Wenn man an verschiedenen Zeitpunkten an verschiedene Ecken und Viertel in Tirana kommt, so begegnet man den verschiedensten Menschen. Mal sind sie laut, mal sind sind sie leise, mal sind sie herzlich, mal schauen sie dich nicht an. Doch eines haben all diese Menschen gemeinsam, sie leben das Leben, und die Melodie einer pulsierenden Hauptstadt.
Grundschule Fan S.Noli, nach ein paar bilingualen Floskeln gewährte mir der Pförtner glücklichweise Einritt zur Grundschule, um mich bei der 7.Klasse nun endlich vorstellen zu können. Nachdem ich etwas unkoordiniert mich gezwungen sah, mein Köpfchen in die offenen Klassen zu halten, um die albanische Lehrkraft ausfindig machen zu können, ertappte sie mich bei eQofte - shume mire.inem weiteren Versuch und nahm mich unverzüglich mit in ihre Klasse. “Anil, ich komme in 5 Minuten, stell’ du dich einfach schonmal vor, die sind wirklich nett!”. Wenn das zur Melodie der Hauptstadt gehörte, so hatte ich jetzt gerade im Moment nur meine Luftgitarre dabei, ich konnte sie nicht spielen. Ich betrat also die Klasse und schlagartig standen alle auf und warteten auf ein Signal, vielleicht auf eine Geste. Mit unsicherer Stimme sagte ich:” Vielen Dank, ihr dürft euch hinsetzen.” Der erste Eindruck war überwältigend, anstatt Autorität auszustrahlen und meine Position durch Gestik und Mimik zu verdeutlichen, ertappte ich mich selber beim Schmunzeln und glücklich sein, ein unbeschreibliches Gefühl. Nach einer kleinen Vorstellung meinerseits forderte ich die Klasse auf, mir auf Deutsch zu sagen, was ihre Hobbies seien, und das bitte auf die Tafel zu schreiben. “Sehr gut macht ihr das, ihr habt keinen einzigen Fehler, ich glaube, ich brauche überhaupt keine Deutsch-AG mit euch zu machen!”. Ein paar Gelächter und persönliche Fragen der Schüler später, war ich auch schon wieder auf dem Weg zur Schule. Zu dieser Stunde war ich mal wieder am Computer, bis mich ein Lehrer mit großen Schnauzbart mit einem lauten “Hallo Anil, Miresevini!” begrüßte, und mich aus dem Trott der Computerarbeit befreite. “Willkommen in Albanien, hier, eine Kleinigkeit für dich!” Diese Kleinigkeit waren Walnüsse, die unter dem Namen “Fruta te Thata” in seinem Wortschatz besondere Bedeutung fanden und für allgemeines Gelächter im Lehrerzimmer sorgten. “Klingt lustig, oder?” Das dazugehörige Lachen steckte mich sofort an, die Einladung zu einem Essen ein Höhepunkt meines bisherigen Aufenthalts. Auf dem Weg zum Restaurant wurde gescherzt, gelacht, erkannt und Gemeinsamkeiten entdeckt, eine inspirierende und warme Persönlichkeit zugleich. Angekommen in einem feinen Restaurant in einer der belebten Seitenstraßen Tiranas, empfing mich eine kulinarische Köstlichkeit nach der Nächsten. Ein Gaumenschmaus, wie auch die Konversation, die ich mit der Lehrkraft pflegte. Ein Putensalat zum Entrée und Qofte (albanische Frikadellen in Tzatziki) als Hauptspeise, fertig war mein erstes, genuines albanisches Geschmackserlebnis. Nach unzähligen interessanten Anekdoten und Erklärungen zu diversen Bauwerken in Tirana ging mein Tag zu Ende. Nun hatte ich meine Gitarre endlich dabei und spielte die Melodie der Hauptstadt, ich wusste nun um ihre Schönheit.

Morgen Studien-und Berufstag des Deutsch-Zentrum, am Wochende Oktoberfest. Man darf und sollte gespannt sein!

Bis dahin: Mirupafshim,

Unë jam e shume mirë,

 

euer Anëll