Ein kleiner Reisebericht.
Die vorletzte Woche habe ich genutzt, um meine angesammelten Überstunden abzufeiern und bin eine Woche in die Karstberg-Gegend rund um Guilin gefahren. Eine kurze Zusammenfassung:
Guilin
Blick auf Guilin
Freitag. Obwohl die Stadt von der Einwohnerzahl etwa so groß wie Frankfurt a.M. ist, fühlt sie sich an wie eine Mischung aus Kilimanjaro-Basislager und englischer Touristenhölle im Mittelmeerraum: Es gibt Läden aller großen Sportmarken, importiertes Paulaner und westliches Frühstück, aber trotzdem bleibt hier keiner länger als nötig. Alle sind entweder auf dem Weg in den Süden oder kommen gerade von dort zurück. Kurzum: die Stadt ist sehr touristisch, aber manchmal tut das auch ganz gut…
Ich bin zusammen mit einem Austauschstudenten (Ka Yue) aus Hongkong per Flugzeug angereist, da wir superbillige Tickets bekommen haben. Travelzen ist mein Tipp für Flugticketkauf in China: Man kann problemlos auch mit ausländischen Kreditkarten ohne Extragebühren und Extraautentifizierung bestellen.
Gelandet, für 20Y mit dem Airport-Shuttlebus in die Stadt. Einen der schon wartenden Taxifahrer auf 5Y heruntergehandelt und zum Hostel gefahren. Wir haben im Backstreet Youth Hostel genächtigt (DZ für Hostelling International Mitglieder: 90Y). Die Zimmer sind recht kahl, aber sauber mit Air Condition (inkl. Heizfunktion) und das Hostel hat eine superzentrale Lage, direkt neben der Haupteinkaufsstraße und wenige Gehminuten von den Pagoden und dem Central Plaza entfernt.
Das Personal sprach sehr gutes Englisch und half bei Fragen freundlich weiter. Die Provision von 40Y beim Kauf von Zugfahrkarten ist allerdings happig! In der genannten Haupteinkaufsstraße gibt es eine Reihe westlicher und chinesischer Restaurants, wo wir dann auch mittaggegessen haben.
Das Hostel bietet ab 4 Teilnehmern einen kostenlosen Transfer in einem Jeep zum Solitary Beauty Peak und der Reedflute-Cave. Zum Glück haben sich noch eine deutsche Dame und ein Chinese, der in Kanada studiert, für die Tour gemeldet, so dass wir gegen 14:00 aufbrechen konnten.
Irgendein Fürst hat um den Solitary Peak eine Hofanlage bauen lassen, die man besichtigen kann, und danach erklimmt man auf Stufen – ähnlich wie bei der Großen Mauer – den Berg. Von oben hat man einen sehr schönen Blick auf die Stadt und das bergige Umland – es scheint, als würden die Häuser ein Meer bilden, aus dem die Karstberge herausschauen.
Höhlenkinder
Danach gings weiter zur Reedflute-Cave - dem Touristenmagnet der Region! Ausgestiegen bemerken wir, dass die Hinweisschilder auch auf deutsch beschriftet sind – kein gutes Zeichen! Nachdem wir unverschämte 90Y Eintritt bezahlt haben treffen wir dann auch am Höhleneingang auf die erwarteten Touristengruppenhorden. Auf einer Leuchttafel rollen die Namen der Berühmtheiten vorbei, die vor uns schon hier waren: Nixon, Carter, von Weizsäcker…und 60 andere Staatsoberhäupter.
Höhlensee
Man steht an und wird gruppenweise abgefertigt, so dass wir nach etwa 20 Min. mit 30 anderen Touristen unter Leitung einer chin. Reiseführerin endlich hineindurften. Das besondere an der Höhle ist nicht nur ihre Größe, sondern auch die bunte Beleuchtung, die allerdings (Kritiker warnen!) den Mooswuchs stimuliert und so zum Verfall beiträgt. Ob die Höhle ohne die grellbunte Beleuchtung nicht schöner aussähe, wage ich nicht zu beurteilen, ich habe mich allerdings wirklich ein bisschen wie im Europapark gefühlt; alles wirkte so unecht.
Abends sind wir dann noch zu viert essen gegangen und haben uns die hell erleuchteten Pagoden angeschaut.
Yangshuo
Samstag. Vom Busbahnhof Guilin fahren alle 15 Min. Busse nach Yangshuo; wie man als Ausländer an eine Fahrkarte kommt, ist mir aber ein Rätsel. Die komplette Abfertigung, die Hinweisschilder, die Preislisten: Alles gibts nur auf chinesisch. Ich war wirklich sehr froh, einen fast-Muttersprachler dabeizuhaben!
Man fährt auf breiten Straßen, auf denen sich auch mal drei Fahrzeuge gleichzeitig überholen können, ohne dass das den Gegenverkehr in Verlegenheit bringt.
Am Busbahnhof Yangshuo wurden wir sofort von Hotel- und Restaurantwerbern umringt (ich war der einzige erkennbare Ausländer im Bus und damit anscheinend ein lukratives Opfer). Wir riefen in unserm Hotel an und wurden zu Fuß abgeholt, weniger als 10 Gehminuten. Wir schliefen 3 Nächte (à 80Y) im West Lily Hotel, das entwas abseits des Stadtzentrums mit der sehr (sehr!) touristischen West Street liegt, was aber aufgrund der “Größe” Yangshuos kein Problem ist. Die Besitzerin des Hotels ist superfreundlich und hat uns sofort mit Tipps überschüttet. Sie bietet auch Chinesisch-Kochkurse, Tai-Chi- Kurse und Einführungen in chinesische Brettspiele an!
Wir haben nach dem Checkin den nahen Man Hill bestiegen, um uns einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Oben trafen wir einen Neuseeländer, der mit zwei Chinesen unterwegs war. Die drei waren auch neu in der Stadt und so sind wir danach zusammen durch die West Street gebummelt und haben uns das angeschaut, was Yangshuo so an Attraktionen hat. Abends waren Ka Yue (mein Kompagnon) und ich dann zusammen im Pure Lotus Vegetarian Restaurant essen – wie immer, wenn ich in China buddhistisch essen war – phantastisch!
Sonntag. Am nächsten Tag haben wir dann das gemacht, was man in Yangshuo klassisch macht: Man mietet sich ein Fahrrad und erkundet die Gegend! Unser Hotel bot Räder ab 5Y/Tag, ich hab mir die Luxusversion für 15Y geleistet, weil sie mir vertrauenswürdiger schien…ich wollte nicht riskieren, in der Einöde liegen zu bleiben. Außerdem hatte sie Gangschaltung. 
Nachdem ich ein chinesisches Frühstück (Guiliner Nudeln) zur Hälfte in mich hineingewürgt hatte gings also ab in Richtung Moon Hill, einem Berg, mit einem runden Loch in der Mitte, von dem er seinen Namen hat. Leider konnten wir keine ordentlichen Landkarten der Umgebung auftreiben, so dass wir der staubigen Landstraße folgen mussten. Unterwegs lachte sich mein Kumpane eine Reiseleiterin auf einem Moped an, die versprach, uns billiger in alle Attraktionen auf dem Weg zu bringen. Ich war skeptisch, er sagte zu, und so folgte sie uns den Rest des Tages wie ein Schatten.
Butterfly Cave Eingang…wie Indiana Jones
Butterfly Cave
Landschaft um Yangshuo
Am Li Fluss
Auf ihr Drängen gings zuerst in die Butterfly Cave, die man hochoben auf der Rückseite des Berges verlässt und durch einen kleinen Garten hinuntersteigt, an dessen Ende ein Schmetterlingshaus wartet, in dem aber zu der Jahreszeit nichts Flatterndes zu finden war. Oben am Berg ist mir erstmal wieder meine Frühstücks-Nudelsuppe hochgekommen; an chinesisches Frühstück kann ich mich einfach nicht gewöhnen…
Big Banyan Tree
Als nächstes sind wir zum Big Banyan Tree, einem Baum, der angeblich tausende Jahre alt ist und ebenso angeblich besonders beeindruckend. Um den Baum herum haben sie einen Garten angelegt. Es gibt auch noch eine der vielen “Minderheiten”, die dort Führungen durch ein mehr schlecht als recht restauriertes Dorf anbieten. Ganz ehrlich: weder Baum noch Park und Dorf sind den Eintritt wert.
Wir vor dem Mondberg
Etwas später ist man in Sichtweite des Moon Hills, wo wir uns in einem der vielen Restaurants mit Namen wie “Moon Inn”, “Moon Paradise”, “Moon Cafe” niederließen und ich versuchte, mit Pfefferminztee meinen Magen zu beruhigen.
Drachenhöhle
Eigentlich wollte uns unsere Reiseführerin zur Silvercave schleppen, aber da wir schon zu spät dran waren, gings in die Dragoncave: Man fährt abwechselnd mit dem Boot, abwechseln läuft man. Ansonsten ist es sehr ähnlich wie die Reedflute-Cave, inklusive grellbunter Beleuchtung.
Zur Höhle gehöriger Drache
Zurück im Hotel fiel ich in mein Bett und weigerte mich, es wieder zu verlassen.
Ich ließ mir aber von Ka Yue ein paar Bananen mitbringen und schlief mit zwei davon im Magen und der Hoffnung, dass meine Übelkeit bald verschwände, ein.
Flussüberquerung via Bambusboot
Montag. Auf dem Programm stand wieder Fahrradfahren, diesmal zur Dragonbridge, den Ylong-Fluss hinauf. Wir frühstückten in einem der vielen Cafés in Yangshuo und ich gönnte mir ein”European Western Breakfast” (Es ist unglaublich wie man Toasts verhunzen kann!). Danach verfuhren wir uns erstmal ordentlich in der “Stadt”, was wohl aufgrund der Größe ziemlich peinlich, aber doch möglich ist! Ein älterer chinesischer Herr (auch auf dem Fahrrad) bot uns an, wir könnten ihm folgen, er fahre den schnellsten Weg ins unserem Ziel nahegelegene Dorf. Seine Route führte entlang einer staubigen, lauten und vollen Landstraße, so dass ich meinen Begleiter nach kurzer Zeit davon überzeugen konnte, dass es besser wäre, umzudrehen und den schwammigen Anweisungen des Lonely Planet zu folgen.
Gesagt – getan! Mitten in unseren Weg hatte man ein neues Touristenressort gebaut, um das man aber herumfahren konnte und die vielen Fahrradspuren am Boden gaben uns Hoffnung, dass wir richtig sind. So fuhren wir entlang kleiner Pfade, durch Felder und schmale Dorfstraßen, teilweise entlang neu-asphaltierter Wege (auf denen uns riesige Luxus-Reisebusse entgegen kamen, nirgendwo hat man seine Ruhe!), immer grob den Fluß hinauf, manchmal auch per Bambusfloß hinüber, umgeben von der einzigartigen Karstberglandschaft. Es gibt wohl unendlich viele Wege, die alle parallel zum Fluß laufen, und unserer führte uns glücklicherweise genau zu unserem Ziel! Unterwegs lernten wir noch zwei Mädels aus Israel kennen, die auch zu der Brücke unterwechs waren.
Der Weg ist das Ziel…
Bei der Route stimmt ganz klar der Spruch “Der Weg ist das Ziel”, denn die Brücke selber ist nicht sooo beeindruckend. Wir trafen auf einige andere Touristen aus Schottland, Amerika und Hongkong und beschlossen zusammen, dass der geforderte Preis für die Rückfahrt nach Yangshuo mit einem Bambusboot viel zu hoch sei. Also machten wir uns alle zusammen auf den Weg zurück, diesmal auf der anderen Flussseite. Dass wir doch noch gesund in Yangshuo ankamen darf wohl als Geschenk des Himmels betrachtet werden, eigentlich war es ziemlich verrückt, denn wir waren viel zu spät dran und es wurde schon dunkel. Aber dank der Sprachkenntnisse der Dame aus Hongkong und meines Begleiters konnten uns die Bewohner unterwechs einige Abkürzungen zeigen, auch wenn sie sich nicht selten gegenseitig widersprachen… (Zitat der Dame: “Ask the next person we meet. These people did not look trustworthy and spoke some weird local accent…”)
Drachenbrücke am Ylong-Fluss
Blick von der Brücke
Bambooo Bambooo
Postkartenszenen
Belont wurden wir für unseren Mut (oder Dummheit) mit wunderschönen Blicken über das Tal, in dem gerade der Abendnebel aufstieg…sehr mystisch! Außerdem schien die Dorfschule gerade Schluss gemacht zu haben, als wir vorbeifuhren, auf jeden Fall waren wir plötzlich von einer Traube von Kindern im Grundschulalter umgeben, die alle fröhlich “Hallo! How are you! What is your Name?” schrien und damit mehr Englisch sprachen, als die meisten Angestellten in den Tourimusbrennpunkten. Seltsames Land…
Abendnebel über dem Ylong-Tal
Irgendwann kamen wir dann endlich doch endlich wieder in Yangshuo an und gingen noch mit dem jungen Amerikanisch (Er: New York)-Hongkonger (Sie) Ehepaar abendessen: Man bestellte die lokale Spezialität Fisch in Biersoße, und ich gab mich mit einer vegetarischen Alternative zufrieden. Am Ende luden die beiden uns sogar noch ein – sehr nett!
Xingping
Glasklares Wasser
Dienstag. Ausgecheckt und mit dem Bus nach Xingping gefahren, wo die Landschaft “even more breathtaking!” sein soll. Nun, der Reiseführer sollte recht behalten. Wir kamen im This Old Place Hostel unter (DZ 90Y für HI- Mitglieder, ohne Flussblick), wohl der teuersten Unterkunft im Dorf, wie uns berichtet wurde. Aber eben auch der einzigen mit englischer Website und englischsprachigem Personal, außerdem supergemütlich eingerichtet innen und mit Holzkohle-Pizzaofen.
20 Yuan Schein. Und wir mittendrin.
Wir haben uns einer der laut keifenden Bambusboot-Vermarkterinnen anvertraut, die uns für insg. 150Y auf einem kleinen Bambusboot mit Dieselmotor flussaufwärts nach Yangdi fuhr. Der Li-Fluss verbindet Guilin, Yangdi, Xingping und Yangshuo und die überteuerten Touristendampfer fahren die klassische Strecke von Guilin nach Yangshuo, wobei das Stück zwischen Yangdi und Xingping als das landschaftlich schönste gilt. Wir haben uns also auf diesen Filethappen beschränkt und es nicht bereut! Die Landschaft auf der Strecke ist wirklich grandios: Das Wasser ist kristallklar (sowas gibts in China noch, man kann hier sogar schwimmen!) und sehr seicht, so dass ich mich die ganze Zeit fragte, wie eigentlich die Touri-Dampfer, die uns entgegenkamen, durchkommen. Links und rechts ragen die hohen Karstberge in bizarren Silhouetten in die Höhe und die Uferränder sind bevölkert von Wasserbüffeln und kleinen Dörfern. Die Strecke flussauf- oder abwärts kostet das gleiche, aber flussaufwärts dauert sie natürlich länger, weshalb man mehr von der Umgebung hat!
Touristendampfern entgegen
Ganz flaches Wasser
Berge ringsherum
Bergsilhouette
Meinen Reisegefährten habe ich anscheinend mit meinem Programm vortags etwas überfordert, sodass er bevorzugte, wieder mit dem Bambusboot zurückzufahren. Ich machte mich wagemutig zu Fuß auf den Weg zurück, was entweder sehr mutig oder sehr doof war! Ich hatte nur eine Kartenskizze und wusste, dass man mehrmals mit Floßen den Fluss überqueren muss. Man läuft durch Felder, über alte Brücken, durch kleine Dörfer und nicht selten fragte ich mich, ob letztere eigentlich nur vom Hinweis auf den Hiking Trail im Lonely Planet leben. Bis heute halte ich es für ein Wunder, dass ich tatsächlich vor Einbruch der Dunkelheit wieder in Xingping angekommen bin. Kurz vor Xingping traf ich die beiden Mädels aus Israel wieder, die versuchten, den letzten Bus zurück nach Yangshuo zu bekommen – ob sie das geschafft haben, werde ich wohl nie erfahren.
Holzofen
Abends gönnten wir uns eine 1a-Holzofenpizza im Hostel und lernten eine chinesische Fotographin kennen (der am Vortag im Bus ihr Rucksack gestohlen wurde…eigentlich Vorwarnung genug…) und einen Belgier, der, seitdem er in Rente ist, durch den Iran reist und jetzt seit einem Jahr fast andauernd China erkundet. Vor einem Monat hatte er ein Mädel in Westchina kennengelernt, dem er Englisch beigebracht hat und das ihn seitdem begleitet: Ein recht seltsames Paar…irgendwie eher eine Zweckgemeinschaft: Er hat eine Reisebegleitung und zahlt ihr dafür alles. In dieser Runde saßen wir dann jedenfalls noch länger um den Kohlegrill, bis ich mich verabschiedete und todmüde in mein Bett fiel.
Straßenszene
Mittwoch. Am nächsten Tag frühstückten wir zusammen in einem netten Bistro, direkt neben dem This Old Place Café: Xingping ist zwar klein, aber sehr schön! Es gibt viele kleine Gassen, wenig Touristen und die Verkäufer sind nicht so aggressiv. Auf jeden Fall schöner als Guilin und Yangshuo zusammen! Danach machten uns zusammen auf den Weg
Chinesisches Schach
zur Busstation, zurück nach Yangshuo und von dort nach Guilin. Auf der Busfahrt brachte ich der chinesischen Begleitung des Belgiers ein paar Worte Deutsch bei, und wenn meine chinesische Aussprache genauso seltsam klingt, dann kann ich nachvollziehen, warum mich nie jemand versteht.
Aus der Busstation in Guilin herausgegangen, Ziehen an meinem Gürtel gespürt, nachgeschaut: Fotoapparat weg. Mein Begleiter bestand darauf, den Diebstahl der Polizei zu melden. Ich also die Notfallnummer angerufen, aber natürlich spricht dort niemand Englisch. Mein Begleiter hat also den Vorfall geschildert und man versprach, *sofort* vorbeizukommen. Nach 45 Min. kam dann also ein Polizei-Pickup vorbei, aus dem ein gelangweilter Polizist im Rollkragenpulli mit einem Schild, auf dem “Polizei” stand, um den Hals, ausstieg. Er wollte nicht meinen Namen wissen und auch nicht, wie die Kamera aussieht. Er tippte meine Handynummer in sein DECT-Telefon und verschwand wieder, wahrscheinlich wütend, dass ihn wieder irgendein Westler gestört hat.
Elephant Hill
Wir haben den Rest des Tages genutzt, um den Elephant Hill zu besichtigen: Ein Berg, der aussieht wie ein Elefant, der in den Li-Fluss geschoben wurde. Wie immer bei den Touristen-Hotspots: Teurer Eintritt und drinnen erstmal ein Park. Am Fluss kann man Fotos mit an Holzstangen festgeketteten Kormoranen machen, wovon eine bayerische Rentnertouristengruppe auch regen Gebraucht machte (“Des mit die Kormorane, des wa scho was bsondres! Des hot ma ned jeden Toag!”). Fazit: Man kann dort hingehen, muss es aber nicht.
Pagoden in Guilin
Im Taxi zum Flughafen-Shuttlebus erklärte uns noch der Fahrer, dass es mir recht geschehe, dass mir mein Fotoapparat gestohlen wurde, ich als Deutscher hätte sowieso so viel Geld und das alles hier sei so billig für mich, dass es mir ja nicht weh täte. Ich wäre dem Kerl am liebsten ins Gesicht gesprungen.
Morgens um eins fiel ich endlich in mein Bett, zurück in Guangzhou.
(Alle Fotos stammen vom Fotoapparat meines Begleiters)
Das würde ich heute anders machen:
- Nicht in Guilin übernachten, die Stadt ist zu westlich und außerdem werde ich sie wohl ewig mit meinem Foto in Verbindung bringen. Daher: direkt weiter nach Yangshuo!
- Nicht Reedflute-Cave sondern die Höhlen rund um Yangshuo anschauen. Billiger und genauso eindrucksvoll!
- In Yangshuo: Den Moon Hill und alle “Attraktionen” auf der Strecke links liegen lassen und stattdessen am Ylong-River entlangfahren.
- Länger in Xingping bleiben und mehr wandern
- Evtl. (wenn genug Zeit und Geld): Die Reisterassen in der Umgebung anschauen.
Das würde ich genauso noch einmal machen:
- Übernachten in Jugendherbergen: Super Sache! Nette Leute zum Austausch, hilfsbereites Personal, hübsches Ambiente.
- Bambusboot-Fahrt von Xingping nach Yangdi: Es muss nicht der Touristenkreuzer von Guilin nach Yangshuo sein!
- Fahrradfahren und Wandern in der Gegend: Durch nichts kommt man der Natur und den Menschen dort so nah!
- Einen chinesischsprachigen Begleiter mitnehmen: Das spart viele grauen Haare und viel Geld.