
Chinesisches Neujahrsfest in Hong Kong
25. Februar 2010Jedes Jahr geht sie wieder los, die größte regelmäßige Massenbewegung. Wie ich schon schrieb, sind Weihnachten und Sylvester in China eher Feste für die westliche Minderheit, richtig gefeiert wird das Mondneujahrs- bzw. Frühlingsfest.
Schon Wochen vorher merkt man, dass irgendetwas los ist: Plötzlich hängen überall Girlanden, Blumenschmuck und Tigersticker und die Großmärkte haben ihr halbes Sortiment auf Süßwaren und Dekoration umgestellt. Wie in Deutschland an Weihnachten halt.
Besonders vier Dinge sind für die Dekoration wichtig:
- Alles was irgendwie rot ist
- Das Tier des kommenden Jahres (Tiger)
- Kunstmandarinenbüsche (so sehen sie jedenfalls aus)
- Pfirsichblüten
Auch westliche Firmen versuchen, finanziell von den Feierlichkeiten zu profitieren, so gibt es ein McDonalds New-Year-Menu und eine Esprit New-Year-Kollektion.
Da man das Fest traditionell mit seiner Familie verbringt, ist das Verkehrssystem zu keiner Zeit des Jahres so überlastet wie wenn Millionen Wanderarbeiter aus dem (Süd-)Osten in den Norden reisen, oft das einzige Mal im Jahr, dass sie ihre Familien sehen.
Mich hat ein Schulfreund zu seiner Familie nach Hong Kong eingeladen, wo ich eine Woche bleiben durfte.
Hong Kong ist eine interessante Stadt, weil sie durch die Verstreuung auf mehrere Inseln sehr aufgelockert wirkt, ganz anders als die Großstädte Festlandchinas. Außerdem ist man in einer halben Stunde mitten in grünen Bergen und fühlt sich weitab jeglicher Zivilisation, obwohl man gerade nur einen Steinwurf von einer Millionenstadt entfernt ist.An den Stränden kann man Tauchen und in den Bergen wandern – kein Wunder, dass sich hier viele Ausländer niederlassen, bei der hohen Lebensqualität! Da Hong Kong bis 1997 britische Kronkolonie war sprechen die meisten Bewohner außerdem englisch, was die Navigation für Ausländer stark erleichtert.
Zum Frühlingsfest gab es eine große Parade und ein fantastisches Feuerwerk, das ich aus einem Wohnzimmer mit perfektem Blick auf Hong Kongs Skyline genießen konnte.
Außerdem hat mich mein Freund sicher durch die Sehenswürdigkeiten Hong Kongs gelotst, u.a. den Peak (Gipfel von Hong Kong Island), das empfehlenswerte Museum of History, den Kupferbuddha auf Lantau Island usw.
Hong Kong unterscheidet sich stark von Festlandchina: Abgesehen von der Sprache (Kantonesisch und Englisch) und dem Regierungs- und Wirtschaftssystem habe ich die Menschen viel freundlicher, höflicher und moderner erlebt. Auch die Preise orientieren sich eher an den westlichen Staaten.

Zwischenseminar in Shanghai
25. Februar 2010Mitte Januar war es dann auch für uns soweit: Das letzte aller Zwischenseminare fand in China, im Goethe Institut Shanghai statt.
Peu à peu tröpfelte unsere kleine Runde von sechs Leuten in Shanghai ein, wobei ein Freiwilliger bei Felix wohnte und der Rest in einer Jugendherberge.
Kompetent geteamt wurden wir von Ina und Nicole, mit denen zusammen wir auch ein umfangreiches Programm unter der Überschrift „Kulturaustausch“ erlebten.
Schnell machten wir unseren favorisierten Baoze-(schreibt man das so?) Dealer ausfindig, wobei insbesondere die Version mit Sesamfüllung sich hoher Beliebtheit erfreute.
Neben dem gegenseitigen Vorstellen unserer Arbeitsstellen standen Erfahrungsaustausch und gemeinsame Reflexion auf dem Programm. Außerdem ließen wir es uns nicht nehmen, gemeinsam einen Kochkurs und ein Kunstzentrum zu besuchen, im Tempel buddhistisch essen zu gehen und einen Kaffee über den Dächern Shanghais im Jin Mao Tower zu schlürfen.
Darüber hinaus erkundete man in kleiner Runde das shanghaier Nachtleben und was die Stadt sonst so zu bieten hat…Massagestudios (wobei hier manche überraschende Erfahrungen machten
), Avatar im 3D-Kino und den Heiratsmarkt, auf dem wir sofort von interessierten Müttern umgeben waren, die uns nach unserem Alter fragten. Wir waren ihnen für ihre Töchter dann aber doch zu jung.
Insgesamt ein absolut gelungenes Programm, so dass sich die lange Anreise gelohnt hat!

Packlisten-Entwurf für FSJler
23. Februar 2010Für alle, die zukünftig ins Ausland gehen: Hier meine Packliste, ausgerichtet auf tropisches Klima.
Natürlich ist sie nicht perfekt und es sei euch erlaubt, sie an eure Bedürfnisse anzupassen!

Weihnachtsurlaub Thailand & Kambodscha
23. Februar 2010Heiligabend, 24. Dezember 2009. Meine Weihnachtsstimmung geht gegen Null und so besteige ich den Flieger von Guangzhou nach Bangkok mit Thai Airways, meiner neuen Lieblingsairline: So freundlich wurde ich noch nie vom Bordpersonal behandelt. “Hier fängt der Urlaub an…” stimmt hier absolut! Vergleichen lohnt sich, der Ticketpreis war genauso hoch wie der für Air Asia, das Ryanair von Asien. Aber ich will mich hier eigentlich nicht neureichenhaft darin ergehen, die Servicestandards verschiedener Fluggesellschaften gegeneinander auszuspielen.
Eine Art Concierge weist einem am Flughafenausgang ein Taxi zu und erklärt dem Taxifahrer, wo er einen hinzubringen hat. Falls er das nicht ordnungsgemäß tut, bekommt man gleich noch ein Beschwerdeformular in die Hand gedrückt, in dem bereits die Registrierungsnummer des Taxifahrers, das Datum, Ziel etc. eingetragen sind. Top organisiert!
Bangkok
Für etwa 8 € landete ich dann gegen Mitternacht in meinem Hotel, dem Thai Cozy House (EZ, AC 13€/Nacht, inkl. Frühstück), das um die Ecke der berühmt-berüchtigten Khao San Road, dem Rucksacktouristenzentrum, liegt. Man hat also alle Annehmlichkeiten in Sachen Verpflegungs- und Einkaufsangebot, kann aber trotzdem lärmfrei schlafen, auch wenn (oder weil?) es Fenster in den Zimmern anscheinend nur in der “Deluxe”-Version gibt.
Ich lernte die Tuk-Tuk-Fahrer hassen. Sie erklärten mir geschlossen, dass die Sehenswürdigkeiten, die ich mir herausgesucht hatte, heute wegen eines Feiertages nur Mönchen vorbehalten seien. Ob ich gestern denn nicht ferngesehen hätte? Nein, hatte ich natürlich nicht, und so glaubte ich ihnen, naiv wie ich wegen der Überfreundlichkeit war, die mit überall entgegenschlug und die einen angenehmen Gegensatz zu China bot.
Stattdessen bot man mir an, mich zu vier anderen Attraktionen zu fahren, für nur 40 Baht (~80ct). Ich willigte ein und landete so u.a. im Dusit Palast, den ich sonst nicht besucht hätte. So gesehen war es fast ein Glücksfall, denn der Palast birgt eine Sammlung an Kunstwerken der königlichen “Support Foundation”, die wirklich sehenswert sind. Dass man sich im Inneren des Museums mit einem unansehnlichen, zu kaufenden Wickelrock die kurzbehosten Beine verstecken muss, ist daher zu verschmerzen. Am Rückweg schleppte mich mein Fahrer noch zu einem Anzugschneider, der mir massenhaft verschiedene Stoffe anlegte, so dass ich mir wie ein Senator in passender Toga vorkam. Immerhin kam ich wieder heraus, ohne dass ich etwas kaufte und deshalb erschlagen wurde und mein Fahrer bekam sein Benzin erstattet. Ich war den Terz nun leid, verlangte ins Hotel zurück gefahren zu werden, wo mein Fahrer vorgab, kein Wechselgeld zu haben, und schließlich ohne Bezahlung wutentbrannt abfuhr. Puh.


Auf Daniels Tipp hin fuhr ich nach Ayuthaya, die ehemalige Königsstadt. World Travel Service in Bangkok (kurzer Werbeeinschub, weil ich wirklich lange nach einem solchen Angebot gesucht habe) bietet eine Ein-Tages-Tour an, mit Hinfahrt früh morgens per Bus, Führung durch die wichtigsten Anlagen und dann nachmittags Rückfahrt per Schiff nach Bangkok mit Essensbuffet. Dummerweise hat mein Handywecker morgens versagt, so dass ich um 5:00 Uhr von der Rezeption angerufen wurde, dort warte ein Herr mit einem Taxi auf mich. Upps. So schnell war ich morgens wohl seit langem nicht mehr aus dem Bett!
Der Rest des Tages verlief reibungslos und so entspannt, dass es keiner weiteren Worte bedarf.
Gegen 17:00 Uhr war ich wieder in Bangkok und machte noch eine Klongfahrt: Klongs, das sind die vielen kleinen Kanäle, die durch Bangkok laufen und die den einzigen zuverlässigen Teil des Verkehrssystems bilden. Man kann entweder Touristenfahrten machen, was etwa 15€ kostet, oder man fährt einfach auf einem der regulären Verkehrsboote mit, das kostet weniger als 1/15 und ist obendrein noch unterhaltsamer! Vorsicht, am besten einen Platz ganz hinten suchen, weil gegen Sonne und Fahrtwind links und rechts Plastikplanen gespannt werden, so dass man nichts mehr sieht. Eine Klonghaltestelle in der Nähe der Khao-San-Road findet man in Nähe des Golden Mount, siehe hier. Als Belohnung gibts Einblicke in die bunten Wohnzimmer der Thais!
Siem Reap
Viele Wege führen an die Grenze: Entweder per Zug (billig), per öffentlichem Bus (billig) oder per Touri-Minibus (450B). Ich habe natürlich letztere Variante gewählt und so 5h mit angezogenen Beinen am mittleren Beifahrersitz eines Minibusses verbracht (“We need a small person for the front chair. YOU!”). Man kann auch die Tour von Bangkok bis nach Siem Reap buchen, das kostet dann nur ein paar Euro mehr. MACHT DAS AUF KEINEN FALL !
Abgesehen davon, dass der Minibus die unkomfortabelste Variante ist, wird man mehrmals an “Raststationen” rausgeworfen, die wahrscheinlich ordentlich Provision an die Fahrer zahlen. An der letzten dieser Raststationen (einem kleinen Restaurant mitten im Nichts) hielten wir dann tatsächlich eine Stunde und das freundliche Minibuspersonal gab uns die Visumsantragsformulare für Kambodscha, man werde für unsere Gruppe zusammen die Visa beantragen, das ginge schneller. Die Visumsgebühr von 28 Dollar sollten wir einfach mit dem Antrag unserem Fahrer geben. Der freute sich wahrscheinlich über das ganze Geld, denn das Visum kostet nur 20 $. Da mir das ganze suspekt vorkam, weigerte ich mich also, diese Dienstleistung in Anspruch zu nehmen und mir wurde (ich vermute aus diesem Grund) bei meinem Versuch, endlich wieder in den Minibus einzusteigen, mitgeteilt, man hätte Gepäck zwischen den drei Bussen “aus Platzgründen” getauscht und jetzt sei kein Platz mehr für mich und meinen Koffer. Aber in einer Viertelstunde käme ein anderer Bus vorbei, der dann mich (und ein russisches Pärchen) mitnehmen würde. Nach einer Stunde Warten kam dann endlich der erwartete Bus und brachte uns an die Grenze, wo ich in den Schlangen vor der Ausreisekontrolle die anderen Teilnehmer der Gruppe wiedertraf, die inzwischen zu Wechselstuben gefahren worden waren, um ihre Baht in US-Dollar (der inoffiziellen Währung Kambodschas) zu tauschen. Immerhin diese Abzocke ist mir erspart geblieben.
Wer weiter mit dem Minibusunternehmen nach Siem Reap fährt, der wird dort (meistens) in der Dunkelheit vor irgendeinem Gästehaus rausgeworfen, in dem auch schon ein Zimmer gebucht ist, und man wird wohl meistens aus Erschöpfung und Müdigkeit dieses Angebot auch annehmen. Ein Russe, den ich in den Ruinen von Angkor Wat wiedertraf, hatte diesen Trip hinter sich und bezahlte für die ersten beiden Nächte in dem ihm “zugewiesenen” Gästehaus 25 USD, die nächsten Nächte nur noch 8. Ihr dürft raten, wohin das Geld floss!
Diese Tour hat als “Khao San Scam Bus” inzwischen unter Südostasien-Reisenden anscheinend traurige Berühmtheit erlangt, siehe hier.
Die Ausreise aus Thailand geht problemlos, danach gehts durch etwa 500m Niemandsland, in dem Kasinos und Hotels stehen. Inzwischen ist die Strecke asphaltiert, aber trotzdem fühlt man sich ins Mittelalter zurückversetzt, denn alle Warentransporte werden auf Holzkarren umgeladen und von Menschen über die Grenze geschoben, weil die Bürokratie für einen Fahrzeugtransport zu aufwendig ist. Damit die verschiedenen zwielichtigen Anbieter sich nicht gegenseitig die Kunden wegschnappen, bekommt jeder Gruppenreisende einen bunten Aufkleber, dessen Farbe das gebuchte Paket angibt. Wer also über die Grenze will, sollte sich irgendein Stück buntes Isolierband ans Hemd kleben; das schützt zuverlässig von Horden, die einem ihre Transportmittel verkaufen wollen.
Von der Einreise in Kambodscha hatte ich Horrorberichte im Internet gelesen, aber so schlimm war es dann doch nicht: Der das Visum ausstellende Polizist saß vor seinem Häuschen auf einem Tisch, seine Dienstmütze neben ihm und seine Füße auf einem Stuhl abgelegt. Über ihm hängt inzwischen ein großes Schild “Tourist Visa: 20 USD”, aber er verlangt natürlich trotzdem vom jedem 25 USD. Wer Dollar dabei hat, kann sein Visum mir nachdrücklichem Deuten auf das Schild trotzdem für 20 Dollar bekommen, ich hatte aber nur einen Schein 1000 thailändische Baht und bekam natürlich kein Wechselgeld. Ein kambodschanischer Grenzbeamte freut sich jetzt also über 10 $ in die eigene Tasche und ich gebe jedem den Hinweis, besser 20 $ passend dabei zu haben.
Wenn man überlegt, dass dieser Herr pro Tag etwa 100 Reisenden 5 $ abknöpft, dann verdient er in 4 Tagen so viel wie ein Khmer durchschnittlich pro Jahr (1900$). Es muss bestimmt einen unheimlichen Run auf diesen Posten geben…
Die Warteschlangen vor der folgenden Einreisekontrolle sind insofern praktisch, als dass sie recht kommunikativ sind. Immerhin haben nach dem Visa-Schwitzen alle ein Gesprächsthema und so lernte ich auch ein kanadisches Ehepaar kennen, das einen Verwandten besuchte, der für eine NGO in der Nähe von Siem Reap arbeitete. Er hatte für sie ein Taxi von der Grenze zur Stadt (für 30$) bestellt und sie fragten mich, ob ich es mit ihnen teilen wolle. Ich willigte natürlich ein, immerhin waren es deutlich weniger als die 45$, vor denen mein Reiseführer berichtete. Da aber die Kontrollen zu lange dauerten, war der Taxifahrer am vereinbarten Treffpunkt schon nicht mehr anzutreffen.
Der (fast ausschließlich touristische) Taxiverkehr zwischen Poipet und Siem Reap wird von einer staatlich genehmigten Taximafia kontrolliert, die einen Einheitspreis festschreibt, um – nach offizieller Aussage – die Kunden vor überteuerten Preisen zu schützen. In der Realität legitimiert sie diese eher. Als wir aus dem Grenztor traten und nicht direkt in die “kostenlosen Shuttlebusse zum Verkehrsterminal” stiegen, wurden wir sofort von einem Herren in Uniform gefragt, wo wir denn hingingen und dass wir den offiziellen Transportdienst zu nutzen hätten. Wir konnten ihn zum Glück abschütteln und nach kaum 20 Sek. hielten auch schon die ersten PKWs neben uns und boten uns die Fahrt nach Siem Reap an – für 30 USD und 100 Baht Bestechungsgeld, die sie dann auch direkt einem wie aus dem Nichts auftauchenden Polizeibeamten gaben. Immerhin hatten wir jetzt ein Taxi mit Klimaanlage, wenn auch ohne Geschwindigkeitsanzeige, aber man muss halt Prioritäten setzen. Auf der Fahrt schwor das kanadische Ehepaar, nach Bangkok zurück zu fliegen, wobei der Flughafen in Siem Reap ähnlich mafiöse Züge aufweist – er wird von genau einer Airline angeflogen.
Kurz vor der Stadt wurden wir in ein Tuktuk umgeladen und die Kanadier, die sich schließlich weigerten irgendeine finanzielle Beteiligung von mir für die Taxifahrt anzunehmen, wurden in ihr und ich in mein Hotel gefahren.
Ich nächtigte im Angkor Friendship Inn (13 USD inkl. Frühstück, Aircon, Pool), das noch ganz neu ist und von einem sehr freundlichen, gut englisch sprechenden älteren Herren geleitet wird. Den Abend bin ich durch die Stadt gebummelt, deren touristisches Zentrum wohl eher so groß wie ein Dorf ist, und habe Geld getauscht, zu Abend gegessen und was man halt sonst so tut.
Die folgenden zwei Tage habe ich mit dem Besichtigen der Tempelanlagen verbracht, wobei das Hotel Tuktuk-Fahrer vermittelt und mit ihm den Preis aushandelt. Da es schon genug Berichte darüber im Netz gibt, hier nur ein paar Fotoimpressionen. Man wird für die anstrengende Anreise hoch belohnt! Zwei Tage reichen zum Besichtigen der Hauptattraktionen gerade so aus, drei Tage wären aber entspannter. Zur Entspannung bietet sich das “Seeing Hands” Massagestudio an, in dem man von Blinden durchgeknetet wird und diesen Menschen gleichzeitig ein finanzielles Überleben sichert. Auf der Rückreise habe ich einen Amerikaner kennengelernt, der sehr viele schöne Fotos aus Kambodscha in seinem Travellog hat.
Nach drei Tagen gings dann zurück nach Thailand: Mit dem Touri-Bus (es gibt nichts anderes…) zur Grenze zurück (inkl. mehrmaligem Halten an Raststationen…), mit dem Tuktuk zur Aranyaprathet-Busstation, von dort mit dem öffentlichen Bus nach Chanthaburi und von dort nach Trat. Da der Bus morgens erst so spät losfuhr und so oft hielt, verpasste ich die letzte Fähre nach Ko Maak und stieg in Trat bereitwillig in dem Gästehaus ab, dessen Visitenkarte mir beim Verlassen der Busstation zugesteckt worden war. Entgegen meiner Erwartungen gibt es in Trat anscheinend nchts außer einem Nachtmarkt.
Ko Maak
Am nächsten Morgen gings dann per Songthaew nach Laem Ngob zum Hafen und mit dem Schnellboot nach Ko Maak, wo mich schon ein Angestellter des Hotels am Pier erwartete.
Nach dem eher anstrengenden ersten Teil wollte ich mir ein bisschen Erholung gönnen und mietete einen Bungalow direkt am Strand im Ao Kao White Sand Beach Resort, das eine absolute Empfehlung verdient! Ko Maak ist eine eher kleine Insel und zum Glück touristisch (noch) nicht vollkommen überlaufen. Es gibt keine Banana-Boats, keine Poolgymnastik und auch keine Abendanimation. Nur ein Hotelgebäude besitzt mehr als ein Stockwerk und der Hauptteil des Landes ist von Gummibaumwäldern bedeckt.
Ein Teil der Inselstraßen ist befestigt, es gibt ein paar Supermärkte, aber keine Geldautomaten etc. Man kann außer sich in der Sonne entspannen, baden gehen und das fantastischte thailändische Essen genießen kaum etwas machen. Was besseres konnte mir nicht passieren! ![]()
Den größten Teil meiner Zeit habe ich also beim Lesen in Hängematten oder beim Erkunden der Insel mit dem Fahrrad verbracht. Alles in allem eine sehr entspannende Zeit!
Am Ende gings dann wieder nach Trat, von dort mit dem Bus nach Bangkok, wo ich noch eine Nacht blieb und mir den Königspalast anschaute. Dann zurück nach Guangzhou, in die Kälte.
ssssssdsadasdasdasdasdasdChitralada-Palast

Das Haus, das Verrückte macht
28. Januar 2010Während man in Deutschland noch über eine “Exit-Strategie” für Afghanistan grübelt, muss ich langsam an meiner für China feilen. Als ersten Schritt habe ich gestern mein letztes Visum abgeholt.
Die Konzeption der Abteilung für Ein- und Ausreiseverwaltung des Städtischen Büros Guangzhou für Öffentliche Sicherheit ähnelt einem Kurzfilm aus vorchristlicher Zeit auf verblüffende Art. Dabei wollte ich gar nicht Rom erobern? Eine Vorbereitung für alle, die jemals ein Visum in China beantragen möchten.

[Nachtrag] TV-Berichte Schüler-Uni
26. Januar 2010
Im Lande der Bibeln
25. Januar 2010In unserem großen Vaterland bricht eine neue Ära an, in der die Arbeiter, Bauern und Soldaten den Marxismus-Leninismus und die Ideen Mao Tse-tungs meistern. Sobald die breiten Massen die Ideen Mao Tse-tungs beherrschen, werden diese zu einem unversiegbaren Kraftquell und zu einer geistigen Atombombe von unermeßlicher Macht.
Die Herausgabe der Worte des Vorsitzenden Mao Tse-tung in Massenauflage ist eine außerordentlich wichtige Maßnahme für die Meisterung der Ideen Mao Tse-tungs durch die breiten Massen und für die Förderung der Revolutionierung des Denkens unseres Volkes. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß alle Genossen gewissenhaft und intensiv studieren und im ganzen Land einen neuen Aufschwung des lebendigen Studiums und der schöpferischen Anwendung der Werke des Vorsitzenden Mao Tse-tung herbeiführen werden, daß sie unter dem großen roten Banner der Ideen Mao Tse-tungs danach streben werden, unser Land zu einem großen sozialistischen Staat mit moderner Landwirtschaft, moderner Industrie, moderner Wissenschaft und Kultur und moderner Landesverteidigung aufzubauen.
Aus dem Vorwort der “Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung” (“Mao Bibel”)
Jede Suchmaschine würde sich wohl über die Stichwortdichte freuen! Mao Tsetung, wohin man blickt!
Die “Mao-Bibel”, das “Kleine rote Büchlein”, wurde 1965 von Verteidigungsminister Lin Biao zusammengestellt und enthält Zitate Maos aus dessen Reden und Schriften sowie Presseberichten über ihn.
Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben.
Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben. Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.
Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß.
Gen 3, 2-6
Der andere Bestseller, die christliche Bibel. In den meisten Teilen der Welt kriegt man sie im regulären Buchhandel, anders in China: Dort dürfen Buchläden sie auch heute nicht verkaufen. Bis 1979 war sie ganz verboten.
Doch Wirtschaftsboom und ungezügelter Kapitalismus brachten Angebot und Nachfrage zusammen und heute steht im ach-so atheistischen Reich der Mitte die größte Bibelfabrik der Welt und produziert stolze 1,2 Mio. Exemplare pro Monat. Natürlich nur zum Eigengebrauch im Rahmen der genehmigten Staatskirchen und zum Verkauf in deren Devotionalienläden.
Mehr dazu:
- Bernhard Bartsch: “Gott vom Fließband”
- Die Welt: “Gottes Wort kommt aus Nanking”

Kulturschock kompakt #3
24. Januar 2010Das ewige Rumgespucke
Man findet sie überall. Öffentliche Wege, Fahrstühle, selbst Hausflure sind davon übersät. Kleine schwarze Flecken. Man könnte meinen: Kaugummis, mit der Zeit plattgetreten und schwarz verfärbt.
Doch es sind Pfützen. Pfützen meist chinesischen Speichels, den die Ejakulatoren ruckartig ausscheiden. Meist durch lautstarke Vorankündigung, so dass man gerade noch aus dem Schussfeld springen kann (chhrrrrrrr!).
In puncto traditionelle Selbstreinigungsrituale halte ich andere Kulturen für angenehmer.
Inzwischen ist das übrigens auch vielen Chinesen selber peinlich, weshalb man in Guangzhou sogar bald seine Wohnung deswegen verlieren kann. Vor den Asian Games (diesen November) wird das Volk auf Reinlichkeit konditioniert. Dann ist Schluss mit Hullabaloos. Was auch immer das ist.



























