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Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha

23. Februar 2010

Heiligabend, 24. Dezember 2009. Meine Weihnachtsstimmung geht gegen Null und so besteige ich den Flieger von Guangzhou nach Bangkok mit Thai Airways, meiner neuen Lieblingsairline: So freundlich wurde ich noch nie vom Bordpersonal behandelt. “Hier fängt der Urlaub an…” stimmt hier absolut! Vergleichen lohnt sich, der Ticketpreis war genauso hoch wie der für Air Asia, das Ryanair von Asien. Aber ich will mich hier eigentlich nicht neureichenhaft darin ergehen, die Servicestandards verschiedener Fluggesellschaften gegeneinander auszuspielen.

Eine Art Concierge weist einem am Flughafenausgang ein Taxi zu und erklärt dem Taxifahrer, wo er einen hinzubringen hat. Falls er das nicht ordnungsgemäß tut, bekommt man gleich noch ein Beschwerdeformular in die Hand gedrückt, in dem bereits die Registrierungsnummer des Taxifahrers, das Datum, Ziel etc. eingetragen sind. Top organisiert!

Bangkok

Für etwa 8 € landete ich dann gegen Mitternacht in meinem Hotel, dem Thai Cozy House (EZ, AC 13€/Nacht, inkl. Frühstück), das um die Ecke der berühmt-berüchtigten Khao San Road, dem Rucksacktouristenzentrum, liegt. Man hat also alle Annehmlichkeiten in Sachen Verpflegungs- und Einkaufsangebot, kann aber trotzdem lärmfrei schlafen, auch wenn (oder weil?) es Fenster in den Zimmern anscheinend nur in der “Deluxe”-Version gibt.

2009 12 25-11 572-300x225 in Weihnachtsurlaub Thailand & KambodschaIch lernte die Tuk-Tuk-Fahrer hassen. Sie erklärten mir geschlossen, dass die Sehenswürdigkeiten, die ich mir herausgesucht hatte, heute wegen eines Feiertages nur Mönchen vorbehalten seien. Ob ich gestern denn nicht ferngesehen hätte? Nein, hatte ich natürlich nicht, und so glaubte ich ihnen, naiv wie ich wegen der Überfreundlichkeit war, die mit überall entgegenschlug und die einen angenehmen Gegensatz zu China bot.

2010 01 07-10 2927-225x300 in Weihnachtsurlaub Thailand & KambodschaStattdessen bot man mir an, mich zu vier anderen Attraktionen zu fahren, für nur 40 Baht (~80ct).  Ich willigte ein und landete so u.a. im Dusit Palast, den ich sonst nicht besucht hätte. So gesehen war es fast ein Glücksfall, denn der Palast birgt eine Sammlung an Kunstwerken der königlichen “Support Foundation”, die wirklich sehenswert sind. Dass man sich im Inneren des Museums mit einem unansehnlichen, zu kaufenden Wickelrock die kurzbehosten Beine verstecken muss, ist daher zu verschmerzen.  Am Rückweg schleppte mich mein Fahrer noch zu einem Anzugschneider, der mir massenhaft verschiedene Stoffe anlegte, so dass ich mir wie ein Senator in passender Toga vorkam. Immerhin kam ich wieder heraus, ohne dass ich etwas kaufte und deshalb erschlagen wurde und mein Fahrer bekam sein Benzin erstattet.  Ich war den Terz nun leid, verlangte ins Hotel zurück gefahren zu werden, wo mein Fahrer vorgab, kein Wechselgeld zu haben, und schließlich ohne Bezahlung wutentbrannt abfuhr. Puh.

2009 12 25-11 461-225x300 in Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha2009 12 25-16 114-300x225 in Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha2009 12 25-16 215-300x225 in Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha

2009 12 25-16 517-300x225 in Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha2009 12 25-17 028-300x225 in Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha2009 12 25-23 2710-300x225 in Weihnachtsurlaub Thailand & KambodschaAuf Daniels Tipp hin fuhr ich nach Ayuthaya, die ehemalige Königsstadt. World Travel Service in Bangkok (kurzer Werbeeinschub, weil ich wirklich lange nach einem solchen Angebot gesucht habe) bietet eine Ein-Tages-Tour an, mit Hinfahrt früh morgens per Bus, Führung durch die wichtigsten Anlagen und dann nachmittags Rückfahrt per Schiff nach Bangkok mit Essensbuffet. Dummerweise hat mein Handywecker morgens versagt, so dass ich um 5:00 Uhr von der Rezeption angerufen wurde, dort warte ein Herr mit einem Taxi auf mich. Upps. So schnell war ich morgens wohl seit langem nicht mehr aus dem Bett! Icon Wink in Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha Der Rest des Tages verlief reibungslos und so entspannt, dass es keiner weiteren Worte bedarf.
Gegen 17:00 Uhr war ich wieder in Bangkok und machte noch eine Klongfahrt: Klongs, das sind die vielen kleinen Kanäle, die durch Bangkok laufen und die den einzigen zuverlässigen Teil des Verkehrssystems bilden. Man kann entweder Touristenfahrten machen, was etwa 15€ kostet, oder man fährt einfach auf einem der regulären Verkehrsboote mit, das kostet weniger als 1/15 und ist obendrein noch unterhaltsamer! Vorsicht, am besten einen Platz ganz hinten suchen, weil gegen Sonne und Fahrtwind links und rechts Plastikplanen gespannt werden, so dass man nichts mehr sieht. Eine Klonghaltestelle in der Nähe der Khao-San-Road findet man in Nähe des Golden Mount, siehe hier. Als Belohnung gibts Einblicke in die bunten Wohnzimmer der Thais!

2009 12 26-11 401-225x300 in Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha2009 12 26-12 076-225x300 in Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha2009 12 26-13 179-300x225 in Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha2009 12 26-17 4211-300x225 in Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha

Siem Reap

Viele Wege führen an die Grenze: Entweder per Zug (billig), per öffentlichem Bus (billig) oder per Touri-Minibus (450B). Ich habe natürlich letztere Variante gewählt und so 5h mit angezogenen Beinen am mittleren Beifahrersitz eines Minibusses verbracht (“We need a small person for the front chair. YOU!”). Man kann auch die Tour von Bangkok bis nach Siem Reap buchen, das kostet dann nur ein paar Euro mehr. MACHT DAS AUF KEINEN FALL !

Abgesehen davon, dass der Minibus die unkomfortabelste Variante ist, wird man mehrmals an “Raststationen” rausgeworfen, die wahrscheinlich ordentlich Provision an die Fahrer zahlen. An der letzten dieser Raststationen (einem kleinen Restaurant mitten im Nichts) hielten wir dann tatsächlich eine Stunde und das freundliche Minibuspersonal gab uns die Visumsantragsformulare für Kambodscha, man werde für unsere Gruppe zusammen die Visa beantragen, das ginge schneller. Die Visumsgebühr von 28 Dollar sollten wir einfach mit dem Antrag unserem Fahrer geben. Der freute sich wahrscheinlich über das ganze Geld, denn das Visum kostet nur 20 $. Da mir das ganze suspekt vorkam, weigerte ich mich also, diese Dienstleistung in Anspruch zu nehmen und mir wurde (ich vermute aus diesem Grund) bei meinem Versuch, endlich wieder in den Minibus einzusteigen, mitgeteilt, man hätte Gepäck zwischen den drei Bussen “aus Platzgründen” getauscht und jetzt sei kein Platz mehr für mich und meinen Koffer. Aber in einer Viertelstunde käme ein anderer Bus vorbei, der dann mich (und ein russisches Pärchen) mitnehmen würde. Nach einer Stunde Warten kam dann endlich der erwartete Bus und brachte uns an die Grenze, wo ich in den Schlangen vor der Ausreisekontrolle die anderen Teilnehmer der Gruppe wiedertraf, die inzwischen zu Wechselstuben gefahren worden waren, um ihre Baht in US-Dollar (der inoffiziellen Währung Kambodschas) zu tauschen. Immerhin diese Abzocke ist mir erspart geblieben.

Wer weiter mit dem Minibusunternehmen nach Siem Reap fährt, der wird dort (meistens) in der Dunkelheit vor irgendeinem Gästehaus rausgeworfen, in dem auch schon ein Zimmer gebucht ist, und man wird wohl meistens aus Erschöpfung und Müdigkeit dieses Angebot auch annehmen. Ein Russe, den ich in den Ruinen von Angkor Wat wiedertraf, hatte diesen Trip hinter sich und bezahlte für die ersten beiden Nächte in dem ihm “zugewiesenen” Gästehaus 25 USD, die nächsten Nächte nur noch 8. Ihr dürft raten, wohin das Geld floss!
Diese Tour hat als “Khao San Scam Bus” inzwischen unter Südostasien-Reisenden anscheinend traurige Berühmtheit erlangt, siehe hier.

Die Ausreise aus Thailand geht problemlos, danach gehts durch etwa 500m Niemandsland, in dem Kasinos und Hotels stehen. Inzwischen ist die Strecke asphaltiert, aber trotzdem fühlt man sich ins Mittelalter zurückversetzt, denn alle Warentransporte werden auf Holzkarren umgeladen und von Menschen über die Grenze geschoben, weil die Bürokratie für einen Fahrzeugtransport zu aufwendig ist. Damit die verschiedenen zwielichtigen Anbieter sich nicht gegenseitig die Kunden wegschnappen, bekommt jeder Gruppenreisende einen bunten Aufkleber, dessen Farbe das gebuchte Paket angibt. Wer also über die Grenze will, sollte sich irgendein Stück buntes Isolierband ans Hemd kleben; das schützt zuverlässig von Horden, die einem ihre Transportmittel verkaufen wollen.

Von der Einreise in Kambodscha hatte ich Horrorberichte im Internet gelesen, aber so schlimm war es dann doch nicht: Der das Visum ausstellende Polizist saß vor seinem Häuschen auf einem Tisch, seine Dienstmütze neben ihm und seine Füße auf einem Stuhl abgelegt. Über ihm hängt inzwischen ein großes Schild “Tourist Visa: 20 USD”, aber er verlangt natürlich trotzdem vom jedem 25 USD. Wer Dollar dabei hat, kann sein Visum mir nachdrücklichem Deuten auf das Schild trotzdem für 20 Dollar bekommen, ich hatte aber nur einen Schein 1000 thailändische Baht und bekam natürlich kein Wechselgeld. Ein kambodschanischer Grenzbeamte freut sich jetzt also über 10 $ in die eigene Tasche und ich gebe jedem den Hinweis, besser 20 $ passend dabei zu haben.
Wenn man überlegt, dass dieser Herr pro Tag etwa 100 Reisenden 5 $ abknöpft, dann verdient er in 4 Tagen so viel wie ein Khmer durchschnittlich pro Jahr (1900$). Es muss bestimmt einen unheimlichen Run auf diesen Posten geben…

Die Warteschlangen vor der folgenden Einreisekontrolle sind insofern praktisch, als dass sie recht kommunikativ sind. Immerhin haben nach dem Visa-Schwitzen alle ein Gesprächsthema und so lernte ich auch ein kanadisches Ehepaar kennen, das einen Verwandten besuchte, der für eine NGO in der Nähe von Siem Reap arbeitete. Er hatte für sie ein Taxi von der Grenze zur Stadt (für 30$) bestellt und sie fragten mich, ob ich es mit ihnen teilen wolle. Ich willigte natürlich ein, immerhin waren es deutlich weniger als die 45$, vor denen mein Reiseführer berichtete. Da aber die Kontrollen zu lange dauerten, war der Taxifahrer am vereinbarten Treffpunkt schon nicht mehr anzutreffen.
Der (fast ausschließlich touristische) Taxiverkehr zwischen Poipet und Siem Reap wird von einer staatlich genehmigten Taximafia kontrolliert, die einen Einheitspreis festschreibt, um – nach offizieller Aussage – die Kunden vor überteuerten Preisen zu schützen. In der Realität legitimiert sie diese eher. Als wir aus dem Grenztor traten und nicht direkt in die “kostenlosen Shuttlebusse zum Verkehrsterminal” stiegen, wurden wir sofort von einem Herren in Uniform gefragt, wo wir denn hingingen und dass wir den offiziellen Transportdienst zu nutzen hätten. Wir konnten ihn zum Glück abschütteln und nach kaum 20 Sek. hielten auch schon die ersten PKWs neben uns und boten uns die Fahrt nach Siem Reap an – für 30 USD und 100 Baht Bestechungsgeld, die sie dann auch direkt einem wie aus dem Nichts auftauchenden Polizeibeamten gaben. Immerhin hatten wir jetzt ein Taxi mit Klimaanlage, wenn auch ohne Geschwindigkeitsanzeige, aber man muss halt Prioritäten setzen. Auf der Fahrt schwor das kanadische Ehepaar, nach Bangkok zurück zu fliegen, wobei der Flughafen in Siem Reap ähnlich mafiöse Züge aufweist – er wird von genau einer Airline angeflogen.

Kurz vor der Stadt wurden wir in ein Tuktuk umgeladen und die Kanadier, die sich schließlich weigerten irgendeine finanzielle Beteiligung von mir für die Taxifahrt anzunehmen, wurden in ihr und ich in mein Hotel gefahren.

Ich nächtigte im Angkor Friendship Inn (13 USD inkl. Frühstück, Aircon, Pool), das noch ganz neu ist und von einem sehr freundlichen, gut englisch sprechenden älteren Herren geleitet wird. Den Abend bin ich durch die Stadt gebummelt, deren touristisches Zentrum wohl eher so groß wie ein Dorf ist, und habe Geld getauscht, zu Abend gegessen und was man halt sonst so tut.

Die folgenden zwei Tage habe ich mit dem Besichtigen der Tempelanlagen verbracht, wobei das Hotel Tuktuk-Fahrer vermittelt und mit ihm den Preis aushandelt. Da es schon genug Berichte darüber im Netz gibt, hier nur ein paar Fotoimpressionen.  Man wird für die anstrengende Anreise hoch belohnt! Zwei Tage reichen zum Besichtigen der Hauptattraktionen gerade so aus, drei Tage wären aber entspannter. Zur Entspannung bietet sich das “Seeing Hands” Massagestudio an, in dem man von Blinden durchgeknetet wird und diesen Menschen gleichzeitig ein finanzielles Überleben sichert. Auf der Rückreise habe ich einen Amerikaner kennengelernt, der sehr viele schöne Fotos aus Kambodscha in seinem Travellog hat.

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Nach drei Tagen gings dann zurück nach Thailand: Mit dem Touri-Bus (es gibt nichts anderes…) zur Grenze zurück (inkl. mehrmaligem Halten an Raststationen…), mit dem Tuktuk zur Aranyaprathet-Busstation, von dort mit dem öffentlichen Bus nach Chanthaburi und von dort nach Trat. Da der Bus morgens erst so spät losfuhr und so oft hielt, verpasste ich die letzte Fähre nach Ko Maak und stieg in Trat bereitwillig in dem Gästehaus ab, dessen Visitenkarte mir beim Verlassen der Busstation zugesteckt worden war. Entgegen meiner Erwartungen gibt es in Trat anscheinend nchts außer einem Nachtmarkt.

Ko Maak

Am nächsten Morgen gings dann per Songthaew nach Laem Ngob zum Hafen und mit dem Schnellboot nach Ko Maak, wo mich schon ein Angestellter des Hotels am Pier erwartete.

Nach dem eher anstrengenden ersten Teil wollte ich mir ein bisschen Erholung gönnen und mietete einen Bungalow direkt am Strand im Ao Kao White Sand Beach Resort, das eine absolute Empfehlung verdient! Ko Maak ist eine eher kleine Insel und zum Glück touristisch (noch) nicht vollkommen überlaufen. Es gibt keine Banana-Boats, keine Poolgymnastik und auch keine Abendanimation. Nur ein Hotelgebäude besitzt mehr als ein Stockwerk und der Hauptteil des Landes ist von Gummibaumwäldern bedeckt.

Ein Teil der Inselstraßen ist befestigt, es gibt ein paar Supermärkte, aber keine Geldautomaten etc. Man kann außer sich in der Sonne entspannen, baden gehen und das fantastischte thailändische Essen genießen kaum etwas machen. Was besseres konnte mir nicht passieren! Icon Wink in Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha
Den größten Teil meiner Zeit habe ich also beim Lesen in Hängematten oder beim Erkunden der Insel mit dem Fahrrad verbracht. Alles in allem eine sehr entspannende Zeit!

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Am Ende gings dann wieder nach Trat, von dort mit dem Bus nach Bangkok, wo ich noch eine Nacht blieb und mir den Königspalast anschaute.  Dann zurück nach Guangzhou, in die Kälte.

ssssssdsadasdasdasdasdasdChitralada-Palast