza im Hostel und lernten eine chinesische Fotographin kennen (der am Vortag im Bus ihr Rucksack gestohlen wurde…eigentlich Vorwarnung genug…) und einen Belgier, der, seitdem er in Rente ist, durch den Iran reist und jetzt seit einem Jahr fast andauernd China erkundet. Vor einem Monat hatte er ein Mädel in Westchina kennengelernt, dem er Englisch beigebracht hat und das ihn seitdem begleitet: Ein recht seltsames Paar…irgendwie eher eine Zweckgemeinschaft: Er hat eine Reisebegleitung und zahlt ihr dafür alles. In dieser Runde saßen wir dann jedenfalls noch länger um den Kohlegrill, bis ich mich verabschiedete und todmüde in mein Bett fiel.

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Straßenszene

Mittwoch. Am nächsten Tag frühstückten wir zusammen in einem netten Bistro, direkt neben dem This Old Place Café:  Xingping ist zwar klein, aber sehr schön! Es gibt viele kleine Gassen, wenig Touristen und die Verkäufer sind nicht so aggressiv. Auf jeden Fall schöner als Guilin und Yangshuo zusammen! Danach machten uns zusammen auf den Weg

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Chinesisches Schach

zur Busstation, zurück nach Yangshuo und von dort nach Guilin. Auf der Busfahrt brachte ich der chinesischen Begleitung des Belgiers ein paar Worte Deutsch bei, und wenn meine chinesische Aussprache genauso seltsam klingt, dann kann ich nachvollziehen, warum mich nie jemand versteht. Icon Biggrin in Guilin, Yangshuo, Xingping

Aus der Busstation in Guilin herausgegangen, Ziehen an meinem Gürtel gespürt, nachgeschaut: Fotoapparat weg. Mein Begleiter bestand darauf, den Diebstahl der Polizei zu melden. Ich also die Notfallnummer angerufen, aber natürlich spricht dort niemand Englisch. Mein Begleiter hat also den Vorfall geschildert und man versprach, *sofort* vorbeizukommen. Nach 45 Min. kam dann also ein Polizei-Pickup vorbei, aus dem ein gelangweilter Polizist im Rollkragenpulli mit einem Schild, auf dem “Polizei” stand, um den Hals, ausstieg. Er wollte nicht meinen Namen wissen und auch nicht, wie die Kamera aussieht. Er tippte meine Handynummer in sein DECT-Telefon und verschwand wieder, wahrscheinlich wütend, dass ihn wieder irgendein Westler gestört hat.

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Elephant Hill

Wir haben den Rest des Tages genutzt, um den Elephant Hill zu besichtigen: Ein Berg, der aussieht wie ein Elefant, der in den Li-Fluss geschoben wurde. Wie immer bei den Touristen-Hotspots: Teurer Eintritt und drinnen erstmal ein Park. Am Fluss kann man Fotos mit an Holzstangen festgeketteten Kormoranen machen, wovon eine bayerische Rentnertouristengruppe auch regen Gebraucht machte (“Des mit die Kormorane, des wa scho was bsondres! Des hot ma ned jeden Toag!”). Fazit: Man kann dort hingehen, muss es aber nicht.

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Pagoden in Guilin

Im Taxi zum Flughafen-Shuttlebus erklärte uns noch der Fahrer, dass es mir recht geschehe, dass mir mein Fotoapparat gestohlen wurde, ich als Deutscher hätte sowieso so viel Geld und das alles hier sei so billig für mich, dass es mir ja nicht weh täte. Ich wäre dem Kerl am liebsten ins Gesicht gesprungen.

Morgens um eins fiel ich endlich in mein Bett, zurück in Guangzhou.

(Alle Fotos stammen vom Fotoapparat meines Begleiters)


Das würde ich heute anders machen:

  • Nicht in Guilin übernachten, die Stadt ist zu westlich und außerdem werde ich sie wohl ewig mit meinem Foto in Verbindung bringen. Daher: direkt weiter nach Yangshuo!
  • Nicht Reedflute-Cave sondern die Höhlen rund um Yangshuo anschauen. Billiger und genauso eindrucksvoll!
  • In Yangshuo: Den Moon Hill und alle “Attraktionen” auf der Strecke links liegen lassen und stattdessen am Ylong-River entlangfahren.
  • Länger in Xingping bleiben und mehr wandern
  • Evtl. (wenn genug Zeit und Geld): Die Reisterassen in der Umgebung anschauen.

Das würde ich genauso noch einmal machen:

  • Übernachten in Jugendherbergen: Super Sache! Nette Leute zum Austausch, hilfsbereites Personal, hübsches Ambiente.
  • Bambusboot-Fahrt von Xingping nach Yangdi: Es muss nicht der Touristenkreuzer von Guilin nach Yangshuo sein!
  • Fahrradfahren und Wandern in der Gegend: Durch nichts kommt man der Natur und den Menschen dort so nah!
  • Einen chinesischsprachigen Begleiter mitnehmen: Das spart viele grauen Haare und viel Geld.