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Spontan nach Nakuru

Als ich mich am Samstagmorgen verschlafen im Bett aufrichtete, hatte ich mich schon auf einen entspannten Tag in Nairobi eingestellt. (Wie konnte ich auch ahnen, dass ich nur anderthalb Stunden später im Matatu nach Nakuru sitzen würde.) Ein Whatsapp-Anruf meiner lieben Zwillingsschwester Sina durchkreuzte schließlich jenen Plan, indem wir beschlossen, uns – etwa auf der Hälfte zwischen Sega und Nairobi – in Nakuru zu treffen. Also schnell die Sachen gepackt und auf zur Accra Road, wo die Matatus abfahren. Die Fahrt dauerte etwa 4 Stunden und war dank eines netten Sitznachbars sehr kurzweilig. Als ich gegen 17 Uhr in der viertgrößten Stadt Kenias ankam, war Sina noch unterwegs, da ihre Anbindung nicht ganz so gut ist wie meine. Also begab ich mich schon mal auf Suche nach einer Unterkunft, die auch schnell im „Care Guesthouse“ gefunden war (Foto: Blick aus dem Fenster unseres Zimmers).

Nach einem kleinen Einkauf nahm ich schließlich Sina in Empfang und amüsierte mich mit ihr über die verdutzten Gesichter der umstehenden Kenianer. Kurz darauf wurden wir auch gleich in ein Gespräch mit zwei coolen Verkäuferinnen verwickelt, in dem ich meine erworbenen Kiswahili Kenntnisse direkt anwenden konnte. Nach einem kurzen Aufenthalt im Guesthouse machten wir uns auf die Suche nach einem Abendessen und wurden nur zwei Stockwerke tiefer fündig. Das prall gefüllte Restaurant machte einen guten Eindruck auf uns. Was wir aber erst später herausfanden, war, dass etwa 98% der Gäste lediglich da waren, um Premier League zu schauen (vor allem Arsenal Fans gibt’s hier sehr viele). Das Essen würde ich dementsprechend eher in die Kategorie „aufgewärmt“ schieben und die tatsächliche Auswahl war auch nicht mit der auf der Speisekarte zu vergleichen. Dennoch war es vollkommen in Ordnung und die Bedienung überaus freundlich. Anschließend gönnten wir uns noch einen Erdbeershake im Yava House und ließen den Abend mit Kartenspielen und netten Gesprächen ausklingen.

Der nächste Morgen begann für uns recht früh. Leider so früh, dass noch keinerlei Geschäft oder Bäckerei auf hatte und somit ein trockenes Andazi als Frühstück herhalten musste. Mehr oder weniger gestärkt machten wir uns dann auf den Weg zum 2278m hohen Menengai Krater, dem sechsgrößten Vulkankrater der Welt. Seinen Namen hat der Krater übrigens von einer blutigen Schlacht zwischen zwei Massai Clans im Jahr 1854. „Menengai“ ist Maa und bedeutet soviel wie „Ort der Leichen“.
Der Weg führte uns von Nakuru aus zunächst durch nette kleine Alleen und dann meist durch kleine Dörfer, wo wir herzlich begrüßt wurden. Dann folgte – an einem Fußballfeld mit Eseln als Torhüter 😀 – der im Reiseführer beschriebene Rechtsknick. Nach einer weiteren Linkskurve eröffnete sich uns schließlich die Sicht in den Krater, der einen Durchmesser von etwa 12 Kilometern hat. Dementsprechend hatten wir einen weiten Blick ins Riftvalley, der auf dem Weg zum offiziellen Viewpoint immer beeindruckender wurde. Neben einigen überteuerten Souvenirständen stießen wir dort auch auf einen Wegweiser zu den verschiedensten Städten und Orten der Welt, der vom Rotary Club dort errichtet worden ist. Nach einem obligatorischem Fotostop zogen wir uns zum Picknick auf die ruhigere Südseite des Berges zurück und genossen die Aussicht.

Danach machten wir uns wieder auf den Rückweg und wurden ein Stück im Auto von einer netten kenianischen Familie (die übrigens ursprünglich aus Meru kamen) mitgenommen. Das restliche Stück bis zum Guesthouse ließ sich dann recht schnell zu Fuß bewältigen. Dementsprechend waren wir schon früh zurück und beschlossen kurzerhand, noch einen Trip zum Lake Elementaita, der quasi zwischen dem Lake Nakuru und dem Lake Naivasha liegt, zu machen. Die Matatu-Suche stellte sich als gar nicht so leicht heraus, doch mit Hilfe zwei freundlicher Kenianer saßen wir schließlich doch im richtigen Fahrzeug, dass sich dann auch noch schneller füllte als gedacht. Auf Höhe des Lake Elementaitas angekommen, zeigte uns der Matatufahrer noch schnell den Weg, den wir nehmen sollten. Nach einer Viertelstunde erreichten wir schließlich den See. Wir waren positiv überrascht, da wir nicht vermutet hatten, dass man kostenlos so nah an den See rankommt. Am Ufer verweilten wir ein wenig und folgten dann oberhalb des Sees einem Pfad, der uns durch zahlreiche Kakteen und Aloe Vera Pflanzen führte. Außerdem hatten wir einen guten Blick auf den See und könnten in der Ferne auch einige Flamingos erahnen.

Als der Pfad endete, nahmen wir einen weiteren Weg zurück zur Hauptstraße. Dieser führte uns durch ein sehr schönes Dorf, wo eine Menge Kinder auf der Straße spielten. Es war so schön, ihnen dabei zuzusehen. Und dann erreichten wir bald den Highway. Nach einer kleinen Stärkung an einem Kiosk, fuhren wir zurück nach Nakuru.

Montag war dann Jamhuri Day. „Jamhuri“ ist Kiswahili und bedeutet Republik. Der Jamhuri Day erinnert demnach jedes Jahr an den Tag, an dem Kenia die Unabhängigkeit gewann und zur Republik wurde, nämlich am 12. Dezember 1963. Zunächst war davon aber kaum was zu spüren. Die Stadt schien zu schlafen und auch die sonst so geschäftige Straße mit den vielen kleinen Läden, an der unser Guesthouse lag, war überraschend ruhig. Erst am späten Vormittag sahen wir eine kleine Parade.

Zuvor hatten wir in einer französisch angehauchten Bäkerei gefrühstückt und schlenderten anschließend ein wenig durch die Stadt. Mehr oder weniger zufällig fanden wir einen riesigen Markt, wo von Kleidung über Tabak bis hin zu frischem Obst und Gemüse so ziemlich alles verkauft wurde. Anschließend machten wir uns auf den Rückweg und tranken noch einen leckeren Mangosaft. Und dann war es auch schon wieder Zeit, sich zu verabschieden. An der Matatu-Station trennten sich unsere Wege. Sina, es war super schön, dich wiederzusehen und ich habe das Wochenende mit dir sehr genossen! 🙂

2 Kommentare

  1. Hey Lara,

    es war echt ein super schönes Wochenende! Was man doch mit ein bisschen Spontanität alles machen kann…
    Ich wünsche dir eine schöne Weihnachtszeit, einen tollen Urlaub und freue mich schon auf unser Wiedersehen in Meru! ♡

    Liebe Grüße aus Sega,
    deine Lieblingsschwester 🙂

  2. Menengai crater fand ich auch sehr schön und hatte schon geplannt dorthin zugehen.Es freut mich sehr,dass du etwa Zeit mit deiner zwillingschwester verbracht hast.
    Die Bilder sehr sehr schön wie immer..

    Liebe Grüße aus Meru,
    Norah.E.K.M

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