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Teil 3/3: Auf geht’s nach Meru!

Zu allem Überfluss bin ich dann am Donnerstagabend auch noch krank geworden, hatte 39 Grad Fieber und mir war sehr übel. Somit verbrachte ich den Freitag größtenteils im Bett, versuchte viel zu schlafen und mich schnell zu erholen. Ich hatte wahrscheinlich „nur“ irgendetwas falsches gegessen oder getrunken, denn am Samstag ging es mir schon wieder deutlich besser. Und das bedeutete: Ich konnte gemeinsam mit den Schülerinnen und Emmah mit dem Matatu nach Meru fahren! Vom Hotelpersonal ließ ich mir zur Sicherheit noch eine Tüte mit auf den Weg geben, da ich vom berühmt-berüchtigten Fahrstil einiger Matatufahrer gehört hatte. Diese blieb aber zum Glück unbenutzt. 😀

Wir fuhren vom Hotel mit zwei Taxen zur Matatu-Haltestelle, wo eine Menge dieser Kleinbusse (meist mit neun bis zwölf Plätzen) standen. Viele sind sehr bunt und für mich als „Mzungu“ war es schwierig zu erkennen, welches Matatu wohin fährt. Aber zum Glück hatte ich ja Emmah und die Schülerinnen dabei und schon bald saß ich – mehr oder weniger ans Fenster gequetscht und mit meinem Rucksack zwischen den Beinen – im Matatu nach Meru. In diesem Moment erreichte meine Vorfreude auf Meru ihren Höhepunkt und ich war gerne bereit, die fünfstündige Fahrt auf mich zu nehmen, um endlich „anzukommen“. Denn auf das ewige „Aus-dem-Koffer-leben“ hatte ich gar keine Lust mehr.

Auf dem Weg erzählte mir Emmah immer mal wieder etwas über die Dörfer und Städte am Wegesrand, ich sah Kinder in einem Fluss spielen, mehrere Feuer am Straßenrand, Esel, Kühe, Ziegen, verschiedene Märkte und eine wunderschöne, recht hügelige Landschaft. Als uns ein Boda Boda Fahrer mit einem Sofa hinten auf dem Motorrad entgegenkam, konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Die Straße war auf dem gesamten Weg von Nairobi bis Meru sehr gut ausgebaut und es war eher die Fahrweise des Matatu-Fahrers als die Beschaffenheit der Straße, die für das Adrenalin sorgte. 😉

Überwältigt von Eindrücken schlief ich dann aber dennoch ein. Kurze Zeit später kamen wir dann in Meru an und nahmen alle zusammen ein Taxi zur Kaaga Girls High School. Das war ziemlich eng, aber auch echt lustig!

Dann waren wir da. Das Schulgelände, zumindest der Teil, den ich bisher gesehen habe, gefällt mir sehr gut. Ich wurde am Gate sehr herzlich Willkommen geheißen „Karibu Kenya, karibu Meru, karibu Kaaga Girls‘!“ und habe auch schon einige Lehrer kennen gelernt. Danach gab es etwas zu essen im Büro der Schulleiterin, die aber nicht da war. Anschließend zeigte Emmah mir noch den Deutschraum, wo alle Deutschstunden stattfinden und ich mich somit auch öfters aufhalten werde. Der Raum ist ganz schön eingerichtet und es gibt sogar ein paar Computer. Inwiefern das Internet funktioniert, weiß ich noch nicht. Mal sehen.

Nach dieser kleinen Einführung war ich dann aber auch sehr froh, wieder in meiner kleinen Wohnung zu sein und mich von dem anstrengenden Tag erholen zu können. Meine Wohnung besteht aus einem kleinen Zimmer mit zwei Betten (wovon ich eins zum Schlafen und eins als Sofa benutze), einem Bad und einer kleinen Küche mit einer Gaskochplatte. Sobald ich kann, werde ich auch ein paar Fotos hochladen. Die Wände sind noch sehr karg, aber ich tue mein Bestes, um ein bisschen Leben in mein Zimmer zu bekommen. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht gerade die Ordentlichste bin und mir dieses gewiss nicht schwer fallen wird! 😀

Nach meiner ersten Nacht in Meru fühle ich mich hier schon sehr wohl und freue mich auf das nächste halbe Jahr (und auf den Markt-Besuch gleich)!

Liebe Grüße,

eure Lara

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